Ausland

73 Verletzte durch Lkw-Bombe in Afghanistan

Bei einem Anschlag mit einer Lastwagenbombe auf einem belebten Platz in der Nähe des Provinzrates in der südafghanischen Stadt Kalat sind heute mindestens 73 Menschen verletzt worden.

Bei allen Verletzten handle es sich um Zivilisten, sagte ein Polizeisprecher in der Hauptstadt der Provinz Sabul. Vier der Opfer schwebten in Lebensgefahr. Unter den Verletzten seien 16 Frauen und Kinder.

Ein Augenzeuge sagte, zu der heftigen Detonation sei es gekommen, als Kinder auf dem Nachhauseweg von der Schule gewesen seien. Nach Polizeiangaben wurden die meisten Gebäude um den Anschlagsort herum beschädigt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Indischer Minister lässt sich Schuhe von Polizist binden

Seine Schuhbänder hat sich ein Minister eines indischen Bundesstaates bei einer Veranstaltung von einem Polizisten binden lassen. Der Vorfall erregte heute in Indien auch deshalb viel Aufmerksamkeit, weil gerade die Regierungschefin des betreffenden Bundesstaates Westbengalen einen deklariert spartanischen Lebensstil pflegt.

Regierungschefin Mamata Banerjee tritt zumeist in einem einfachen weißen Baumwollsari und Flipflops auf. Ganz anders nun ihr Entwicklungsminister Rachpal Singh, der mit der Hand in der Hosentasche auf den Mann niederblickt, der vor ihm kniet. Eine Kamera fing den Zwischenfall in Kolkata nach einer Zeremonie ein. Interessanterweise sei Singh früher selbst Polizist gewesen, berichtete der indische Sender NDTV.

Schuhe sind in Indien mit einem besonderen Stigma behaftet, da sie mit Schmutz in Berührung kommen. Außerdem müssen Tiere für das Leder getötet werden - im überwiegend hinduistischen Land keine angesehene Arbeit. Schuster gehören traditionell zur Kaste der Dalits, die als Unberührbare verunglimpft wurden. Vor dem Betreten von hinduistischen, buddhistischen, Jain- und Sikh-Tempeln sowie Moscheen werden in Indien die Schuhe ausgezogen.

Großes NATO-Luftmanöver in Nordeuropa begonnen

Sechs NATO-Staaten sowie Finnland, Schweden und die Schweiz beteiligen sich an einem heute begonnenen großen Luftmanöver im Norden Europas. Mehr als 100 Flugzeuge und rund 4.000 Soldaten nehmen bis 4. Juni an der „Arctic Challenge Exercise 2015“ genannten Großübung teil.

Ziel sei es, die Einheiten für die Planung und Durchführung komplexer Lufteinsätze zu trainieren, sagte der norwegische Brigadegeneral Jan Ove Rygg, der die Militärübung leitet. Das Großmanöver findet vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit Russland und der Rivalität um die Bodenschätze im Polargebiet statt.

Das fiktive Szenario ist laut der Manöverleitung die Durchsetzung einer Flugverbotszone, wie sie in etwa nach einem UN-Mandat 2011 in Libyen eingerichtet worden sei. Genutzt werden Luftwaffenstützpunkte in Norwegen, Schweden und Finnland.

Russischer Starmoderator: Journalismus am Ende

Der russische Starmoderator Wladimir Posner (81) sieht in seiner Heimat das Ende des Journalismus kommen. Der Staat missbrauche die Medien wieder als Propagandainstrument, sagte Posner Medien zufolge am Montag auf einer Konferenz des Menschenrechtsrates beim Kreml. „Noch arbeite ich, aber nach diesem Auftritt vielleicht nicht mehr lange.“

„Ideologische Front“

Bereits zu Sowjetzeiten seien Journalisten „Soldaten an der ideologischen Front“ gewesen, sagte Posner. Das Staatsfernsehen habe nur noch die Aufgabe, die gesellschaftliche Meinung im Sinne der Regierung zu prägen. Er selbst habe schon mehrfach Wunschgäste nicht in seine TV-Sendung einladen können. Als Beispiel nannte er den Oppositionellen Boris Nemzow, der am 27. Februar in Kreml-Nähe hinterrücks erschossen worden war.

Die Führung könne die wenigen unabhängigen Medien heute mit einem Handstreich schließen. „In diesem Sinne gibt es bei uns keine echten unabhängigen Medien“, so Posner.

„Hirntod der Station“

Zuletzt hatte der Mitbegründer des Kreml-kritischen Radiosenders Echo Moskwy, Sergej Korsun, einen „Hirntod der Station“ beklagt. Nur der Organismus funktioniere noch. Miteigentümer des Senders ist der Staatskonzern Gasprom, der große Teile der Medien in Russland kontrolliert.

Nordirlands Premier Robinson in Spital eingeliefert

Nordirlands Regierungschef Peter Robinson ist heute mit Herzbeschwerden in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Der 66-Jährige habe sich unwohl gefühlt und sei für weitere Untersuchungen in eine Klinik in Belfast gebracht worden, teilte Robinsons Democratic Unionist Party (DUP) mit. Der Regierungschef sei behandelt worden und erhole sich nun von dem Eingriff, sagte ein Sprecher des Royal-Victoria-Krankenhauses.

Der britische Premierminister David Cameron wünschte seinem Kollegen über den Kurzbotschaftendienst Twitter eine „rasche Genesung“. Robinsons Stellvertreter Martin McGuinness von der Partei Sinn Fein äußerte sich besorgt über den Gesundheitszustand des 66-Jährigen. Er sei mit seinen Gedanken bei Robinson und dessen Familie, erklärte McGuinness via Twitter.

Hinter dem nordirischen Regierungschef liegt der anstrengende Wahlkampf vor der Parlamentswahl in Großbritannien am 7. Mai. Für morgen stehen im Parlament außerdem wichtige Beratungen über soziale Reformen an.

Sieben Opfer bei Schießerei in Kaserne in Tunis

Ein Soldat hat in einer Kaserne in Tunis laut offiziellen Angaben sieben Kameraden erschossen, bevor er selbst getötet wurde. Zehn weitere Soldaten erlitten Verletzungen. Das Motiv für den Amoklauf in der Bouchoucha-Kaserne im Zentrum der tunesischen Hauptstadt war zunächst unklar.

Wie es aus dem Umfeld des Militärs hieß, habe der Soldat „familiäre Probleme“ gehabt. Sicherheitskräfte hatten während des Vorfalls das Militärgelände abgeriegelt und umfangreiche Suchaktionen begonnen. Hubschrauber schwebten über dem Einsatzgebiet.

Tunesische Medien hatten berichtet, dass dem Amokläufer zuvor die Erlaubnis, eine Waffe zu tragen, aberkannt worden war. Die Tatwaffe nahm der Soldat einem Kameraden weg. Die Bouchucha-Kaserne liegt nur einen Kilometer vom Bardo-Museum entfernt. Dort hatten Terroristen des Islamischen Staats (IS) bei einem Anschlag im März mehr als 20 Menschen getötet.

Luxus-Dienstautos sind „Peanuts“ für türkischen Minister

Knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl in der Türkei sorgt Finanzminister Mehmet Simsek mit einer Bemerkung über angeblich unbedeutende Kosten für Dienstwagen der Regierung für Wirbel. Den Vorwurf der Opposition, dass die Regierung Millionen für Fahrzeuge ausgebe und behaupte, kein Geld für einfache Arbeiter zu haben, quittierte Simsek mit der Bemerkung, die Ausgaben für Dienstwagen für Politiker und Bürokraten seien „nicht einmal Peanuts“ für das Budget.

Ausgaben für luxuriöse Dienstwagen sind ein Thema im Wahlkampf vor der Wahl am 7. Juni, seitdem der Leiter des staatlichen Religionsamtes, Mehmet Görmez, ein Fahrzeug für umgerechnet rund 300.000 Euro bestellte. Nach Kritik aus der Öffentlichkeit erklärte Görmez, er werde das Fahrzeug zurückgeben.

Opposition: 34 Milliarden verschleudert

Die oppositionelle Republikanische Volkspartei (CHP) rechnete im Wahlkampf vor, die islamisch-konservative AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan habe seit ihrem Machtantritt im Jahr 2002 rund 34 Milliarden Euro für Luxusprojekte wie Erdogans neuen Präsidentenpalast in Ankara ausgegeben. Der Vorsitzende der kurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas, sagte in einer Wahlkampfrede mit Blick auf die AKP, der Islam verbiete Luxus.

Laut Umfragen kann die AKP am 7. Juni damit rechnen, erneut stärkste politische Kraft zu werden. Es ist aber unsicher, ob die AKP ihr eigentliches Wahlziel einer verfassungsändernden Mehrheit erreichen kann. Die AKP will mit Hilfe von Verfassungsänderungen ein Präsidialsystem einführen, das Staatschef Erdogan weitreichende Machtbefugnisse einräumen würde.

Inland

Abu-Dhabi-Fotos: Österreicher kommt mit Geldstrafe davon

Ein österreichischer Architekt, der verbotenerweise die iranische Botschaft im Emirat Abu Dhabi und weitere Gebäude fotografiert hatte, ist heute vor Gericht gestanden. Laut Außenministeriumssprecher Martin Weiss kam er mit einer geringen Geldstrafe von etwa 50 Euro davon.

Der Mann war wegen der Fotos mehrere Tage in Haft gewesen und seit Wochen in dem Land festgehalten worden. Ihm hatte auch eine Haftstrafe wegen Terrorismus gedroht. Das Gericht folgte nun jedoch der Argumentation des Angeklagten, dass kein Vorsatz vorlag, da er die Beschilderung übersehen habe.

Der Österreicher darf das Land in etwa zehn Tagen verlassen, sobald die schriftliche Ausfertigung des Urteils vorliegt. Zudem besteht kein Einreiseverbot, weshalb er das Land auch in Zukunft wieder besuchen darf. Der Architekt wurde von der österreichischen Botschaft betreut und ist laut Weiss froh, dass die Angelegenheit damit erledigt ist.

Sondernationalrat zum Thema Kontenöffnung kommt

Bankgeheimnis und Kontenöffnung beschäftigen demnächst den Nationalrat: Team Stronach (TS) und NEOS bringen morgen gemeinsam ein Verlangen zur Einberufung einer Sondersitzung ein. Im Zentrum steht die Behandlung eines Dringlichen Antrags zum Thema „Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürgerinnen und Bürger“, wie es heute in einer gemeinsamen Aussendung hieß.

Die beide Oppositionsfraktionen können aufgrund mangelnder Größe nur gemeinsam eine Sondersitzung beantragen. Dabei soll sich Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) den Abgeordneten stellen.

„Unter dem Deckmäntelchen der Abgabenprüfung bzw. Betrugsbekämpfung im Rahmen der Steuerreform werden Unternehmer und Bürger unter Generalverdacht gestellt“, kritisierte TS-Klubobfrau Waltraud Dietrich. Künftig solle ein vager Verdacht ausreichen, um Konten durch Behörden öffnen zu lassen. „Diese willkürliche Schnüffelei muss gestoppt werden“, so Dietrich.

Ähnlich argumentierte NEOS-Klubobmann Matthias Strolz: Von NEOS gebe es ein klares Bekenntnis zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Schwarzgeldkonten, NEOS akzeptiere aber „keine Öffnung von Konten ohne richterlichen Beschluss. Hier verlangen wir einen Offenbarungseid der Regierungsparteien, aber auch der Grünen, wie viel ihnen die Bürgerrechte noch wert sind.“

Steßl kündigt Reduktion von Beamten-Überstunden an

Die Zahl der Überstunden im Bundesdienst soll weiter reduziert werden. Die zuständige Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) will damit einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ einsparen. Der Plan ist Teil der Vereinbarung zur weiteren Senkung der Verwaltungskosten.

Im Bundesdienst ist die Zahl der Überstunden seit 2012 bereits um fast 580.000 reduziert worden. 71 Prozent der Überstunden werden von Beamten geleistet, der Rest von Vertragsbediensteten. Knapp die Hälfte der Überstunden fällt im Innenministerium bei der Polizei an. Im Schnitt leistet ein Bediensteter pro Woche 1,8 Überstunden. Im Vorjahr hatte der Bund 390,5 Millionen Euro für die Vergütung von Überstunden aufgewendet. Das waren 4,5 Prozent der Gesamtpersonalkosten von 8,4 Milliarden Euro.

Eine konkrete Zahl zur Überstundenreduzierung wollte Steßl zwar nicht nennen, sie stellte aber fest: „Ich sehe hier insgesamt ein Einsparungspotenzial in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionenbetrags pro Jahr.“ Ausgenommen von dieser Überstundenreduzierung sind jedoch die Exekutive im Sinne der Sicherheit und auch die Bildung. Diese beiden Bereiche sind auch vom Stellenabbau ausgenommen.

Sport

French Open: Auftaktsieg für Thiem in Paris

Dominic Thiem hat heute zum zweiten Mal nach 2014 die zweite Runde bei den French Open erreicht. Der mit seinem Nizza-Turniersieg im Gepäck nach Paris gereiste Niederösterreicher setzte sich gegen den Briten Aljaz Bedene in vier Sätzen durch.

In der nächsten Runde bekommt es der 21-jährige Weltranglisten-31. mit Pablo Cuevas aus Uruguay zu tun. Auch die beiden anderen Österreicher, Andres Haider-Maurer und Jürgen Melzer, bestreiten noch heute ihre Auftaktpartien.

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Bundesliga: Salzburg feiert die Meisterschaft

Im Konfettiregen hat Kapitän Jonatan Soriano gestern den Meisterteller in den Salzburger Himmel gestemmt, ehe die „Bullen“ feiernd die Nacht zum Tage machten. Vor und mit den eigenen Fans konnte die Red-Bull-Mannschaft von Trainer Adi Hütter bzw. des nach Leipzig abgehenden Sportdirektors Ralph Rangnick den ersten nationalen Triumph 2015 begießen - der zweite soll am 3. Juni im Cupfinale gegen die Austria folgen. „Es war extrem schwer“, sagte ein erleichterter Marcel Sabitzer, der die Salzburger im Sommer gemeinsam mit einigen anderen Leistungsträgern verlassen dürfte.

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Formel 1: Mercedes zeigt nach Taktik-Fiasko Reue

65 Runden lang ist Lewis Hamilton gestern beim Großen Preis von Monaco einem souveränen Start-Ziel-Sieg entgegengefahren. Dann holte ihn die Mercedes-Box während einer Safetycar-Phase zum Reifenwechsel herein und bremste den Weltmeister unsanft aus. Bittere Konsequenz für den britischen WM-Leader: Teamrivale Nico Rosberg zog vorbei und gewann vor Sebastian Vettel und Hamilton. „Es war eine komplette Fehleinschätzung, es tut mir so leid“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. „Wir haben es vermasselt.“

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Wirtschaft

Technik aus Wien entwertet Bargeld per Fernsteuerung

Das österreichisch-deutsche Technologieunternehmen EDAQS hat ein elektronisch entwertbares Bargeld entwickelt. Dazu werden Banknoten mit einem verschlüsselten RFID-Funkchip ausgestattet und können dadurch ferngesteuert entwertet werden, berichtet das Wirtschaftsmagazin „trend“ in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.

Mittels entsprechender Terminals, ob bei Banken oder in Geschäften, weiß das „DICE“ genannte Geldsystem stets, wo sich welche Banknote befindet. Die Privatsphäre der Nutzer bleibt dem Bericht zufolge wie beim heutigen Bargeldsystem gewahrt, gleichzeitig sollen sich bargeldbezogene Verbrechen mit dem elektronischen Bargeld effektiv verhindern lassen, da Banknoten, die in falsche Hände gelangen, ferngesteuert entwertet werden können.

Erste Verhandlungen mit Interessenten

„Unser System adressiert alle Bedenken, die heute gegenüber herkömmlichem Bargeld bestehen“, so wirde Daryl de Jori, einer der Gründer von EDAQS, zitiert. Erste Interessenten für das neue Bargeld gebe es bereits. EDAQS verhandle mit der russischen Zentralbank, auch Vertreter der australischen Regierung reisen Anfang Juni für Verhandlungen nach Wien, so das Magazin.

Streit um Gaddafi-Millionen auf Malta

Libyens Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi ist seit über dreieinhalb Jahren tot, aber die im Ausland gebunkerten Millionen seines Familienclans geben immer noch Rätsel auf. Zuletzt berichtete das „Wall Street Journal“ über einen Rechtsstreit zwischen Libyen und Malta über Konten von Gaddafis viertältestem, ebenfalls 2011 getötetem Sohn Mutassim. Der galt als Playboy und als nicht unbedingt sparsam, umgab sich gerne mit Models und Popstars, hatte aber offenbar trotzdem viel Geld auf der hohen Kante. Woher es kam, ist die große Frage. Malta jedenfalls will die Millionen nicht herausrücken.

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Chronik

Drei Tote bei Überschwemmungen in Texas

Bei starken Regenfällen und Überschwemmungen in den US-Bundesstaaten Texas und Oklahoma sind gestern mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Bis zu acht Menschen galten nach örtlichen Medienberichten als vermisst.

Die Fluten richteten zudem schwere Schäden an. Allein in Hays County in Texas wurden rund 400 Häuser von den Wassermassen zerstört, weitere 1.000 Häuser wurden nach Angaben des Senders CNN beschädigt.

Die Meteorologen prophezeien der Region höchstens langsame Entspannung. (iptv.ORF.at)

„Es gibt bei uns einige Straßen, in denen noch ein oder zwei Häuser stehen, der Rest sind nur Trümmerhaufen“, sagte Kharley Smith, Koordinatorin der Nothilfe. Die Bewohner wurden in Notunterkünften untergebracht.

Starkes Erdbeben ließ Gebäude in Tokio wanken

Ein starkes Erdbeben hat heute das Ballungsgebiet von Tokio erschüttert. Die Erdstöße brachten in der japanischen Hauptstadt Gebäude zum Wanken, der U-Bahn-Verkehr wurde kurzfristig gestoppt. Zunächst wurde eine Stärke von 5,6 gemessen, später hieß es 5,3.

Das Epizentrum lag im Norden der Präfektur Saitama, nördlich von Tokio, wie die japanischen Behörden mitteilten. Eine Tsunamigefahr bestand nicht.

Straße über Gotthardpass nach Felssturz gesperrt

Nach einem Felssturz ist die bekannte Straße über den Gotthardpass für mehrere Wochen gesperrt worden. Große Steinbrocken seien in den vergangenen Tagen vom Gebirgskamm herabgestürzt, teilte das Schweizer Bundesamt für Straßen heute mit. Sie seien zwar von Überdachungen der Straße abgefangen worden, jedoch drohten inzwischen wegen anhaltender Regenfälle weitere Blöcke nachzurutschen.

Direkt betroffen ist der Abschnitt zwischen Göschenen und Andermatt (beide Kanton Uri). Spezialisten arbeiteten mit Hochdruck an der Sicherung der gefährdeten Stellen, erklärte die Behörde.

Die Straße über den 2.106 Meter hohen Pass war seit dem Mittelalter bis zur Fertigstellung des Gotthard-Straßentunnels 1980 eine der bedeutendsten Alpenpassagen. Heute wird sie wegen der malerischen Aussichten gern von Touristen genutzt. Viele Autofahrer entscheiden sich aber auch für den Pass, um Staus vor dem Gotthard-Tunnel auszuweichen. Gerade zu Pfingsten gab es dort wieder längere Wartezeiten.

Kultur

Jazztrompeter Marcus Belgrave gestorben

Der Jazztrompeter Marcus Belgrave ist tot. Der Musiker starb gestern im Alter von 78 Jahren nahe seiner Heimatstadt Detroit im US-Bundesstaat Michigan an Herzversagen, wie die „Detroit Free Press“ heute berichtete. Belgrave zählte zu den einflussreichsten Jazzmusikern seiner Generation und stand unter anderem mit Ray Charles und Dizzy Gillespie auf der Bühne.

Noch am Sterbebett habe der Trompeter andere Musiker zu Jamsessions eingeladen, hieß es in dem Bericht. Insbesondere in Detroit galt Belgrave als Legende. „Er war ein Mentor für Generationen von Musikern“, sagte der Bassist Rodney Whitaker der Zeitung. Belgrave begann seine Karriere im Alter von zwölf Jahren, Ende der 50er spielte er bereits an der Seite des Pianisten Charles.

Der legendäre Bandleader und Bassist Charles Mingus bedauerte später, dass er den Trompeter nicht davon überzeugen konnte, seine Heimatstadt zu verlassen, um seiner Band in New York beizutreten. „Mit Marcus Belgrave hätte ich die beste Band der Welt“, sagte Mingus 1975 in einem Interview. Eine noch größere Karriere blieb Belgrave, der auch als Musiklehrer arbeitete und Workshops leitete, daher wohl verwehrt.

Goldene Palme von Cannes für Flüchtlingsdrama

Die Goldene Palme des Filmfestivals von Cannes geht an das Flüchtlingsdrama „Dheepan“ des Regisseurs Jacques Audiard. Auch die zweitwichtigste Ehrung - der Große Preis der Jury - ging gestern an ein gesellschaftspolitisches Drama: den düsteren Holocaust-Film „Sauls Sohn“ von Laszlo Nemes. Gleich zwei Schauspielerinnen - Rooney Mara und Emmanuelle Bercot - wurden als beste Darstellerinnen gekürt. Bester Schauspieler ist der Franzose Vincent Lindon.

Mehr dazu in Lindon bester Schauspieler

Song Contest

Das Megaevent in Zahlen

Der Song Contest ist die größte TV-Unterhaltungsshow der Welt. Das lässt sich auch in Zahlen ausdrücken - und die sind schon ziemlich beeindruckend. Schließlich haben in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten Tausende Menschen zusammengearbeitet, um das Spektakel auf die Beine zu stellen, das Samstagabend mit dem Sieg von Mans Zelmerlöw aus Schweden seinen krönenden Abschluss fand.

Mehr dazu in songcontest.ORF.at

Leute

Die zehn reichsten Österreicher

Wie in den Jahren zuvor führen die Familien Porsche und Piech auch heuer unangefochten das Ranking der zehn reichsten Österreicher an, das vom Wirtschaftsmagazin „trend“ jährlich erstellt wird. Ihr Vermögen hat sich demnach seit dem Vorjahr von 44,8 auf 65 Milliarden Euro erhöht. Auf dem zweiten Platz liegt Red-Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz mit 7,6 Milliarden Euro vor der Familie Flick mit 7,2 Milliarden Euro.

Mehr dazu in oesterreich.ORF.at

Lifestyle

Isländische Studenten entwickelten Shampoo aus Kuh-Urin

Hammelhoden, faules Haifischfleisch, Walmehl-Bier - die isländische Nahrungs- und Genussmittellandschaft steckt voller Überraschungen. Dazu gesellt sich nun ein ungewöhnliches Haarpflegemittel: Jungunternehmer aus Reykjavik entwickelten auf Basis traditioneller Rezepturen ein Shampoo aus Kuh-Urin.

Das vitaminreiche, angeblich nach Rosen duftende Produkt soll unter dem Namen „Q Shampoo“ regulär vermarktet werden. Eine Prototypenserie habe vor allem unter älteren Käufern reißenden Absatz gefunden, berichtete das isländische TV am Wochenende.

Nun wollen die Studenten prüfen, ob sich Kuh-Urin auch zur Herstellung von Waschmittel eignet. Die Entwicklung des Shampoos geschah im Rahmen eines Innovationslehrgangs an der Universität in Reykjavik.

„Solar Impulse“ kann doch nicht starten

Das Schweizer Solarflugzeug „Solar Impulse“ kann doch nicht weiterfliegen. Der für heute Abend geplante Abflug sei wegen schlechten Wetters verschoben worden, teilte das „Solar Impulse“-Team am Nachmittag mit. In der Nacht hatten die Verantwortlichen noch verlauten lassen, das Solarflugzeug könne am Abend zur nächsten Etappe über den Pazifik abheben.

Die geplante Strecke vom chinesischen Nanjing nach Hawaii ist die längste bisher und soll fünf Tage dauern. Wegen einer Kaltfront über dem Pazifik hätte sich die Flugdauer auf sieben Tage verlängert, hieß es in der Mitteilung. Das wäre für den Piloten Andre Borschberg kritisch geworden.

Zudem seien am ersten Flugtag Wolken aufgekommen, wodurch „Solar Impulse“ seine Solarzellen nur beschränkt hätte aufladen können, hieß es. Der Abflug war schon mehrmals verschoben worden. Das Pionierfluggerät, dessen vier Elektromotoren von 17.000 Solarzellen betrieben werden, hätte eigentlich schon am 5. Mai China verlassen sollen.