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Ausland

EU-Parlament wählt neuen Präsidenten

Das EU-Parlament wählt heute seinen neuen Präsidenten. Um die Nachfolge des scheidenden Parlamentspräsidenten Martin Schulz bewerben sich sieben Abgeordnete: Da keiner der Bewerber mit einer absoluten Mehrheit der Stimmen rechnen kann, könnte es am Abend eine Stichwahl zwischen den beiden zuletzt bestplatzierten Bewerbern geben.

Für die Europäische Volkspartei (EVP) geht der ehemalige EU-Kommissar Antonio Tajani aus Italien ins Rennen, für die Sozialdemokraten (SPE) deren italienischer Fraktionschef Gianni Pittella. Außerdem kandidieren der Chef der Liberalen (ALDE), Belgiens Ex-Premier Guy Verhofstadt, sowie Vertreter von vier anderen kleineren Fraktionen.

Das Mandat des neuen Präsidenten gilt bis zur nächsten Europawahl Mitte 2019. Der Ausgang des Votums ist nach Einschätzung vieler Abgeordneter völlig offen. Der deutsche Sozialdemokrat Schulz wechselt in die deutsche Bundespolitik.

Kurz bei Poroschenko: Humanitäre Lage verbessern

Da eine baldige Lösung des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland nicht in Sicht ist, muss zumindest die humanitäre Lage der Menschen in der Ostukraine verbessert werden. Diesen bereits zuvor gewonnenen Eindruck bekam Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) als amtierender OSZE-Vorsitzender gestern bei einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in Kiew bestätigt.

Probleme bei Strom- und Wasserversorgung

In den zwischen der ukrainischen Armee und den nach Russland tendierenden Separatisten umkämpften Regionen Donezk und Luhansk seien nicht weniger als drei Millionen Menschen von humanitärer Hilfe abhängig, erinnerte Kurz am späten Abend in der ukrainischen Hauptstadt an die Dimensionen dieses Konflikts. Es gebe in der Region beispielsweise keine Postverbindungen und mitunter dramatische Schwierigkeiten bei der Strom-, Wasser- und Nahrungsmittelversorgung.

Junge geflüchtet, Pflegebedürftige noch hier

Die Jugend sei großteils verschwunden, dafür viele pflegebedürftige Menschen zurückgeblieben, resümierte der Außenminister noch einmal seine Eindrücke von seiner ersten OSZE-Reise in diesem Jahr, die ihn Anfang Jänner direkt in das Krisengebiet geführt hatte. Erschwerend kommt hinzu, dass die ukrainischen Behörden nach wie vor keine Pensionen in die von den Rebellen dominierten Regionen auszahlen.

Angesichts solcher Missstände will Kurz bei seinen Besuchen in Kiew, wo er Außenminister Pawlo Klimkin treffen wird, und in Moskau, wo morgen ein Gespräch mit dem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow auf dem Programm steht, vor allem ausloten, welche Schritte es zu Unterstützung der leidgeprüften Bevölkerung geben könnte.

„Gehen auf beide Seiten zu“

„Wir gehen auf beide Seiten zu“, skizzierte der ÖVP-Politiker sein Verständnis für die Rolle, die er als österreichischer Außenminister während des heurigen Vorsitzes in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) einnehmen will.

Als OSZE-Vorsitzender wolle er durch Gespräche „mit beiden Seiten“ erörtern, welche Möglichkeiten es geben kann, die in der Region tätige Sonderüberwachungsmission (SMM) zu stärken. Diese OSZE-Einheit ist seit fast drei Jahren präsent, um eine Ausweitung des bewaffneten Konflikts zwischen Armee und Separatisten zu verhindern. Etwa 600 Militärbeobachter sind in den umkämpften Regionen Donezk und Luhansk tätig, knapp 100 weitere im Rest des Landes.

Neuwahl in Nordirland am 2. März

Die Nordiren müssen am 2. März ein neues Regionalparlament wählen. Das gab der britische Nordirland-Minister James Brokenshire gestern bekannt. Zuvor war eine Frist zur Beilegung der Regierungskrise in dem Landesteil abgelaufen.

Die katholische Sinn-Fein-Partei nominierte keinen Nachfolger für den in der vergangenen Woche zurückgetretenen Vizeregierungschef Martin McGuinness. Damit gilt die Koalitionsregierung mit der protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) als gescheitert.

Auslöser der Krise war ein misslungenes Förderprogramm für erneuerbare Energien in Heizanlagen. Die britische Premierministerin Theresa May hatte heute noch vergeblich per Telefon versucht, den Streit zu schlichten. McGuinness ist krank. Er betonte jedoch, dass das nichts mit seinem Rücktritt zu tun habe. Dem Karfreitagsabkommen zufolge muss die nordirische Regierung aus einer Koalition von Katholiken und Protestanten gebildet werden.

Obama warnt Trump vor Abkehr von Atomdeal mit Iran

US-Präsident Barack Obama hat seinen Nachfolger Donald Trump davor gewarnt, das Atomabkommen mit dem Iran über Bord zu werfen. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Erklärung hieß es gestern, die USA müssten anerkennen, dass dieser Deal das „Ergebnis jahrelanger Arbeit“ sei.

Es handle sich um ein funktionierendes Abkommen, das zwischen den Weltmächten, „nicht nur zwischen den USA und dem Iran“ getroffen worden sei. Die vor einem Jahr in Kraft getretene Vereinbarung habe „wesentliche und konkrete Ergebnisse dabei erzielt, die USA und die ganze Welt sicherer zu machen“, erklärte das Weiße Haus. Das Abkommen hindere den Iran an der Entwicklung der Atombombe.

US-Außenminister John Kerry verteidigte das Abkommen ebenfalls. Es habe eine „entscheidende nukleare Bedrohung“ gelöst, ohne dass ein Schuss gefallen oder ein Soldat entsendet worden sei, erklärte er.

Trump: „Eines der schlechtesten Abkommen“

Die Äußerungen richteten sich implizit an Trump, der in einem Interview mit zwei Zeitungen gesagt hatte, er halte die Atomvereinbarung mit Teheran für „eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind“. Er wolle sich aber nicht in die Karten schauen lassen, sagte er zur Frage einer möglichen Neuverhandlung des Deals.

Das Atomabkommen mit dem Iran war nach jahrelangen Verhandlungen vor einem Jahr in Kraft getreten. Geschlossen hatten es die fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland mit dem Iran. Das deutsche Auswärtige Amt erklärte dazu am Montag, die Vereinbarungen „halten und werden eingehalten“. Das Abkommen stelle sicher, „dass das iranische Atomprogramm ausschließlich friedlichen Zwecken dient“.

Irakische Armee eroberte Grabmal des Propheten Jonas

Die irakischen Regierungstruppen haben bei ihrer Offensive gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gestern in der Stadt Mossul das Gelände erobert, auf dem einst das Grabmal des Jonas stand. „Wir haben die Kontrolle über das Gebiet Nabi Junes übernommen und auf dem Grabmal die irakische Flagge gehisst“, sagte der Sprecher der Anti-Terror-Einheit CTS, Sabah al-Noman.

Die Offensive auf Mossul, die am 17. Oktober begann, wird von der durch die USA angeführten Anti-IS-Koalition durch Luftangriffe unterstützt. Auch kurdische Peschmerga-Einheiten sind beteiligt. Die Truppen kontrollieren nach eigenen Angaben inzwischen 90 Prozent des Ostteils von Mossul.

Bei seinem Vormarsch 2014 sprengte der IS im Juli 2014 das Grabmal von Nabi Junus (Prophet Jonas), der im Judentum, im Christentum und im Islam verehrt wird. Der Prophet Jonas wurde nach der biblischen Überlieferung von Gott nach Ninive - der antike Name Mossuls - gesandt, um ein Strafgericht anzukündigen.

Frau von Orlando-Nachtclub-Attentäter festgenommen

Sieben Monate nach dem Anschlag auf einen Schwulenclub in Orlando ist die Ehefrau des Attentäters festgenommen worden. Die Frau sei gestern in dem kalifornischen Ort Rodeo in Haft genommen worden, sagte ein Sprecher der US-Bundespolizei FBI. Medien hatten zuvor berichtet, sie stehe im Verdacht, von den Anschlagsplänen ihres Mannes gewusst zu haben.

Der Attentäter Omar Mateen erschoss im vergangenen Juni in dem Club Pulse in Orlando im US-Staat Florida 49 Menschen und verletzte weitere 53, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Der Attentäter hatte sich zuvor offenbar durch dschihadistische Propaganda im Internet radikalisiert.

Inland

Sobotka will nicht Pröll nachfolgen

Der Innenminister und frühere niederösterreichische Finanzlandesrat, Wolfgang Sobotka (ÖVP), hat eigenen Aussagen zufolge keine Ambitionen auf die Nachfolge des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (ÖVP). „Ich bin gerne Innenminister und unterstütze Hanni Mikl-Leitner“, sagte Sobotka gestern Abend in der ZIB2. Morgen findet eine Vorstandssitzung der niederösterreichischen ÖVP statt, bei der zum einen ein Termin für den im Frühjahr geplanten Parteitag festgelegt wird und Pröll zum anderen die Partei über seine Zukunftspläne informieren könnte.

Pröll überlegt seit Weihnachten, ob er sich aus der Politik zurückziehen soll, teilte sein Büro am Wochenende mit. Als Favoritin für eine etwaige Nachfolge gilt die frühere Innenministerin und Finanzlandesrätin Johanna Mikl-Leitner. Ambitionen wurden zuletzt auch Agrarlandesrat Stephan Pernkopf und Sobotka nachgesagt.

Sobotka verteidigt Pröll-Privatstiftung

Sobotka verteidigte im ZIB2-Interview zudem die in die Kritik geratene „Dr. Erwin Pröll-Privatstiftung“. „Kein einziger Euro an Landesgeld ist unrechtmäßig oder unkonform verwendet worden“, so Sobotka. Alle Verdachtsmomente würden sich in Luft auflösen.

Sobotka sprach von „Anschüttungen“ gegen den Landeshauptmann. Es sei kein Zufall, dass die Veröffentlichung ausgerechnet jetzt erfolgte, wo Pröll über seine Zukunft nachdenke. Der Rechnungshof (RH) hatte zuvor eine „demnächst“ stattfindende Überprüfung der Privatstiftung angekündigt. In der Causa ist - wie kurz später bekanntwurde - auch die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) aktiv.

Mehr dazu in Vorarbeiten eingeleitet

Strolz will Strafen für intransparente Länder

NEOS-Obmann Matthias Strolz will jene Bundesländer belangen, welche die Transparenzdatenbank nicht befüllen. „Es sollte einen Strafzoll für jene Landesfürsten geben, die hier säumig sind“, sagte er am Rande der NEOS-Klubklausur im niederösterreichischen Retz. Die Höhe sollte 50 Millionen Euro jährlich betragen. Strolz erhofft sich dadurch Einsparungen und ein Eindämmen der „strukturellen Korruption“.

„Strukturelle Korruption“

„Wenn Transparenz hinein kommt, dann wird automatisch Geld frei im Budget“, meint der NEOS-Chef - „weil sich manche Muster der strukturellen Korruption sofort aufhören“. Das vollständige Befüllen der Transparenzdatenbank solle mit 1. Juli stattfinden, verankert werden solle die Maßnahme im Finanzausgleich. Ab diesem Datum fordert Strolz von der Regierung auch die vorgezogene Abschaffung der kalten Steuerprogression.

NEOS gibt sich neues Wirtschaftsprogramm

Seit gestern tagt der Parlamentsklub der NEOS in Retz, im Mittelpunkt steht dabei das neu erarbeitete Wirtschaftsprogramm der Oppositionspartei. Den Kampf hat man dabei nicht nur der Regierungspolitik angesagt, sondern auch dem Kammersystem. So fordert NEOS die Befreiung von Ein-Personen-Unternehmen von der Zwangsmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer. Zwar seien derartige Institutionen wichtig, müssten ihre Aufgabe aber neu definieren, findet Strolz.

Trotz aller Kritik sieht der NEOS-Chef Schnittpunkte mit den Regierungsparteien. So habe es von Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern zumindest das Bekenntnis zum Unternehmertum gegeben. „Sympathien“ gibt es auch für die jüngsten Ausführungen von Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP). „Er ist ja schon ein bisschen ein NEOS“, meinte Strolz, der sich nun in einem Brief an Schelling gewandt hat und das Gespräch mit dem Minister sucht.

Schelling fordert neues Sparpaket

Nach Kanzler und Vizekanzler hat nun auch Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) seine Reformpläne in einer rund einstündigen Rede skizziert - und sie lesen sich streckenweise wie ein Kontrastprogramm zu „Plan A“ von Kanzler Christian Kern (SPÖ).

Schelling forderte gestern ein neues Sparpaket und sprach sich zugleich gegen neue Steuern aus. Um sein Ziel zu erreichen - und gleichzeitig die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weiter zu entlasten -, sprach auch Schelling genau jene Reformen an, die seit Jahren immer wieder versprochen, aber nie umgesetzt werden.

Mehr dazu in Drei Grundsätze

BZÖ-Broschüre: Scheuch, Dörfler und Dobernig vor Gericht

Nach jahrelangem juristischen Tauziehen beginnt heute am Landesgericht Klagenfurt der Prozess gegen die freiheitlichen Ex-Mitglieder der Kärntner Landesregierung Gerhard Dörfler, Uwe Scheuch und Harald Dobernig wegen der Causa BZÖ-Wahlbroschüre. Ebenfalls angeklagt sind Stefan Petzner und zwei Vorstände der Landesimmobiliengesellschaft (LIG). Den Angeklagten wird Untreue vorgeworfen.

Eine Werbebroschüre und ein Werbefilm für den Wirtschaftsstandort Kärnten wurden zu Wahlkampfmaterial des BZÖ umgestaltet, finanziert vom Land Kärnten. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) beziffert den Schaden in der Anklage mit 219.000 Euro.

Der Gutachter Georg Jeitler hatte festgestellt, die Broschüre hätte einen Nutzen für die Partei gebracht, jedoch so gut wie keinen Werbewert für Kärnten. Dörfler, er ist als FPÖ-Bundesrat politisch noch aktiv, wird zudem vorgeworfen, er habe bei einem Bauvorhaben des Landes von der Firma, die den Zuschlag erhielt, einen „Sponsorbeitrag“ verlangt. Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu drei Jahre Haft, Richter Christian Liebhauser-Karl hat vorerst 13 Verhandlungstermine festgelegt.

Sport

Fußball: Guardiola hakt Meistertitel ab

Die deutliche 0:4-Niederlage von Manchester City bei Everton hat bei Coach Josep Guardiola tiefe Spuren hinterlassen. Nach dem perfekten Saisonstart mit zehn Siegen in zehn Spielen sind die „Citizens“ nun sogar aus den CL-Plätzen rausgefallen. Der Spanier zog daraus die Konsequenzen und hakte den Titelkampf ab. „Ich hab meinen Spielern gesagt, sie sollen die Tabelle vergessen“, erklärte Guardiola, der für die Höhe der Niederlage keine Antworten hatte. Die britische Presse sparte indes nicht mit herber Kritik.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Bottas wird Rosberg-Nachfolger

Nach längerem Tauziehen hat Mercedes einen Nachfolger für den Anfang Dezember zurückgetretenen Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg gefunden. Der Finne Valtteri Bottas erhielt von Williams die Freigabe für einen Wechsel und wird für die Saison 2017 Teamkollege von Lewis Hamilton.

Das Cockpit von Bottas übernimmt der Brasilianer Felipe Massa, der seine Karriere eigentlich bereits mit Saisonende 2016 beendet hatte.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Grillitsch geht neue Wege

Florian Grillitsch geht innerhalb der deutschen Bundesliga neue Wege. Der österreichische U21-Teamspieler wechselt im Sommer von Werder Bremen zu Hoffenheim. Der Abgang des 21-jährigen Niederösterreichers kommt überraschend, weil sich Grillitsch zuletzt bei Werder etabliert hatte. Für Hoffenheim ist der Österreicher aber ein „Wunschtransfer“, der mit viel Vorschusslorbeer bedacht wird.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

Konzerne verpflichten sich zu Einsatz von weniger Plastik

In einem Schritt zum Schutz der Meere haben sich 40 der größten Konzerne der Welt dazu verpflichtet, weniger und umweltfreundlicheres Plastik zu verwenden. Die Unternehmen wie Procter and Gable, Unilever, Coca-Cola, Danone und Dow Chemical schlossen sich gestern im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums von Davos einer Initiative der britischen Seglerin Ellen MacArthur an.

Sollte nicht rasch etwas getan werden, würden die Weltmeere im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische enthalten, warnten die Unterzeichner. 20 Prozent der weltweiten Plastikproduktion könnten mit Gewinn wiederverwertet und weitere 50 Prozent recycled werden, statt auf Mülldeponien zu landen und die Ozeane zu verschmutzen.

Der Nahrungs- und Putzmittelkonzern Unilever verpflichtete sich beispielsweise, bis zum Jahr 2025 nur noch voll wiederverwertbare, recyclingfähige oder kompostierbare Plastikverpackungen einzusetzen.

Kampf gegen Hyperinflation: Größere Scheine in Venezuela

Mit einem Monat Verzögerung hat in dem von einer Hyperinflation betroffenen Venezuela die Ausgabe größerer Geldscheine begonnen. Seit gestern sind auch Scheine im Wert von 500, 5.000 und 20.000 Bolivares erhältlich. Zudem soll es bald Scheine im Wert von 1.000, 2.000 und 10.000 Bolivares geben.

Eigentlich sollte die Ausgabe schon Mitte Dezember beginnen, aber in dem von einer dramatischen Versorgungskrise gebeutelten Land mit den größten Ölreserven der Welt fehlte es an Papier zum Gelddrucken. Das Geld war zunächst nur an Bankschaltern, aber noch nicht an Automaten erhältlich.

Bisher ist der 100er-Schein der größte. Da es aber auf dem Schwarzmarkt für einen Euro bis zu 3.700 Bolivares gibt, macht das bereits mindestens 37 Scheine. Größere Rechnungen werden mit Tüten voller Geld bezahlt.

Venezuela kämpft mit der höchsten Inflation weltweit. Experten rechnen mit 600 bis 700 Prozent Teuerung. Der 100er-Schein wurde bereits für wertlos erklärt. Da sich die Ausgabe der Scheine aber verzögerte, verlängerte der sozialistische Präsident Nicolas Maduro die Gültigkeit der Scheine bis mindestens 20. Februar.

Supermarkt-Eigenmarken überholen Red-Bull-Energydrinks

Die Energydrink-Eigenmarken der Händler haben dem ehemaligen Platzhirsch in diesem Segment, Red Bull, den Rang abgelaufen. Der S-Budget-Muntermacher sei 2016 mit 45,7 Millionen Dosen bei Spar fast doppelt so oft verkauft worden wie Red Bull, gab das Unternehmen gestern bekannt.

Auch bei Billa, Merkur und Co. liege der Clever-Energydrink mengenmäßig seit Jahren deutlich über Red Bull, hieß es auf APA-Anfrage, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Entscheidendes Kriterium dürfte wohl der Preis sein. Red Bull kostet gut dreimal so viel wie die Energydrinks der Händler. Weltweit erzielt Red Bull nach wie vor Wachstumsraten. Im Jahr 2015 hat der Konzern 5,957 Milliarden Dosen verkauft, um rund sechs Prozent mehr als 2014. Neuere Zahlen liegen noch nicht vor.

Chronik

Zehn Menschen bei Bandenkämpfen in Mexiko getötet

Im Südwesten von Mexiko haben Unbekannte zehn Menschen getötet. In Chilpancingo im Teilstaat Guerrero entdeckten die Sicherheitskräfte sechs verstümmelte Leichen in einem Geländewagen, wie die Regionalregierung gestern mitteilte.

An einer Landstraße in der Unruheprovinz wurden zwei Tote mit Schussverletzungen gefunden. In einem Haus in der Ortschaft Chilapa entdeckte die Polizei zwei weitere Leichen mit Folterspuren.

Die Morde stünden vermutlich im Zusammenhang mit Revierkämpfen zwischen rivalisierenden Banden, sagte der Sprecher der örtlichen Sicherheitsbehörden, Roberto Alvarez Heredia. In dem Gebiet wird Mohn für die Opiumproduktion angebaut. Mehrere kriminelle Organisationen ringen um die Kontrolle der Region.

IT

Facebook will akustische Hilfen für Blinde einführen

Facebook will das größte soziale Netzwerk mithilfe künstlicher Intelligenz besser nutzbar machen für Blinde und andere Behinderte. Das gehöre zu den Vorhaben, an denen Facebook derzeit arbeite, sagte Geschäftsführerin Sheryl Sandberg der „Bild“-Zeitung (Dienstag). Als Beispiel nannte sie eine akustische Hilfe für Blinde.

„Facebook liest ihnen das Foto vor, das ein Freund gepostet hat: Hier steht mein Freund Mark neben seiner Frau. Das wollen wir immer weiter verfeinern, damit Menschen mit allen möglichen Behinderungen Facebook nutzen können und ‚erkennen‘, was ihre Freunde für sie gepostet haben“, sagte Sandberg. Facebook hat als weltgrößtes soziales Netzwerk nach eigenen Angaben knapp 1,8 Milliarden monatliche Nutzer.

„Wollen keine ‚Fake News‘“

Sandberg sieht ihr Unternehmen unterdessen im Kampf gegen falsche Nachrichten, sogenannte Fake News, in der Verantwortung. "Ich glaube, wir alle sind uns über die Ziele einig. Die Menschen wollen keine ‚Hoaxes‘, keine Falschmeldungen auf Facebook sehen, wir wollen sie nicht zeigen und wir wollen nicht, dass Leute damit Geld verdienen, so Sandberg. Die Frage sei, wie man das mit 1,79 Milliarden monatlichen Nutzern hinbekomme.

„Wir sagen ganz klar: Wir wollen nicht entscheiden, was die Wahrheit ist. Und ich glaube, niemand will, dass wir das tun“, sagte Sandberg. „Also müssen wir mit Dritten zusammenarbeiten, die Experten sind - mit dem gerade verkündeten Facebook Journalismus Projekt, zum Beispiel“, sagte Sandberg. Das Unternehmen hatte zuletzt angekündigt, das eigene soziale Netzwerk künftig sauberer halten zu wollen und Falschmeldungen zu kennzeichnen.

Gesundheit

Pest in Madagaskar ausgebrochen

Im Süden Madagaskars sind 27 Menschen der Pest zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Menschen haben sich in den Regionen Atsimo-Atsinanana und Ihorombe mit der Pest infiziert, wie es in einer gestern verbreiteten Mitteilung der Gesundheitsbehörden hieß.

Neben der Beulenpest gebe es auch fünf Fälle der leicht übertragbaren Lungenpest. Noch seien nicht alle Fälle durch Labortests bestätigt worden. Vergangene Woche wurden laut Angaben telefonisch etwa 30 weitere Pestfälle aus abgeschiedenen Dörfern in Ihorombe gemeldet. Dafür gibt es aber noch keine Bestätigung der Behörden.

Die Beulenpest wird durch einen Floh verbreitet, der sich gerne Ratten zum Wirt nimmt. Sie führt zu geschwollenen Lymphknoten. Die Lungenpest hingegen gelangt über die Atemluft von Mensch zu Mensch. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Bei früher Diagnose sind die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. Madagaskar weist die meisten Pestfälle weltweit auf. Seit 2010 zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dort rund 500 Pesttote.

Religion

Streit in Tschechien wegen Papst-Einladung zu Gedenkfeier

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat Papst Franziskus zu einem Besuch nach Tschechien eingeladen und damit für Diskussionen gesorgt. Anlass wäre das Gedenken am 75. Jahrestag der Zerstörung des Dorfes Lidice durch die Nationalsozialisten im Juni. Der Theologe und Templeton-Preisträger Tomas Halik erklärte nun, er hoffe, der Papst werde die Einladung nicht annehmen.

„Es wäre peinlich, denn zwischen den Solidaritätsbekundungen des Papstes mit den Opfern der aktuellen Kriege und dem Populismus Milos Zemans herrscht ein absoluter moralischer Gegensatz“, sagte der Priester.

Kritik: „Politische Selbstdarstellung“

Zeman gehe es nur um politische Selbstdarstellung, sagte Halik. Präsidentensprecher Jiri Ovcacek reagierte scharf: „Pater Halik sollte endlich aufhören, auf die Stimmen aus der Hölle zu hören“, sagte er der Onlineausgabe der Zeitung „Pravo“. Zeman war 2015 zu einer Audienz im Vatikan gewesen. In der Flüchtlingskrise forderte er die Schließung der Grenzen - notfalls mit Hilfe der Armee.

Als angebliche „Vergeltungsmaßnahme“ für das Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich hatten die Nationalsozialisten das Dorf Lidice am 10. Juni 1942 dem Erdboden gleichgemacht. Die mehr als 170 männlichen Einwohner wurden getötet, Frauen und Kinder in Konzentrationslager verschleppt.

Kultur

Science

Antarktis-Station muss wegen Klimawandels umziehen

Eine britische Forschungsstation in der Antarktis muss wegen des Klimawandels umziehen. Zwei in der Umgebung der Forschungsstation „Halley VI“ entdeckte Risse im Eis deuteten darauf hin, dass das Eis unter der Station abbrechen könnte, erklärte die Forschungsgesellschaft British Antarctic Survey (BAS) gestern. 16 Bewohner, die eigentlich den Polarwinter auf der Station verbringen sollten, würden nun umgesiedelt.

Die Polarstation besteht aus Wohn- und Arbeitsmodulen, die auf Stelzen auf einer Art riesiger Skier stehen. Sieben der acht Module wurden wegen der Risse im Eis bereits per Traktor 23 Kilometer landeinwärts gezogen. Die derzeitigen Bewohner von „Halley VI“ seien nicht in Gefahr, erklärte die BAS.

Da jedoch Unsicherheit bestehe, was im kommenden antarktischen Winter mit dem Eis passieren könne, werde die Station sicherheitshalber vor Winterbeginn geschlossen. Seit 1956 betrieb die BAS nacheinander bereits sechs „Halley“-Forschungsstationen auf dem Brunt-Eisschelf. Von dort aus angestellte Ozonmessungen führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs. Die Station ist von großer Bedeutung bei der Überwachung des Klimawandels.

Leute

Letzter Mann auf dem Mond Gene Cernan tot

Der US-Astronaut Gene Cernan, der als letzter Mensch auf dem Mond war, ist tot. Cernan sei im Alter von 82 Jahren gestern gestorben, teilte die NASA mit. Der Astronaut war im Dezember 1972 Kommandeur der Raumfähre „Apollo 17“ gewesen. Als er das Modul „Challenger“ verließ, war er der elfte Mensch, der den Mond betrat. Der Pilot des Moduls, Jack Schmitt, war der zwölfte.

Da Cernan aber als Kommandeur zuletzt an Bord zurückkehrte, ist er bis heute der letzte, der auf dem Mond war. Alles in allem verbrachte Cernan laut NASA 566 Stunden und 15 Minuten im All, davon 73 Stunden auf dem Mond.