Letzte Meldung

Moskau: Syrien stoppt Offensive in Aleppo

Die syrische Armee hat nach russischen Angaben ihre Militäroffensive im von Rebellen kontrollierten Osten Aleppos unterbrochen. Grund sei, dass ein großangelegter Einsatz angelaufen sei, um Zivilisten aus dem Gebiet zu bringen, meldete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Außenminister Sergej Lawrow heute. Russische und amerikanische Militärexperten einigten sich demnach zudem darauf, am Samstag in Genf über die Lage in Aleppo zu sprechen.

Ausland

Nach Renzi-Rücktritt: Präsident begann Konsultationen

Nach dem offiziellen Rücktritt des italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi infolge seiner Niederlage beim Referendum über eine weitreichende Verfassungsreform am Sonntag hat Staatspräsident Sergio Mattarella heute Abend politische Konsultation begonnen. Mattarella empfing die Parlamentsvorsitzenden Pietro Grasso und Laura Boldrini.

Grasso, der als erster den Quirinal, den Präsidentensitz in Rom, betrat, gilt als möglicher Premier einer Übergangsregierung, die Mattarella zur Durchsetzung eines neuen Wahlgesetzes im Parlament beauftragen könnte. Als Alternative zu Grasso gilt Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan.

Gespräche mit Parteien beginnen

Nach den Parlamentspräsidenten empfing Mattarella seinen Amtsvorgänger Giorgio Napolitano, der auch als Senator auf Lebenszeit im Parlament sitzt. Die Gespräche mit den Parteien beginnen erst morgen und sollen auch am Wochenende fortgesetzt werden. Die Unterredungen mit den stärksten Parteien im Parlament sind für Samstag geplant.

Ein kompakter Block aus Oppositionsparteien, die großen Widerstand gegen die Verfassungsreform geleistet haben, macht Druck auf Mattarella für sofortige Neuwahlen. Angeführt wird die Front der Neuwahlen-Befürworter von der europakritischen Fünf-Sterne-Bewegung.

Die „Grillini“, die Anhänger von Fünf Sterne-Gründer und Starkomiker Beppe Grillo, verlieren keine Zeit. Sie haben bereits Online-Konsultationen über ein Wahlprogramm und einen Premierskandidaten gestartet. Weder eine zweite Regierung Renzi noch eine Übergangsregierung lautet der Slogan der rechtskonservativen Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi. Die Forza Italia unterstützt dabei die Forderung von Lega-Nord-Chef Matteo Salvini, der sogar mit Bürgerprotesten drohte, sollten Neuwahlen hinausgeschoben werden.

Putin an NGOs: „Nehmt kein ausländisches Geld an“

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den NGOs einen schlichten Ratschlag gegeben, wie sie die Einstufung als „ausländische Agenten“ vermeiden können. „Nehmen Sie kein Geld aus dem Ausland an!“, sagte Putin heute in Moskau zu Vertretern der russischen Zivilgesellschaft. „Das ist die einfachste Art“, zitierte ihn die Agentur Interfax.

Nach einem umstrittenen russischen Gesetz müssen sich Menschenrechtsgruppen und andere Organisationen als „ausländische Agenten“ registrieren lassen, wenn sie aus dem Ausland finanziell unterstützt werden. Zuletzt hatten die russischen Behörden die angesehene Organisation Memorial International mit dem als diskriminierend empfundenen Etikett versehen. Fehlende Hilfe aus dem Ausland hindert die Arbeit vieler Gruppen.

Russland werde die Arbeit von NGOs bald selbst stärker finanziell unterstützen, versprach Putin wie schon in seiner Rede an die Nation Anfang Dezember. Er beauftragte seinen Vizekanzleichef Sergej Kirijenko, die Auswirkungen des häufig beklagten Agentengesetzes zu überprüfen. Für den Bereich Umwelt solle das der ehemalige Präsidialamtschef Sergej Iwanow tun.

„Brexit“-Verhandlung vor Supreme Court beendet

Die elf Richter des Supreme Court in London entscheiden in den kommenden Wochen darüber, ob das britische Parlament ein Mitspracherecht bei der Austrittserklärung des Landes aus der EU haben muss. Heute beendeten sie die Anhörung der Parteien. Die Regierung hält das Votum der Wähler beim „Brexit“-Referendum am 23. Juni über einen EU-Austritt für den Ausdruck des Volkswillens, dem kein Parlamentsbeschluss mehr folgen muss. Die andere Seite besteht auf den Regeln der repräsentativen Demokratie.

Urteil erst im Jänner

Vier Tage lang hatten die beteiligten Parteien Gelegenheit, ihre Positionen vor dem Supreme Court in London, dem höchsten britischen Gericht, darzulegen. Neben dem britischen Parlament fordern auch die Regierungen in den Landesteilen Schottland, Nordirland und Wales ein Mitspracherecht für ihre Volksvertretungen. Ein erstinstanzliches Urteil war zugunsten des Parlaments ausgefallen. Mit einem Urteil des Supreme Court, des höchsten britischen Gerichts, wird erst im Jänner gerechnet.

Schärfere Grenzwerte für Luftschadstoffe in EU ab 2017

Für fünf Luftschadstoffe sollen ab 2017 in der Europäischen Union schärfere Grenzwerte gelten, um gefährliche Erkrankungen einzudämmen. Die Mitgliedstaaten billigten den schon seit 2013 diskutierten Plan heute in letzter Instanz.

Die EU verspricht sich davon dramatische Fortschritte für die Gesundheit der Bürger: 2030 soll es nur noch halb so viele vorzeitige Todesfälle durch Luftverschmutzung geben wie 2005.

Jährliche Obergrenzen für jedes Mitgliedsland

Es geht um Feinstaub sowie um Schwefeldioxid, Stickoxide, flüchtige organische Verbindungen und Ammoniak. Die EU-Richtlinie setzt für jedes Mitgliedsland jährliche Obergrenzen, die nicht überschritten werden dürfen.

Für die Jahre 2020 bis 2029 entsprechen diese Grenzen den Werten, die die Länder ohnehin im Göteborg-Protokoll akzeptiert haben. Aber für die Jahre danach werden die Ziele nun verschärft, wie der Europäische Rat mitteilte.

Die Europäische Umweltagentur hatte im November geschätzt, dass jedes Jahr 467.000 Menschen wegen der Luftverschmutzung vorzeitig sterben. Feinstaubpartikel können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs verursachen oder verschlimmern. Die gebilligte EU-Richtlinie soll nun im EU-Gesetzblatt veröffentlicht werden und dann zum 31. Dezember in Kraft treten.

May distanziert sich von Johnsons „Puppenspieler“-Sager

Die britische Premierministerin Theresa May distanziert sich von kritischen Äußerungen ihres Außenministers Boris Johnson zu Saudi-Arabien und dem Iran. Dieser habe nicht die Position der Regierung wiedergegeben, machte eine Sprecherin Mays heute deutlich.

Saudi-Arabien und Iran wie „Puppenspieler“

Johnson hatte bei einem Auftritt in Rom in der vergangenen Woche gesagt, Saudi-Arabien und der Iran verhielten sich im Nahen Osten wie „Puppenspieler“. „Alle, die Saudis, der Iran, mischen mit und führen Stellvertreterkriege.“ Zu der Veranstaltung hatte die Zeitung „The Guardian“ ein Video auf ihrer Homepage veröffentlicht.

Mays Sprecherin sagte: „Das sind die Ansichten des Außenministers, sie geben nicht die Position der Regierung wieder.“ Die Premierministerin unterstütze ihren Außenminister aber weiter. Großbritannien ist ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens und sieht in dem Land May zufolge auch einen Partner im Kampf gegen den Terrorismus.

Johnson werde Gelegenheit haben, bei einem Besuch in der Region zu beschreiben, wie Großbritannien seine Beziehungen zu Saudi-Arabien bewerte, sagte Mays Sprecherin. May selbst war in dieser Woche in der Region unterwegs und hatte auch den saudi-arabischen König Salman getroffen.

Le Pen will Ausländer für Schule bezahlen lassen

Die französische Rechtsextreme und Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen will die kostenlose Schulbildung für Kinder von Ausländern einschränken. „Die nationale Solidarität muss sich gegenüber den Franzosen äußern“, forderte die Chefin der rechtsextremen Front National (FN) laut der französischen Nachrichtenagentur AFP heute bei einer Veranstaltung in Paris.

„Pause ist vorbei“

Le Pen sagte weiter: „Ich habe nichts gegen Ausländer.“ Menschen, die nach Frankreich kämen, könnten aber nicht erwarten, dass man sich um sie kümmere, dass sie gepflegt und ihre Kinder umsonst ausgebildet würden. „Das ist jetzt beendet, die Pause ist vorbei.“

Für staatliche Schulen werden in Frankreich keine Gebühren genommen. Laut französischen Medien gab es Unklarheit darüber, für welche Gruppen Le Pen diese Einschränkungen anstrebt. Auf Nachfrage der AFP sagte sie, es gehe um Kinder von illegal Eingewanderten. Le Pens Partei tritt aber laut Programm dafür ein, dass Einwanderer, die illegal nach Frankreich kommen bzw. gekommen sind, ausgewiesen werden.

Le Pen sieht sich nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA und der „Brexit“-Entscheidung der Briten im Aufwind. Umfragen sehen sie bei der Präsidentchaftswahl 2017 in der entscheidenden Endrunde - voraussichtlich gegen den Bewerber der bürgerlichen Rechten, Francois Fillon.

Inland

Wirtschaft

EZB verlängert umstrittene Anleihekäufe

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht mit ihrem billionenschweren Anleiheprogramm in die Verlängerung. Die umstrittenen Wertpapierkäufe sollen nun nicht mehr Ende März 2017 auslaufen, sondern mindestens bis Dezember 2017 fortgesetzt werden, teilte die EZB in Frankfurt mit. Die Notenbank will allerdings ab April monatlich statt 80 Mrd. nur noch 60 Mrd. Euro in den Markt pumpen, wie es hieß.

Leitzins bleibt bei 0,0 Prozent

Der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Zentralbank-Geld besorgen können, bleibt dagegen unverändert auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Parken Banken überschüssiges Geld bei der EZB, müssen sie dafür weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen.

Die Niederlage von Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi bei dem Verfassungsreferendum am Wochenende hatte unter Ökonomen letzte Zweifel über den Kurs der Notenbank beseitigt. Die Anleihekäufe helfen nach Ansicht vieler Volkswirte vor allem hoch verschuldeten Staaten wie Italien, ihre Zinslast erträglich zu halten.

Billiges Geld soll Konjunktur ankurbeln

Viele Ökonomen hatten wegen der anhaltend niedrigen Inflation ohnehin mit einer Ausweitung des Antikrisenkurses gerechnet. Zwar stieg die Teuerungsrate im Euro-Raum im November auf 0,6 Prozent. Sie ist damit aber noch weit entfernt von dem, was die EZB für ein stabiles Preisniveau hält: Sie strebt mittelfristig für den gemeinsamen Währungsraum eine Inflation von knapp unter 2,0 Prozent an - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Das viele billige Geld soll im Idealfall die Konjunktur ankurbeln und auch die Teuerung anheizen. Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Konjunkturrisiko. Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben in der Erwartung, dass es bald noch billiger wird. Das könnte die Konjunktur abwürgen.

Roaming: EU bekräftigt völlige Abschaffung 2017

Die EU-Kommission hat heute das Ziel der völligen Abschaffung der Roaminggebühren bis 15. Juni 2017 bekräftigt. Der Vizepräsident der EU-Kommission für den digitalen Binnenmarkt, Andrus Ansip, betonte in Brüssel, die Regelung „roam like at home“ dürfe nicht dazu führen, dass die nationalen Preise steigen oder der Datenverbrauch zu Hause beschränkt werde.

„Roam like at home“ nicht gefährden

Gleichzeitig gebe es eine Ausnahmeregelung für Betreiber, wenn zu hohe Verluste für sie aufliefen. Ansip erklärte, die Zugangsschwelle für diese Ausnahme sei gesenkt worden, und zwar von fünf auf drei Prozent. Darüber hinaus sei ein Mindestbeobachtungszeitraum von vier Monaten für die Betreiber festgelegt worden, um Missbrauch von „roam like at home“ erkennen zu können. Schließlich sei noch eine zweiwöchige Warnperiode eingeführt worden, wenn erste Anzeichen von Missbrauch festgestellt würden.

Einige Betreiber würden sehr günstige Angebote in ihren Staaten anbieten, wobei die Gefahr bestehe, dass diese missbräuchlich genutzt würden. „Wir brauchen Schutzvorkehrungen, sonst besteht die Gefahr, dass diese hochattraktiven Pakete auf den heimischen Märkten gefährdet sind.“ In diesem Bereich werde daher eine außergewöhnliche Volumenbeschränkung für besonders attraktive Angebote vorgeschlagen.

Starke Unterschiede innerhalb der EU

Ansip verwies darauf, dass es heute starke Unterschiede bei Roaminggebühren innerhalb der EU gebe. In Finnland beispielsweise könne man um den gleichen Preis 100-mal mehr Datenvolumen einkaufen als in Ungarn. Es müssten die hocheffizienten Dienstleister in Skandinavien geschützt werden. Es wäre nicht fair, wenn jene, die in andere EU-Staaten reisen, plötzlich mehr bezahlen müssten, um den Verlust auszugleichen. Deswegen gebe es den Vorschlag der Begrenzung, der aber die meisten Menschen in Europa überhaupt nicht treffe.

Jedenfalls werde die ursprünglich von der Kommission vorgeschlagene 90-Tage-Frist für Konsumenten beim Roaming nicht wieder auf den Tisch gelegt. „Das kommt nicht wieder“, versicherte Ansip. Es sei immerhin gelungen, seit 2009 die zusätzlichen Gebühren um 92 Prozent für Telefonieren und SMS einzuschränken, bei Daten seien es sogar 96 Prozent. „Jetzt scheint es einfach, die restlichen vier Prozent zu erreichen.“

Die EU-Staaten sollen am Montag in einem Fachgremium über den EU-Kommissionsvorschlag abstimmen.

GB beschränkt Werbung für Junkfood in Sozialen Medien

In Großbritannien sollen ab Juli 2017 spürbare Werbebeschränkungen für Junkfood in den Sozialen Netzwerken gelten. Das teilte der als Kontrollorgan wirkende Ausschuss für Werbepraxis (CAP) heute mit. Bereits existierende Beschränkungen im bisherigen Leitmedium Fernsehen würden damit auf Soziale Netzwerke im Internet und auch auf gedruckte Medienerzeugnisse ausgedehnt.

Die Regelungen zielen auf an Kinder gerichtete Werbung für Nahrungsmittel und Getränke mit besonders hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt. Studien zum Medienkonsum zeigten zuletzt, dass Kinder zwischen fünf und 15 Jahren in Großbritannien mehr Zeit online verbringen als vor dem Fernseher. Verbraucherschützer sagten, die CAP-Entscheidung folge „jahrelangen“ Aufrufen für eine stärkere Beschränkung der Werbung für ungesunde Lebensmittel.

In Großbritannien wird auch über eine Steuer für zuckerhaltige Limonaden debattiert, um gegen die zunehmende Fettleibigkeit in der Bevölkerung vorzugehen. In England waren 2014 mehr als 30 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis 15 Jahren übergewichtig oder fettleibig.

Zara wegen Steuervermeidung angeprangert

Europaabgeordnete der Grünen werfen der spanischen Modekette Zara und ihrem Mutterkonzern Inditex umfangreiche Steuervermeidung vor. Zwischen 2011 und 2014 soll der Konzern durch „aggressive Unternehmenssteuer-Vermeidungstechniken“ mindestens 585 Mio. Euro an Steuern gespart haben, davon sechs Mio. Euro auch in Österreich.

Sven Giegold, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Europaparlament und einer der Verfasser des Berichts, warf Inditex vor, „alle möglichen legalen Schlupflöcher genutzt“ und Gewinne in den Ländern versteuert zu haben, „in denen es für das Unternehmen am günstigsten war“. Kleidungsstücke etwa von der Marke Zara „scheinen vor dem Verkauf erst durch halb Europa zu tingeln, um besonders günstige Steuermodelle zu nutzen“.

Bericht über „aggressive Steuerstrategien“

Die Verfasser schildern in ihrem Bericht „aggressive Steuerstrategien“, mit denen der Konzern die Abgaben auf ein Minimum senke. So zahle Inditex Tantiemen an eine Tochterfirma in den Niederlanden, wo diese nur mit 15 Prozent besteuert würden. Die Tochterfirma habe zwischen 2011 und 2014 rund 3,7 Mrd. Euro erwirtschaftet und einen Nettoüberschuss von 1,7 Mrd. Euro verbucht. Für die Firma arbeiten dem Bericht zufolge aber nur 203 Menschen.

Über irische Tochterfirmen habe Inditex außerdem innerbetriebliche Kredite und Versicherungen abgewickelt sowie einen Internethandel betrieben. Dort seien enorm hohe Gewinne verzeichnet worden, die nur mit 12,5 Prozent besteuert worden und im Fall von Veräußerungsgewinnen sogar steuerfrei geblieben seien. Der Bericht nennt noch weitere Beispiele.

Während die Verkaufsfilialen des Konzerns entweder rote Zahlen schrieben oder lediglich Gewinne bis fünf Prozent, wiesen Unternehmen, die nicht im Einzelhandel tätig waren, Gewinne von 20 bis 70 Prozent auf. „Das zeigt, dass Unternehmen wie Inditex sich so strukturieren, dass sie von den niedrigen Steuersätzen profitieren können und die fehlende Harmonisierung von Steuersystemen auf europäischer Ebene ausnutzen“, folgert der Bericht.

Inditex weist Vorwürfe zurück

Inditex wies die Vorwürfe zurück und erklärte in einer Mitteilung, der Konzern halte sich „gewissenhaft an die geltenden Steuergesetze in allen 93 Märkten, in denen er Geschäfte macht“. Die Unternehmensgruppe habe von 2011 bis 2015 zwischen „22 und 24 Prozent“ Steuern gezahlt, insgesamt 4,4 Mrd. Euro.

Sport

Europa League: Salzburg hofft auf positiven Abschluss

Mit einem 1:1 in Krasnodar hat Österreichs Meister Salzburg vor zwei Wochen seine Aufstiegsambitionen in der UEFA Europa League endgültig begraben müssen. Dennoch wollen die „Bullen“ heute im letzten Spiel der Gruppe I vor eigenem Publikum beweisen, wozu sie derzeit imstande sind. Allerdings fehlen gegen den deutschen Club von ÖFB-Teamspieler Alessandro Schöpf vor allem in der Offensive wichtige Spieler. Deshalb wurde von Trainer Oscar Garcia sogar ein 17-Jähriger in den Kader berufen.

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Champions League: Dortmund verschafft sich Respekt

Mit unbändigem Kampfgeist hat Borussia Dortmund gestern im CL-Schlager bei Real Madrid noch ein Unentschieden und damit auch den Champions-League-Gruppensieg geholt. Als Draufgabe gab es mit bisher 21 Treffern einen neuen Vorrundenrekord zu bejubeln. Da gab es nicht nur Lob von Real-Coach Zinedine Zidane, sondern auch von den spanischen Medien. Dortmund-Trainer Thomas Tuchel durfte nach der Punkteteilung im Bernabeu-Stadion ganz zu Recht stolz sein.

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Chronik

Starkes Seebeben vor Kalifornien

Rund 150 Kilometer vor der Nordküste des US-Bundesstaates Kalifornien hat es auf dem Meeresgrund des Pazifiks ein Seebeben gegeben. Nach Angaben staatlicher Stellen hatte es eine Stärke von 6,5. Es gab ausdrücklich keine Tsunami-Warnung.

Das Beben ereignete sich in 12,1 Kilometer Tiefe um 6.50 Uhr Ortszeit 160 Kilometer entfernt von Ferndale. Der Ort liegt unweit der Küste und 420 Kilometer nördlich von San Francisco. Zunächst war die Stärke des Bebens mit 6,8 angegeben worden.

In Sozialen Netzwerken berichteten Menschen aus Nordkalifornien, sie hätten leichte Erschütterungen gespürt. Es gab keine Berichte über Sachschäden oder Verletzte. Auch im Bundesstaat Oregon nördlich von Kalifornien war das Beben nach Angaben der Behörden zu spüren. Auch dort blieb es folgenlos.

Sexuelle Übergriffe: Vorwürfe gegen britische Polizei

Wegen des Vorwurfs sexueller Übergriffe im Dienst sind Hunderte britische Polizisten angezeigt worden. Das geht aus einem Bericht einer Untersuchungsbehörde über Vorgänge bei der Polizei in England und Wales hervor. Er wurde heute veröffentlicht.

Dem Bericht zufolge gingen bis März 2016 innerhalb von 24 Monaten 436 Beschwerden wegen sexueller Übergriffe von Polizeibeamten und anderen Mitarbeitern der Polizei ein. 334 Mitarbeiter der Polizei sollen ihre Position für sexuelle Übergriffe ausgenützt haben.

„Schlimmste Form des Amtsmissbrauchs“

Die Untersuchungsbehörde zeigte sich besorgt, weil nur knapp die Hälfte der Anzeigen an die unabhängige Polizeibeschwerdekommission weitergeleitet wurde. Auch das Verhältnis zwischen der Zahl der Anschuldigungen und der Zahl der überführten Polizeimitarbeiter sei „unverhältnismäßig“, heißt es in dem Bericht.

Es handle sich um die „schlimmste Form des Amtsmissbrauchs“ und den „äußersten Vertrauensbruch“, sagte Mike Cunningham von der Untersuchungsbehörde HMIC (Her Majesty’s Inspectorate of Constabulary) dem Radiosender BBC 4. In knapp 40 Prozent der Fälle stammten die Anzeigen von Menschen, die bereits Opfer von häuslicher Gewalt geworden seien, heißt es im Bericht. Die beschuldigten Polizeimitarbeiter hätten in diesen Fällen möglicherweise die besondere Verletzlichkeit ihrer Opfer ausgenutzt.

Europol-Adventkalender: Erster Gesuchter gefasst

Der Onlineadventkalender von Europol unter dem Motto „EU Most Wanted“ hat zu einer ersten Verhaftung geführt: Ein Mann, der 2008 in East Sussex in Großbritannien eine Sechsjährige missbraucht haben soll, ging der Polizei in Amsterdam ins Netz. Dort arbeitete der Gesuchte als Koch in einem Cafe, berichtete Europol heute.

Die Hinweise auf den mutmaßlichen Täter waren aus der niederländischen Bevölkerung gekommen. Seit es generell eine Liste der meistgesuchten Verbrecher auf der Europol-Website gibt, seit Jänner 2016, wurden 25 Verdächtige gefasst, zehn davon aufgrund von Hinweisen nach der Veröffentlichung der Fotos im Internet. Der vor mehr als 20 Jahren aus der Haft geflohene Linzer Tibor Foco ziert das erste Fenster des Europol-Adventkalenders.

Behörden in Indonesien bitten nach Beben um Hilfe

Nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 100 Toten auf der indonesischen Insel Sumatra haben die Behörden um Hilfe für die Versorgung der Verletzten gebeten. Mehr als 700 Menschen seien bei dem Beben am Vortag verletzt worden, viele von ihnen schwer, berichtete die Katastrophenschutzbehörde heute.

Chirurgen und Orthopäden benötigt

In dem am schlimmsten getroffenen Bezirk Pidie Jaya in der Provinz Aceh fehlten Medikamente und Ärzte. „Wir brauchen Chirurgen und Orthopäden, weil die meisten Verletzten Brüche erlitten haben“, sagte der Verwaltungsvizechef von Pidie Jaya, Said Mulyadi. Die meisten der Verletzten hätten die Nacht im Freien verbracht, weil sie entweder nicht in ihre Häuser zurückkehren konnten oder aus Angst vor Nachbeben nicht wollten. Die Zahl der Toten stieg nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde auf 102 an. Es wurde befürchtet, dass sich die Opferzahl noch erhöhen könnte.

Suche nach Überlebenden geht weiter

Tausende Soldaten und Rettungskräfte suchten weiter in den Trümmern der eingestürzten Häuser nach möglichen Überlebenden. Dabei wurden Ortungsgeräte und Bagger eingesetzt. Freiwillige Helfer durchgruben den Schutt mit bloßen Händen. Die Hoffnungen, noch Menschen lebend aus den Trümmern zu bergen, schwanden jedoch. Durch das Beben waren Hunderte Häuser, Moscheen und Unternehmen in der ganzen Provinz dem Erdboden gleichgemacht worden.

Erste Hilfslieferungen trafen in der Erdbebenregion ein, für Obdachlose wurden bereits Notunterkünfte errichtet. In der besonders betroffenen Stadt Meureudu baute die Armee provisorische Küchen, Unterkünfte und Feldlazarette auf, wie der dortige Militärchef Tatang Sulaiman sagte. Es fehle aber noch an Nahrung, Trinkwasser, Medizin und Decken, sagte der Leiter der örtlichen Katastrophenschutzbehörde, Puteh Manaf. Rund 4.000 Menschen benötigten Hilfe.

„Aceh ist nicht allein“

Präsident Joko Widodo rief seine Landsleute auf, für die von der Katastrophe Betroffenen zu beten. „Aceh ist nicht allein“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Das Beben der Stärke 6,5 hatte die Provinz Aceh im Norden von Sumatra getroffen und zahlreiche Häuser zerstört.

Religion

Kultur

Rockgitarrist Greg Lake verstorben

Der britische Rockgitarrist Greg Lake ist tot. Er starb im Alter von 69 Jahren an einem Krebsleiden, berichtete die BBC (Onlineausgabe) heute. Lake galt als einer der einflussreichsten Gitarristen im Progressive Rock.

Am Dienstag habe er „einen langen und erbitterten Kampf gegen den Krebs“ verloren, teilte sein Manager mit. Erst im Frühjahr war sein Kollege, Keyboard-Legende Keith Emerson, gestorben.

London ehrt Stararchitektin Zaha Hadid

Acht Monate nach ihrem Tod wird die britisch-irakische Stararchitektin Zaha Hadid in London gleich zweimal geehrt. In dem von ihrem „Kurvendach“ geprägten Sackler-Flügel der Serpentine Gallery im Hyde Park wurde heute eine Ausstellung mit Hadids Gemälden und Zeichnungen eröffnet. Die rund 120 Werke, die Hadid zwischen 1970 und den frühen 1990er Jahren schuf, werden erstmals in diesem Umfang der Öffentlichkeit präsentiert.

Sie gehen in eine Zeit vor der Realisierung von Hadids erstem Bauwerk - der Feuerwehrstation in Weil am Rhein 1993 - zurück. Laut Serpentine wird mit der Ausstellung „Zaha Hadid - Early Paintings and Drawings" (Zaha Hadid - Frühe Gemälde und Zeichnungen“) die „künstlerische Seite“ der Architektin und Mathematikerin gezeigt.

Neue Ausstellungsgalerie eröffnet

Unweit der Kunstgalerie wurde im Science Museum (Wissenschaftsmuseum) in South Kensington eine vom Büro Hadid entworfene neue Ausstellungsgalerie eröffnet, in der die Geschichte und Relevanz von Mathematik für Wissenschaft, Transport und technischen Fortschritt erklärt wird. Auch die Winton-Galerie ist in ihrem Inneren mit einem für Hadid typischen Kurvendach versehen, das „gefühlte Aerodynamik“ vermitteln soll.

Beide Projekte, die Kunstausstellung und die neue Galerie, wurden noch unter aktiver Mitwirkung der Architektin ins Leben gerufen. Hadid starb im März im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt.

Gesundheit

Barcodes für Demenzkranke in japanischer Stadt

Eine Stadt in Japan hat einen Weg gefunden, um verirrte Demenzkranke rascher zu finden: Älteren Menschen werden Aufkleber mit Barcodes auf Hand- oder Fußnägel geklebt, in denen eine individuelle Identitätsnummer eingespeichert ist. Mittels der Etiketten kann die Polizei verloren gegangene Personen einer Verwaltung zuordnen, berichtete das Sozialamt der 150.000-Einwohner-Stadt Iruma heute.

Das Service ist kostenlos und eine Premiere in Japan. Es gebe bereits ähnliche Aufkleber für Kleidung oder Schuhe, aber Demenzkranke trügen nicht immer dieselbe Kleidung, erläuterte ein Stadtangestellter von Iruma. Ihm zufolge haften die neuen, nur einen Zentimeter messenden Barcodes etwa zwei Wochen lang - auch wenn sie nass werden.

Gesellschaft altert zunehmend

Die japanische Gesellschaft altert in schnellem Tempo: 2060 dürften die über 65-Jährigen 40 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Ein Problem ist dabei die steigende Zahl der tödlichen Unfälle mit älteren Autofahrern.

Rund 4,8 Millionen über 75-Jährige haben in Japan noch ihren Führerschein. Um sie zum Abgeben ihrer Fahrerlaubnis zu bewegen, hat die Polizei schon diverse Mittel ersonnen: In der Präfektur Aichi führte sie jüngst einen Rabatt von 90 Yen (75 Cent) auf Nudelsuppen in einer Restaurantkette ein für diejenigen Pensionisten, die ihren Führerschein freiwillig abgeben.

Leute

Mick Jagger mit 73 noch einmal Vater geworden

Mick Jagger, Sänger der Rolling Stones, ist mit 73 Jahren noch einmal Vater geworden. Seine Lebensgefährtin Melanie Hamrick habe den gemeinsamen Sohn heute in einer Klinik in New York zur Welt gebracht, berichtet die BBC.

Die US-Ballerina Hamrick und Jagger seien hocherfreut über die Geburt ihres Sohnes, ließ ein Sprecher mitteilen. Jagger sei bei der Geburt dabei gewesen.

Jagger hat bereits sieben Kinder im Alter von 17 bis 45 Jahren sowie fünf Enkelkinder. 2014 wurde er bereits Urgroßvater, als seine Enkeltochter Jade Jagger ihre Tochter Assisi bekam.

Madonna redet über Kuss mit Michael Jackson

Madonna hat Details über einen Kuss mit dem „King of Pop“, Michael Jackson, ausgepackt. Dieser sei damals erst ein bisschen schüchtern gewesen, sagte die 58 Jahre alte US-Sängerin dem britischen Komiker und Talkmaster James Corden in der gestern ausgestrahlten Folge seiner „Late Show“.

„Wein wirkte Wunder“

Darin lädt Corden Prominente regelmäßig zum Karaokesingen im Auto ein. „Aber er war ein williger Komplize. Ich habe ihn mit einem Glas Chardonnay ein bisschen auflockern können.“ Der Wein habe „Wunder gewirkt“, sagte die durch Hits wie „Like a Prayer“ und „Express Yourself“ bekannte, siebenfache Grammy-Gewinnerin. Jackson starb 2009.

Panorama

Kurz unter 28 wichtigsten Personen für Zukunft der EU

Das EU-Magazin „Politico“ hat Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) unter „die 28 Menschen, die Europa formen, erschüttern und aufrühren“ gewählt. Das „frische Gesicht“ Kurz landete in der „Class of 2017“ auf Rang zwölf. An erster Stelle sah „Politico“ den liberalen, muslimischen Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, gefolgt von der deutschen Rechtspopulistin Frauke Petry und Ryanair-Chef Michael O’Leary.

„Beste Überlebenschance der ÖVP“

Bei Kurz lobt „Politico“ unter anderem dessen Aufstieg vom „Geil-o-Mobil“-fahrenden JVP-Chef zur „besten - vielleicht einzigen - Überlebenschance der ÖVP“. Unterstrichen wird auch seine „tragende Rolle“ bei der Schließung der Balkan-Route für Flüchtlinge von Griechenland nach Österreich bzw. Deutschland im März. „Viele im Land sehen ihn als die beste Option, um einen FPÖ-Kanzler zu verhindern“, lautet eine weitere Einschätzung des EU-Magazins.

Orban und Merkel nicht mehr auf Liste

Wie auch in den vergangenen Jahren führt „Politico“ auch diesmal Menschen an, die aus seiner Sicht einen positiven oder auch einen negativen Einfluss auf die Entwicklung der EU haben. So findet sich auf Platz sieben etwa „die alte eiserne Faust“, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, direkt gefolgt von der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, der vergangenes Jahr noch das Ranking angeführt hatte, findet sich ebenso wie die Siegerin von 2015, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, nicht länger auf der Liste.

Am Piccadilly Circus gehen die Lichter aus

Londons Piccadilly Circus ist bekannt für seine bunten haushohen Leuchtreklamen. Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg sollen die Lichter nun für längere Zeit abgeschaltet werden. Das teilte diese Woche die Immobilienfirma Land Securities mit, der die Werbeflächen gehören. Anstelle der bestehenden Fassade aus mehreren großen Bildschirmen soll nun ein einziger hochauflösender Riesenbildschirm aus Leuchtdioden angebracht werden.

Beleuchteter Piccadilly Circus in London

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Arbeiten ab Jahreswechsel

Von Jänner bis zum Herbst 2017 sollen die Arbeiten dauern, so lange hat das Geflimmer am Piccadilly Circus vorerst ein Ende. Der neue Bildschirm soll genauso geschwungen sein wie die bisherige Reklame. Er wird neben der Werbung auch Nachrichten über Wetter und Verkehr sowie Trends aus Social-Media-Kanälen wie Twitter und Instagram zeigen.

„Piccadilly ist einer der begehrtesten Werbestandorte der Welt. Wir wollen dieses Erbe schützen, indem wir bei den Trends ganz vorne mit dabei sind“, sagte Tim Bleakeley von der zuständigen Werbefirma Ocean Outdoors.

In der Vergangenheit wurden die Leuchtreklamen am Piccadilly Circus lediglich während des Zeiten Weltkrieges, bei den Begräbnissen von Winston Churchill und Prinzessin Diana sowie bei der Earth Hour vorübergehend abgeschaltet.