Ausland

Moskau verhindert Tribunal zu MH17-Abschuss

Russland hat die Einsetzung eines unabhängigen UNO-Tribunals zum Abschuss des Fluges MH17 vor einem Jahr über der Ukraine blockiert. Moskaus Botschafter Witali Tschurkin legte heute im UNO-Sicherheitsrat das Veto seines Landes gegen eine Resolution ein. Trotz elf Jastimmen scheiterte damit die Resolution. China, Angola und Venezuela enthielten sich.

Unmittelbar vor der Abstimmung hatte der Sicherheitsrat mit einer Schweigeminute der 298 Menschen gedacht, die bei dem Unglück ums Leben gekommen waren. Die Boeing der Malaysia Airlines war vor einem Jahr über der Ostukraine vermutlich von einer Flugabwehrrakete abgeschossen worden. Die Regierungen in Kiew und in Moskau beschuldigen einander seither gegenseitig, für den Tod der Flugzeuginsassen verantwortlich zu sein.

Vor allem die Niederlande und Malaysia, aber auch andere Staaten wie Australien, fordern seit Langem ein unabhängiges internationales Tribunal, um zu klären, wer für den Abschuss verantwortlich ist. Mit dem Tribunal soll Russland zudem zu einer stärkeren Mitarbeit bei der Tätersuche gebracht werden. Zwei Drittel der Opfer kamen aus den Niederlanden, 27 aus Australien. Auch vier Deutsche waren dabei.

UNO-Chef Ban verurteilt Siedlungspläne für Westjordanland

Die neuen Siedlungspläne Israels im Westjordanland sind bei den Vereinten Nationen (UNO) auf heftige Kritik gestoßen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteile die Baugenehmigung für 300 neue Wohnungen in einer Siedlung und 500 weitere Wohnungen in Ostjerusalem, wie ein UNO-Sprecher heute mitteilte. Ban erinnere daran, dass diese Siedlungen nach internationalem Recht illegal seien.

Die Siedlungen seien ein Hindernis auf dem Weg zum Frieden und stünden im Gegensatz zur Beteuerung Israels, eine Zweistaatenlösung mit einem israelischen und einem palästinensischen Staat anzustreben. „Der Generalsekretär drängt die israelische Regierung, den Neubau zu stoppen und die Genehmigung zurückzunehmen“, hieß es weiter.

Auch EU fordert Rücknahme von Baubeschluss

Als Reaktion auf den Abbruch zweier Siedlerhäuser im Westjordanland hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu heute den sofortigen Bau von 300 neuen Wohneinheiten in derselben Siedlung erlaubt. Israelischen Medien zufolge stimmte er auch Bauarbeiten in Ostjerusalem zu. Zuvor hatte das Oberste Gericht Israels erneut verfügt, zwei illegal erbaute Siedlerhäuser in Bet El nahe Ramallah zu zerstören.

Auch die EU forderte die israelische Regierung auf, die Baubeschlüsse unverzüglich zurückzunehmen. Die Entscheidungen der Behörden ließen Zweifel daran aufkommen, ob Israel noch zu der Zusage stehe, im Konflikt mit den Palästinensern eine Zweistaatenlösung anzustreben, ließ die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini heute Abend in Brüssel mitteilen. Die Europäische Union erinnere daran, dass die Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal seien.

Anklage gegen Polizist wegen Todes von Afroamerikaner

Ein weißer Polizist, der einen Afroamerikaner bei einer Verkehrskontrolle erschossen hat, muss sich im US-Bundesstaat Ohio wegen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft in Cincinnati erhob heute Anklage gegen den Beamten, der eine „unglaubliche“ und „sinnlose“ Tat begangen habe. „Er hatte es nicht mit jemandem zu tun, der wegen Mordes gesucht wird“, sagte Staatsanwalt Joseph Deters. Das Opfer sei lediglich angehalten worden, weil bei dem Auto das Nummernschild fehlte.

Der Polizist Ray T. hatte dem 43-jährigen Sam DuBose am 19. Juli in den Kopf geschossen. Der Beamte hatte ausgesagt, dass der Afroamerikaner bei der Verkehrskontrolle davongefahren sei und ihn mitgerissen habe. Nach Auswertung der Aufnahmen einer Minikamera, die T. am Körper trug, kam die Staatsanwaltschaft aber zu dem Schluss, dass zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe. Der Wagen sei lediglich losgerollt.

„Es ist lächerlich“

„Sie werden nicht glauben, wie schnell er seine Waffe zieht und ihm in den Kopf schießt. Es dauert vielleicht eine Sekunde“, sagte Deters. Der Staatsanwalt vermutete, dass der Polizist die Beherrschung verloren habe, weil DuBose nicht aus dem Auto steigen wollte. „Es ist lächerlich, dass das passiert ist.“

In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA zum Teil gewalttätige Proteste und Debatten über Rassismus bei der Polizei ausgelöst. Ende April wurde die Ostküstenstadt Baltimore von schweren Ausschreitungen erschüttert, nachdem ein junger Afroamerikaner dort in Polizeigewahrsam ums Leben gekommen war.

Bestätigt: Taliban-Führer Omar tot

Mehrfach ist der oberste Anführer der Taliban in Afghanistan, Mullah Mohammed Omar, für tot erklärt worden. Aktuellen Berichten zufolge soll der einäugige Islamistenführer bereits vor zwei Jahren in Pakistan gestorben sein. Das berichtete die BBC unter Berufung auf pakistanische Behörden und Taliban.

Die afghanische Regierung hatte die Behauptungen zunächst prüfen wollen, doch wenig später bestätigte heute der afghanische Geheimdienst Omars Tod. Die nun offiziell bestätigte Nachricht könnte den gerade erst ins Rollen gekommenen Friedensprozess zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban abrupt bremsen.

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Briten schotten sich gegen Flüchtlinge ab

Seit Wochen kommen an der Grenze zwischen Frankreich und Großbritannien Menschen ums Leben. Sie sterben beim Versuch, durch den Eurotunnel auf die Insel zu gelangen. Die verzweifelten Flüchtlinge erhoffen sich bessere Lebensbedingungen und bessere Chancen auf Asyl.

Allein heuer wurden laut dem Tunnelbetreiber schon 37.000 Fluchtversuche registriert. Für den britischen Premier David Cameron ist das „besorgniserregend“ - seine Regierung stellt nun mehrere Millionen Euro für die Abwehr von Flüchtlingen bereit.

Mehr dazu in Seit Jänner 37.000 Fluchtversuche

Serbien bekämpft Aufnahme des Kosovo in die UNESCO

Serbien setzt seinen Widerstandskurs gegen eine Aufnahme seiner früheren Provinz Kosovo in internationale Organisationen konsequent fort. Ministerpräsident Aleksandar Vucic bekräftigte heute in Belgrad, seine Regierung werde alles tun, damit der Kosovo nicht in die UNO-Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation (UNESCO) aufgenommen wird.

Serbien werde alle demokratischen Mittel gegen eine UNESCO-Mitgliedschaft des Kosovo ergreifen. Er könne sich nicht vorstellen, es sei auch lächerlich, zu denken, dass die serbisch-orthodoxen Klöster in Decani, Banjska und Gracanica im Kosovo als nicht serbisches Kulturerbe gelten könnten, so Vucic laut der amtlichen Agentur Tanjug. „Das wäre doch tragikomisch.“

Vucics Außenminister Ivica Dacic wandte sich in der Sache in einem Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. Darin bezeichnete er das UNESCO-Aufnahmegesuch des Kosovo als „inakzeptabel gemäß internationalem Recht“. Dacic verwies laut dem Portal Balkaninsight.com auf die UNO-Resolution 1244 aus dem Jahr 1999. Diese behandelt den Kosovo als Bestandteil der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien, deren einziger Rechtsnachfolger Serbien ist.

Inland

Clinch im Team Stronach offenbar beigelegt

Die Auseinandersetzungen zwischen dem oberösterreichischen Team Stronach (TS) und der Bundespartei dürften beigelegt sein. Ein „ausführliches“ Gespräch zwischen dem am Freitag abgesetzten Landesobmann Leo Steinbichler und Parteigründer Frank Stronach verlief nach den Worten Steinbichlers „exzellent, angenehm und niveauvoll“. Details wollte er der APA heute noch nicht sagen.

Er werde die Verhandlungsergebnisse erst mit der Landesgruppe besprechen. Stronach wird am Montag in den ORF-„Sommergesprächen“ auftreten, am Dienstag werde es dann eine gemeinsame „Presseposition“ geben, sagte Steinbichler.

Aus Partei ausgeschlossen

Der oberösterreichische TS-Chef war am Freitag aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er entgegen einem Beschluss der Bundespartei ein Antreten bei der Landtagswahl im Herbst angekündigt hatte. Bundesgeschäftsführer Ronald Bauer hatte gleichzeitig angekündigt, die Landespartei Oberösterreich überhaupt schließen zu wollen.

Das dürfte nun unterbleiben - und auch das Antreten bei der Landtagswahl scheint jetzt wahrscheinlicher. Dafür müsste das „Team“ allerdings bis 11. August 80 Unterstützungserklärungen in jedem der fünf Wahlkreise sammeln.

Stronach habe bei seinem Österreich-Besuch nicht nur mit Steinbichler geredet, er habe seiner Partei auch neuerlich finanziell unter die Arme gegriffen, berichten die „Oberösterreichischen Nachrichten“. 500.000 Euro spendete der austrokanadische Multimillionär laut Rechnungshof-Website am 28. Juli, konkret verzichtete er auf einen Darlehensteilbetrag in dieser Höhe.

OÖ: FPÖ bestreitet illegale Parteienfinanzierung

Der Verdacht einer illegalen Parteienfinanzierung der FPÖ von der Klagenfurter Agentur Ideenschmiede spielt seit heute auch nach Oberösterreich: ÖVP und SPÖ sehen Erklärungsbedarf bei der FPÖ. Der FPÖ-Landesparteichef bestreitet den Verdacht und spricht von Schmutzkübelkampagne.

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Staatsanwaltschaft: Bericht zu FPÖ fertig

In der Affäre um angebliche illegale Parteienfinanzierung hat die Korruptionsstaatsanwaltschaft ihren Bericht ans Justizministerium fertig. Ob dieser ein Auslieferungsbegehren für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl enthalten könnte, ist nicht bekannt.

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Asyl: Ruf aus den Ländern nach absoluter Obergrenze

Aus den Bundesländern kommt der Wunsch, die Zahl der Flüchtlinge, die nach Österreich dürfen, insgesamt zu begrenzen. Außerdem wird einem zeitlich befristeten Asylstatus das Wort geredet. Nicht nur Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) forderte das heute, auch seine Kärntner Parteifreunde äußerten sich in diesem Sinn, und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) ist auch für „Obergrenzen“.

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Traiskirchen vor Aufnahmestopp

Die Bundesbetreuungsstelle Traiskirchen in Niederösterreich steht vor einem Aufnahmestopp. Ab kommender Woche dürften in die vollkommen überfüllte Einrichtung in der niederösterreichischen Gemeinde keine neuen Asylwerber mehr aufgenommen werden. Angesichts der unhaltbaren Zustände mit Hunderten Obdachlosen auf dem Gelände wird das Innenressort aller Voraussicht nach neue Notquartiere schaffen.

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EU meldet Bedenken gegen neues Eisenbahngesetz an

Zum geplanten neuen österreichischen Eisenbahngesetz hat die EU-Kommission Bedenken angemeldet. Das Verkehrsministerium in Wien bestätigte heute gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht des „Standard“ (Mittwoch-Ausgabe). Demnach äußerte die Generaldirektion Mobilität und Verkehr der EU-Kommission schon Anfang Juni per Brief Bedenken zum Gesetzesvorhaben.

Stein des Anstoßes ist offenbar der geplante österreichweite integrierte Taktfahrplan bzw. dessen Umsetzung. Die mehrheitlich private Westbahn hatte in den vergangenen Monaten dagegen protestiert, weil sie sich durch den Entwurf bei der Trassenzuteilung gegenüber der Staatsbahn ÖBB diskriminiert sieht. Westbahn-Miteigentümer Hans Peter Haselsteiner hatte vor Journalisten den Gang nach Brüssel angekündigt, sollte der Gesetzesentwurf nicht in seinem Sinne geändert werden.

Von Ministeriumsseite wurde diese Kritik zurückgewiesen, das Vorhaben habe nichts mit Diskriminierung zu tun. Das Verkehrsministerium habe inzwischen den Gesetzesentwurf aufgrund der im Begutachtungsverfahren eingegangenen Stellungnahmen überarbeitet.

Der neue Entwurf sei kurz vor der Fertigstellung. Mit einem direkten Gespräch in Brüssel wolle man die Bedenken von Kommissionsseite ausräumen, hieß es aus dem Ministerium auf APA-Anfrage. Nach einem noch ausstehenden Ministerratsbeschluss soll das Gesetz im Herbst in den Verkehrsausschuss des Parlaments kommen.

Wirtschaft

Athen lobt Atmosphäre bei Gesprächen mit Gläubigern

Die griechische Regierung hat die Verhandlungen mit den internationalen Gläubigerinstitutionen über ein drittes Hilfsprogramm für das krisengeplagte Land positiv bewertet. Die gestern begonnenen und heute fortgesetzten Gespräche seien „in sehr guter Atmosphäre“ verlaufen, verlautete aus dem Finanzministerium in Athen. Es sei dabei wie im Programm vorgesehen um Fragen der Energieversorgung, der öffentlichen Finanzen und der Besteuerung gegangen.

Die Vertreter von EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) informierten sich heute am Nationalen Rechnungshof in Athen erneut über Haushaltsfragen. Die Vertreter der Institutionen würden alle Informationen erhalten, die sie benötigten, sagte der neue griechische Vizefinanzminister Tryfon Alexiadis vor Journalisten: „Wir haben nichts zu verbergen.“

Zeit bis 20. August

Die Verhandlungen sollen bis Mitte August über die Bühne gebracht werden - am 20. August braucht Athen 3,2 Milliarden Euro für eine Rückzahlung an die EZB. Vor diesem Termin müssen unter anderen noch die Parlamente mehrerer Euro-Staaten dem Verhandlungsergebnis zustimmen. Dem hoch verschuldeten Griechenland droht ohne weitere finanzielle Unterstützung der Staatsbankrott und womöglich das Euro-Aus.

Mitte Juli hatte sich die linksgeführte Regierung in Athen nach langem Ringen mit den anderen Euro-Ländern auf Verhandlungen über ein drittes Hilfsprogramm geeinigt. Die Euro-Länder bestanden darauf, dass auch der in Griechenland verhasste IWF an Bord bleibt.

US-Notenbank hält Leitzins weiter nahe null

Die US-Notenbank hält den Leitzins weiter nahe null, steuert aber fest auf die erste Erhöhung seit fast zehn Jahren zu. Der Offenmarktausschuss um Notenbankchefin Janet Yellen entschied heute Abend, den Schlüsselsatz auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent zu belassen. Auf diesem Niveau liegt er seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008.

Der Zinssatz soll laut Zentralbank aber steigen, wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessert. Zuletzt machten die Währungshüter bereits weitere Fortschritte aus: Sie sprachen von „solidem Stellenzuwachs und abnehmender Arbeitslosigkeit“.

Zinswende im September realistisch

Vor einer Zinserhöhung wollen die Währungshüter aber einigermaßen sicher sein, dass sich die Inflation dem angestrebten Ziel von zwei Prozent wieder annähert. Yellen hatte zuletzt eine Zinswende noch in diesem Jahr signalisiert. Viele Experten rechnen für September damit. Manche Beobachter erwarten den Schritt jedoch erst gegen Jahresende.

An der Wall Street fielen die Reaktionen der Investoren auf den Fed-Entscheid gedämpft aus. Dow Jones und S&P 500 bauten nach der Fed-Erklärung ihre Gewinne etwas aus. Der Euro legte kurzzeitig zu, gab die Zugewinne dann aber wieder ab und näherte sich der Marke von 1,10 Dollar.

OMV steigt aus umstrittenen Adria-Bohrprojekt aus

Die OMV steigt gemeinsam mit ihrem US-Partner Marathon Oil aus dem umstrittenen Bohrprojekt vor der kroatischen Küste aus. Das Unternehmen begründete den Ausstieg mit dem niedrigen Ölpreis. Kroatische Medien hingegen spekulierten über ungelöste Grenzprobleme mit Montenegro und Slowenien.

Umweltschützer hatten ebenfalls heftigen Widerstand gegen die Bohrungen geleistet. Sie zeigten sich nun erfreut, sehen in dem OMV-Schritt aber nur eine „Verschnaufpause“.

Mehr dazu in Heftiger Widerstand in Bevölkerung

ZIB2

Chefs der Meinl Bank von FMA abberufen

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat die Chefs der Wiener Meinl Bank abberufen. Als Grund wurde heute vorerst „mangelnde Zuverlässigkeit“ genannt. In dem Bescheid ist unter anderem von „bilanziellem Blindflug“ und einer „existenzbedrohenden Gefahrensituation“ der Meinl Bank die Rede. Die Privatbank muss nun innerhalb von drei Monaten die beiden Chefs ersetzen.

Ukraine: Vom Kampf der Armee gegen die Rebellen

In der Ostukraine schien Ende Juli des Vorjahres der Sieg der ukrainischen Streitkräfte über prorussische Rebellen nur mehr eine Frage weniger Wochen. Doch die Offensive scheiterte, vor allem am Eingreifen russischer Truppen. Aber nicht nur: Denn die ukrainischen Truppen waren insgesamt in einem sehr schlechten Zustand, von der Führung bis hin zur Ausrüstung. Korrespondent Christian Wehrschütz begleitete einige Tage lang ukrainische Truppen, die in der Nähe des zerstörten Flughafens von Donezk im Einsatz sind - mehr dazu in der ZIB2.

Wie viel darf Arbeitssuchenden zugemutet werden?

Geht es nach Finanzminister Hans Jörg Schelling, dann deutlich mehr. Das sagte er gestern in der ZIB2 und löste damit eine heftige Debatte aus. Aber sind die Regeln in Österreich wirklich zu lasch? Und könnten schärfere Zumutbarkeitsregeln die Arbeitslosigkeit nennenswert senken? Dazu ist Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), live im ZIB2-Studio.

Hasspostings gegen Flüchtlinge und Aktivisten

Mit der Zahl der Asylsuchenden steigt auch das Hasspotenzial der Nutzer von Sozialen Netzen, die sich immer leichter zu Verhetzung, Nazi-Sprüchen und auch Morddrohungen hinreißen lassen. Ziel dieser Attacken sind nicht nur Asylwerber, sondern auch Österreicher, die sich für diese einsetzen - wie zuletzt der Österreichische Alpenverein (OEAV) nach einer Wanderung mit Asylwerbern.

Makkabi-Spiele in Deutschland

In Berlin begannen die europäischen Makkabi-Spiele - das ist die größte jüdische Sportveranstaltung in Europa. Die Spiele wurden als Antwort auf die wachsende Judenfeindlichkeit in den 1920er und 30er Jahren gegründet. In Berlin kämpfen jetzt 2.300 Sportler um Medaillen - und zwar ausgerechnet auf dem Olympiagelände, das 1936 Schauplatz der Olympischen Spiele der Nationalsozialisten war. Das macht die 14. europäische Makkabiade so besonders - aus Berlin berichtet Birgit Schwarz.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Beachvolleyball-EM: Klarer Auftaktsieg für Doppler/Horst

Die Medaillenhoffnungen Clemens Doppler/Alexander Horst sind heute mit einem klaren Zweisatzsieg gegen die Weißrussen Alexander Kawalenka/Alexander Dsiadku in die Heim-EM der Beachvolleyballer in Klagenfurt gestartet. Während die Weltranglistenfünften erfolgreich den Grundstein für den Aufstieg in die K.-o.-Phase legten, schafften Stefanie Schwaiger/Barbara Hansel mit ihrem zweiten Sieg den vorzeitigen Aufstieg.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Chronik

Doppeljackpot bei Lotto „6 aus 45“

Wieder hat kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination der heutigen Ziehung im Lotto „6 aus 45“ getippt. Am Sonntag wird daher ein Doppeljackpot ausgespielt, in dem jetzt schon über 1,8 Mio. Euro liegen. Folgende Gewinnzahlen wurden gezogen:

2 11 15 20 30 44 / Zusatzzahl 3

Auch beim Jokerspiel hatte zum zweiten Mal hintereinander kein Spielteilnehmer die richtige Zahlenkombination auf dem Schein. Im Jackpot bleiben über 360.000 Euro. Die richtige Jokerzahl lautet:

1 3 9 5 3 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Waldbrand legte Roms Flughafen lahm

Ein Waldbrand unweit des römischen Flughafens Fiumicino hat Italiens größten Airport heute Nachmittag lahmgelegt.

Wegen der starken Rauchentwicklung auf den Rollbahnen musste der Start Dutzender Flüge gestrichen werden, teilte die italienischen Fluggesellschaft Alitalia mit. Feuerwehrmannschaften und Canadair-Flugzeuge kämpften gegen den Waldbrand.

Das Feuer ist ein weiterer Schlag für den römischen Flughafen, auf dem es am 7. Mai im Terminal 3 nach einem Kurzschluss in einer Küche gebrannt hatte. Wochenlang blieb wegen der Feuerschäden der Flugverkehr in Fiumicino eingeschränkt. Die italienische Gesellschaft Alitalia klagte über den dadurch entstandenen Schaden in der Höhe von 80 Millionen Euro.

Wrackteil auf La Reunion löst Spekulationen um MH370 aus

Das Wrackteil eines Flugzeugs auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean hat Spekulationen über mögliche Verbindungen zum verschollenen Flug MH370 von Malaysia Airlines ausgelöst. Das rund zwei Meter lange Stück wurde nach Berichten lokaler Medien heute an der Küste bei Saint-Andre im Osten der zur Frankreich gehörenden Insel gefunden.

Die Boeing 777 war am 8. März 2014 mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach der Maschine wurde seither ohne Erfolg gesucht. Der französische Luftsicherheitsexperte Xavier Tytelman sprach von einer unglaublichen Ähnlichkeit zwischen dem gefundenen Wrackstück und dem Teil eines Ruders einer Boeing 777.

„In einigen Tagen sichere Antwort“

Auf seinem Twitter-Account und in seinem Blog stellte Tytelman eine Skizze dazu online. „In einigen Tagen werden wir eine sichere Antwort haben“, schrieb er. Die für Lufttransporte zuständige Gendarmerie auf La Reunion eröffnete nach den Berichten ein Untersuchungsverfahren. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt.

Das laut Augenzeugen mit Muscheln besetzte Wrackteil soll etwa nach Seriennummern abgesucht werden. Neben möglichen Verbindungen zur MH370 sollen auch eventuelle Spuren zu zwei Flugzeugabstürzen in den Jahren 2006 und 2009 untersucht werden.

Gesundheit

Science

Bis 2050 fast zehn Mrd. Menschen auf der Welt

Die Weltbevölkerung wird bis 2050 stärker wachsen als angenommen. Wie die Stiftung Weltbevölkerung heute erklärte, korrigierte die UNO Hochrechnungen von 2013 und rechnet nun mit einem Anstieg der globalen Bevölkerung von heute etwa 7,3 Mrd. auf rund 9,7 Mrd. Menschen bis 2050 - über 170 Millionen mehr als angenommen.

Im Jahr 2100 rechnet die UNO mit 11,2 Mrd. Menschen auf der Erde. Verantwortlich für das Wachstum sind beinahe ausschließlich die Entwicklungsländer. So wird damit gerechnet, dass die Bevölkerung in Afrika von heute rund 1,2 Mrd. auf fast 4,4 Milliarden im Jahr 2100 steigt. In Europa wird hingegen mit einem Rückgang von derzeit 738 Millionen Menschen auf rund 646 Millionen Menschen im Jahr 2100 gerechnet.

Kaum Verhütung in Entwicklungsländern

Grund für den Anstieg ist unter anderem die Annahme, dass die Fertilitätsrate, also die Anzahl der Geburten pro Frau, weniger stark sinkt als noch vor einigen Jahren angenommen. Die Stiftung Weltbevölkerung forderte vor diesem Hintergrund einen besseren Zugang zu Aufklärung und freiwilliger Familienplanung für Frauen und Jugendliche in Entwicklungsländern.

„Jedes Jahr werden nach wie vor 74 Millionen Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern ungewollt schwanger - unter anderem, weil sie nicht verhüten können“, erklärte die Geschäftsführerin der Stiftung, Renate Bähr. Dem Bericht zufolge würde es jährlich 9,4 Mrd. Dollar (8,5 Mrd. Euro) kosten, Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern Verhütung zu ermöglichen. Derzeit werde nicht einmal die Hälfte davon aufgebracht.

Kultur

125. Todestag Van Goghs - „125 Jahre Inspiration“

Mit einer Kranzniederlegung an der Grabstätte von Vincent Van Gogh in Auvers-sur-Oise bei Paris durch zwei Urenkel des Bruders Theo van Gogh ist heute in Frankreich der 125. Todestag des niederländischen Impressionisten begangen worden.

Van Gogh starb am 29. Juli 1890 in einem Hotelzimmer, zwei Tage nachdem er auf offenem Feld mit einer Pistole einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Die Nachfahren des Malers, Willem Van Gogh und Machteld Van Lear, legten zwei große Kränze aus Sonnenblumen am Grab nieder.

Ein reisender „Modelleuropäer“

Bei einer Ansprache sagte Axel Rüger, Direktor des Van-Gogh-Museums in Amsterdam, dass 2015 unter dem Motto „125 Jahre Inspiration“ zum Van-Gogh-Jahr erklärt wurde. „Noch heutzutage werden überall in der Welt Millionen Menschen von ihm inspiriert.“

Van Gogh verbrachte die letzten drei Monate seines Lebens in der Unterkunft Auberge Ravoux in dem kleinen Dorf Auvers-sur-Oise, 27 Kilometer von Paris entfernt. Er malte dort mehr als 70 Bilder, von denen manche - so etwa jenes der Kirche von Auvers - zu seinen größten Meisterwerken zählen. 1985 wurde das Hotel, in dem der Künstler lebte, von den Behörden zu einem historischen Monument erhoben.

Anlässlich des Festakts wurde auch „The Vincent Van Gogh Atlas“ vorgestellt, ein 180 Seiten starkes Buch, das den Lebenslauf Van Goghs mit Hilfe von historischen Fotos, Zeichnungen, Grafiken, Landkarten und Briefen nachvollzieht. Van Gogh hatte in den 37 Jahren seines Lebens 38 Adressen in den Niederlanden, in Belgien, Großbritannien und Frankreich. „Van Gogh war ein Modelleuropäer“, sagte Rüger. Bis Jahresende finden in Auvers sowie in Amsterdam zahlreiche Veranstaltungen zum Jubiläum statt.

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