Inland

Bandion-Ortner fühlt sich missinterpretiert

Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner fühlt sich nach ihrem „profil“-Interview missinterpretiert. In einer schriftlichen Stellungnahme des König-Abdullah-Zentrums beklagt sie sich, das Interview sei nicht autorisiert, nicht korrekt und aus dem Kontext gerissen.

Zudem heißt es in der Aussendung, dass Bandion-Ortner wiederholt ihre klare Ablehnung der Todesstrafe geäußert habe. Freilich ist diese ablehnende Haltung auch dem „profil“-Text zu entnehmen. Über die schriftliche Stellungnahme hinaus wolle sie sich zu dem Thema öffentlich nicht äußern, so Bandion-Ortner auf Anfrage der APA. Die zuständige „profil“-Redakteurin war vorerst nicht erreichbar.

Aussagen für Richterchef „schockierend“

Bestürzt reagiert der Vorsitzende der Richtervereinigung, Werner Zinkl, auf die umstrittenen Aussagen Bandion-Ortners zur Todesstrafe in Saudi-Arabien. Die karenzierte Richterin hatte im „profil“ gemeint, dass nicht jeden Freitag geköpft werde.

Diese „Verharmlosung der Todesstrafe“ sei „eigentlich schockierend“, meinte Zinkl auf Anfrage der APA. Er verstehe Bandion-Ortner nicht, so der Richterpräsident. Denn eigentlich wäre es angemessen gewesen, wenn sie sich bei einem Besuch in Saudi-Arabien dort gegen die Todesstrafe ausgesprochen hätte. Stattdessen verharmlose sie diese.

150 Prozent mehr Asylanträge im September

Die Zahl der Asylanträge ist im September stark gestiegen. 3.360 Ansuchen bedeuten ein Plus von 149,8 Prozent im Vergleich zum September 2013. Insgesamt gab es heuer bisher rund 3.500 Anträge mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt. Säumig bei der Unterbringung sind indes weiter die Länder.

Was die Asylanträge angeht, gibt es das starke Plus erst seit den Sommermonaten. Schwankten die Zahlen bis dahin zwischen minus 5,5 Prozent (Juni) und 20,8 Prozent (Mai), ging es danach gehörig nach oben. 2.341 Anträge wurden im August gezählt und damit 73,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die 3.360 Ansuchen des September sind überhaupt der stärkste Monat seit vielen Jahren.

Flüchtlinge vor allem aus Syrien

Zurückzuführen sind die steigenden Zahlen vor allem auf den Bürgerkrieg in Syrien. Bürger dieses Landes bilden mittlerweile die bei weitem stärkste Flüchtlingsgruppe. 4.720 der gesamt 16.238 Asylansuchen kamen heuer von Syrern. Alleine im September waren es mehr als 1.200. Auf den nächsten Plätzen in der Antragsstatistik kommen die dort traditionell stark vertretenen Flüchtlinge aus Afghanistan (2.818) und der Russischen Föderation (1.230).

Der stärkere Zustrom trägt auch dazu bei, dass die Länder unverändert ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Am Wochenende gingen 275 Anträge ein. Von den Ländern heute übernommen wurden allerdings nur 70 Flüchtlinge. Wie lange es noch dauern wird, bis die Länder tatsächlich ihren Verpflichtungen nachkommen, bleibt abzuwarten. Bei einer Flüchtlingskonferenz hat man nun als neues Datum Ende Jänner in Aussicht gestellt.

SPÖ und ÖVP gegen Nulllohnrunde bei Politikern

SPÖ und ÖVP zeigen wenig Lust auf eine Nulllohnrunde für Politiker. Im Büro von Staatssekretärin Sonja Steßl (SPÖ) wird auf das Gesetz verwiesen, und die Anpassung - 1,67 Prozent - wird „aus unserer Sicht so passieren“. Auch ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka klingt eher ablehnend: „Abgeordnete, die fleißig arbeiten - und das tun die Abgeordneten, die ich kenne -, sehe ich nicht als überbezahlt an.“

Die Aussetzung einer Anhebung habe es in der Vergangenheit bereits öfter gegeben, sagte Lopatka auf APA-Anfrage. Er gab zudem zu bedenken, dass die Mandatare Parteiabgaben zu leisten und Ausgaben aus dem Politikerbezug zu bestreiten haben. Lopatkas SPÖ-Gegenüber Andreas Schieder verwies auf Anfrage auf Steßls Stellungnahme.

Deren Sprecher betonte gegenüber der APA, es handle sich ohnehin lediglich um eine Inflationsanpassung. Das sei im Gesetz vorgesehen und sollte auch so umgesetzt werden.

Strache gegen Erhöhung

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache war am Wochenende dafür eingetreten, die Erhöhung wieder auszusetzen. Nulllohnrunden für Politiker gab es in den Jahren 2008 bis 2012. Voriges Jahr und heuer bekamen sie Erhöhungen im selben Ausmaß wie die Pensionisten, nämlich 1,8 Prozent für 2013 und 1,6 Prozent für 2014. Das lag aufgrund des Sparpakets unter der Inflation.

Grüne für Auflösung der ÖIAG

Die Grünen haben sich heute wieder für die Auflösung der ÖIAG ausgesprochen. Die Beteiligung an der OMV sollte ins Wirtschaftsministerium, Post und Telekom Austria (TA) an das Verkehrsministerium und die restlichen Anteile an das Finanzministerium gehen, schlug Wirtschaftssprecherin Ruperta Lichtenecker in einem Pressegespräch vor. Die Grünen sind auch gegen weitere Privatisierungsschritte.

Die Eingliederung in die Ministerien hätte drei Vorteile, so Lichtenecker: Transparenz und Kontrolle würden gestärkt, es gäbe klare Verantwortung, und schlankere Strukturen würden zu einer Kostenersparnis führen. Das könne dazu beitragen, dass die jahrelange Fehlsteuerung beendet wird.

Auch Verbund und ASFINAG würden jetzt schon von Ministerien verwaltet, und „je näher die Anteile beim Ministerium, desto näher beim Parlament und damit bei den Bürgern“, so die Wirtschaftssprecherin.

Ex-ÖIAG-Vorstand Beyrer äußert sich lieber nicht öffentlich

„Ich glaube nicht, dass ich mich je wieder öffentlich zur ÖIAG äußern werde, und bin nicht unglücklich darüber.“ Das sagte Markus Beyrer, Vorgänger des derzeitigen Staatsholding-Vorstands Rudolf Kemler, am Rande einer Pressekonferenz der Industriellenvereinigung auf eine Journalistenfrage, wie es mit der Holding weitergehen könne, bei der diese Woche der Aufsichtsrat tagt.

Äußern zur Zukunft und den Vorgängen in der Staatsholding müssten sich die Verantwortlichen, so der nunmehrige Director General des europäischen Arbeitgeberverbandes Businesseurope.

Ausland

Neue Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten im Jemen

Mit dem Ausbruch neuer Gefechte zwischen sunnitischen Stammeskämpfern und schiitischen Huthi-Rebellen ist ein vor zwei Tagen im Südjemen vereinbarter Waffenstillstand hinfällig.

Nach Angaben der jemenitischen Nachrichtenseite al-Masdar Online gab es in der Nacht auf heute Zusammenstöße in der Stadt Radaa in der südjemenitischen Provinz al-Baida sowie in einem Gebirgstal nördlich von Radaa. Die Huthis hätten „schwere Verluste“ erlitten, zitierte al-Masdar Online einen Augenzeugen.

Die aufständischen Huthis hatten am Samstagabend einen Waffenstillstand mit lokalen sunnitischen Stämmen unterzeichnet. Im Laufe der letzten Woche war es zu schweren Kämpfen zwischen beiden Seiten gekommen, nachdem Huthis mehrere Städte südlich der von ihnen kontrollierten Hauptstadt Sanaa eingenommen hatten.

Gestern Abend besetzten die Aufständischen laut einem weiteren Bericht von al-Masdar Online zudem den Firmensitz der staatlichen Ölfirma Safer in der östlich von Sanaa gelegenen Provinz Marib. Die bewaffneten Huthis hätten von der Leitung einen sofortigen Stopp aller Ölexporte ins Ausland verlangt.

Bericht: Gastarbeiter in Südkorea werden ausgebeutet

Sie werden geschlagen und ausgebeutet und können doch ihre Arbeitgeber nicht wechseln: In Südkorea sitzen laut einem Bericht von Amnesty International (AI) Zehntausende ausländische Landwirtschaftshelfer in einer von der Regierung gestellten Falle.

„Die Behörden haben ein schändliches System geschaffen, das Ausbeutung und Zwangsarbeit erblühen lässt“, sagte Amnesty-Expertin Norma Kang Muico bei der Vorstellung des Berichts „Bittere Ernte“ heute in Seoul.

Erlaubnis für Jobwechsel notwendig

Die Arbeitsgenehmigungen der Regierung sehen vor, dass ausländische Arbeitskräfte von ihren Arbeitgebern nach Gutdünken entlassen werden können. Die Arbeiter selbst können ihren Job aber nur wechseln, wenn ihnen ihr aktueller Arbeitgeber dafür eine schriftliche Erlaubnis erteilt.

Viele Einwanderer säßen in der Falle, weil sie sich für die Einreise verschuldet hätten, sagte Muico. Sie seien deswegen verzweifelt auf einen Arbeitsplatz angewiesen, und wegen der hohen Hürden für einen Jobwechsel seien sie „der Gnade skrupelloser Arbeitgeber ausgeliefert“.

Vorwürfe für Seoul „übertrieben“

2013 gab es in Südkorea laut Amnesty rund 250.000 Gastarbeiter, 20.000 davon im Landwirtschaftssektor. Die meisten von ihnen kommen aus Kambodscha, Nepal und Vietnam. Durch die Alterung der Gesellschaft und die Landflucht jüngerer Menschen ist die südkoreanische Wirtschaft auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, insbesondere in der Landwirtschaft, der Fischerei und im Baugewerbe.

Das südkoreanische Arbeitsministerium wies die Amnesty-Vorwürfe als „übertrieben“ zurück und verwies auf Rechtsänderungen, die einen Jobwechsel erleichterten. Die Menschenrechtsorganisation listete jedoch zahlreiche Beispiele auf, wonach Behördenvertreter Arbeitsmigranten entmutigten, ihre Rechte durchzusetzen.

So berichtete ein 25-jähriger Kambodschaner, er habe der Mitarbeiterin eines Jobcenters auf seinem Handy ein Video gezeigt, auf dem zu sehen sei, wie er von seinem Arbeitgeber verprügelt wird. „Die Sachbearbeiterin sagte mir, ich sei schuld, weil ich den Kohl falsch geschnitten hätte, und ich solle mich dafür entschuldigen.“

Letzte Anhörungen der neuen EU-Kommissare

Für den designierten Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker entscheidet sich diese Woche, ob er im zweiten Anlauf sein Team für die Kommission durchbringt. Im EU-Parlament in Straßburg finden heute die letzten beiden Hearings statt. Diese sind notwendig, weil die Abgeordneten die erste slowenische Kandidatin, Alenka Bratusek, abgelehnt haben. Die zweite Kandidatin Violeta Bulc könnte es auch nicht leicht haben.

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Jazenjuk: Gasstreit mit Moskau noch nicht beendet

Im Gasstreit mit Russland rechnet der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk trotz jüngster Fortschritte mit weiterhin schwierigen Gesprächen. Der russische Präsident Wladimir Putin verzögere die Lösung mit immer neuen Forderungen. „Ich habe keinen Grund, Putin zu vertrauen“, sagte Jazenjuk im ukrainischen Fernsehen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte am Wochenende eine Einigung mit Russland zumindest auf einen „Winterpreis“ verkündet. Nun sei ein Abkommen nötig, sagte Jazenjuk. „Eine Vereinbarung braucht Unterschriften, derzeit gibt es nur Gespräche“, sagte er.

Gasgipfel in Brüssel

Es sei wichtig, dass EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach Kiew komme, um eine einheitliche Position in dem Streit auszuhandeln, sagte der Regierungschef. Oettinger wird heute in der ukrainischen Hauptstadt erwartet. Morgen treffen sich Vertreter der Ukraine, Russlands und der EU-Kommission in Brüssel.

Der russische Gasprom-Konzern bekräftigte, dass die Bezahlung von gut 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,5 Mrd. Euro) bis zum Jahresende durch die Ukraine weiter im Raum stehe. Es sei fraglich, ob das die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik leisten könne. „Der Ball liegt im Feld der EU-Kommission“, sagte Gasprom-Chef Alexej Miller in Moskau. Die Ukraine ist wichtiges Transitland für russisches Gas in die EU.

Nach Skandalen in Japan treten zwei Ministerinnen zurück

Rückschlag für Japans rechtskonservativen Regierungschef Shinzo Abe: Wegen eines Skandals um politische Spenden ist seine Industrie- und Handelsministerin Yuko Obuchi heute zurückgetreten.

Kurz darauf reichte auch Justizministerin Midori Matsushima ihren Rücktritt ein. Ein Oppositionspolitiker hatte sie angezeigt, weil sie Wähler mit Fächern beschenkt hatte, was illegalen Spenden gleichkomme.

Es sind die ersten Rücktritte seit dem Amtsantritt Abes im Dezember 2012. Sie erfolgten weniger als zwei Monate, nachdem Abe fünf Frauen in sein Kabinett geholt hatte. Er hatte sich die Förderung von Frauen auf Führungspositionen in Japans männerdominierter Gesellschaft groß auf die Fahnen geschrieben.

Obuchi galt als aufstrebender Star

Obuchi, die 40 Jahre alte Tochter eines früheren Regierungschefs, galt dabei als aufstrebender Star und wurde bereits als künftige Ministerpräsidentin gehandelt. Ihr Rücktritt nach weniger als zwei Monaten ist der erste seit Abes Amtsantritt Ende 2012.

Auch andere weibliche Mitglieder seines Kabinetts sind seit ihrem kürzlichen Amtsantritt in die Schusslinie der Kritik geraten. Seine Innenministerin Sanae Takaichi und die Vorsitzende der Kommission für nationale Sicherheit, Eriko Yamatani, sahen sich mit Fotos konfrontiert, die sie mit dem Anführer einer Neonazi-Gruppe zeigen. Sie sagten, sie hätten nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten.

AI: Keine Hinweise auf Massengräber in Ostukraine

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) sieht keine Beweise für Massengräber im umkämpften ostukrainischen Donezk, wie sie prorussische Separatisten entdeckt haben wollten.

In einem heute veröffentlichten Bericht über Hinrichtungen wirft die Organisation sowohl prorussischen als auch proukrainischen Kräften falsche Angaben über die Gräueltaten der jeweils anderen Seite vor.

„Fest steht auch, dass einige der schockierenden Fälle, über die berichtet wurde, besonders in russischen Medien enorm übertrieben waren“, so John Dalhuisen von Amnesty.

„Keine überzeugenden Beweise“

Mit Berichten über rund 400 im Konfliktgebiet gefundene Leichen von Zivilisten hatten die Separatisten Ende September Druck auf die Führung in Kiew gemacht. Laut den Angaben befanden sich die Gräber in Gebieten, die zuvor von der ukrainischen Armee beherrscht worden waren.

Amnesty habe „keine überzeugenden Beweise für Massentötungen oder Gräber“ gefunden, hieß es. Stattdessen sei die Organisation auf die Leichen von vier männlichen Zivilisten in zwei Gräbern in der Nähe des Dorfes Komunar gestoßen.

Vorwurf illegaler Hinrichtungen

Die Menschenrechtsorganisation warf den prorussischen Separatisten sowie regierungstreuen Kräften in der Ukraine dennoch illegale Hinrichtungen im Osten des Landes vor. „Es gibt keine Zweifel an illegalen Hinrichtungen und Gräueltaten, die von prorussischen Separatisten und ukrainischen Milizen in der Ostukraine begangen worden sind“, sagte die Ukraine-Expertin der Organisation, Jovanka Worner. Das Ausmaß der Taten sei jedoch schwierig festzustellen.

MH17-Abschuss: BND hat Belege gegen Separatisten

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) hat laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ in der Causa des Abschusses der Passagiermaschine MH17 mit fast 300 Toten Belege gegen russische Separatisten. Diese hätten die Maschine im Juli über der Ostukraine abgeschossen, wie eine „umfangreiche Analyse“ des vorhandenen Materials zeige.

So habe die Auswertung von Fotos und Satellitenaufnahmen die Darstellung Russlands, dass ukrainischen Soldaten die Rakete abgefeuert hätten bzw. ein ukrainischer Jagdbomber in der Nähe der Passagiermaschine geflogen sei, widerlegt.

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Sport

Bundesliga: Salzburg ortet Verbesserungsbedarf

Dank einem 4:2-Heimsieg gegen Ried und der WAC-Niederlage gegen Grödig hat Meister Red Bull Salzburg am Wochenende die Tabellenführung in der Bundesliga erobert. Kevin Kampl, Jonatan Soriano und Co. tankten damit viel Selbstvertrauen für das kommende Europa-League-Spiel gegen Dinamo Zagreb.

Doch neben viel Licht gibt es auch eine Problemzone. „Nach vorne war es gut, defensiv aber teilweise fahrlässig“, sieht Salzburg-Trainer Adi Hütter Verbesserungspotenzial in den Abwehrreihen.

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Fußball: Real und Barcelona für „Clasico“ bereit

Der „Clasico“ zwischen Real und Barcelona am Samstag könnte in die Geschichte eingehen, zumindest die Vorzeichen stehen gut für ein Spektakel im Estadio Bernabeu. Nicht nur, dass sich beide Teams mit klaren Siegen für das 229. direkte Duell warmgeschossen haben, mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi präsentieren sich zurzeit auch die beiden Topstars in Hochform.

Ausgerechnet im Stadion des Erzrivalen könnte Messi dabei für eine Sternstunde in der Primera Division sorgen und den Uralttorrekord brechen - in einer Partie, in der zudem Luis Suarez vor seinem Debüt für Barcelona steht.

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Wirtschaft

EU-Energieziele 2030: Kaum Einigkeit unter den Staaten

Kaum Einigkeit gibt es unter den 28 EU-Staaten über die Energieziele 2030. Ende der Woche soll der EU-Gipfel das europäische Klima- und Energiepaket 2030 verabschieden - allerdings liegen die Vorstellungen einerseits über die Höhe der Ziele selbst als auch über deren Verbindlichkeit teilweise weit auseinander.

Der Vorschlag sieht ein verbindliches Ziel der Senkung der CO2-Emissionen um 40 Prozent bis 2030 bezogen auf 1990 vor. Die Energieeinsparung, also die Effizienz, soll 30 Prozent betragen, und der Anteil der Erneuerbaren Energie wird mit 27 Prozent angegeben.

Österreich für verbindliches 40-Prozent-Ziel

Während Polen bei den Verhandlungen auf die Bremse tritt, plant Schweden nach Angaben von EurActiv offenbar noch ehrgeizigere Ziele. Großbritannien und Zypern sind gegen jede Form von bindenden Energieeffizienz-Zielen. Deutschland, Dänemark und Polen fordern, dass alle drei Ziele bindend sind und sowohl bei den Erneuerbaren als auch der Energieeffizienz bei 30 Prozent liegen.

Österreich ist für ein verbindliches 40-Prozent-Ziel bei den Treibhausgasreduktionen, ebenso für ein verbindliches Mindestziel von 27 Prozent bei Alternativenergien, aber nur für eine unverbindliche 30-Prozent-Energieeffizienz.

Gesundheit

Mann von Ebola-Patientin in Spanien droht mit Klage

Der Ehemann der spanischen Ebola-Patientin will die Behörden verklagen. „Ich werde vor Gericht beweisen, dass die Bewältigung der Ebola-Krise ein großes Pfuschwerk war“, kündigte der Mann auf einem Video an, das eine Sprecherin der Familie der Madrider Presse übergab. Die Pflegehelferin hatte sich bei der Behandlung eines Ebola-Kranken, der aus Westafrika nach Spanien ausgeflogen worden war, selbst mit dem Virus angesteckt.

Seine Frau hat die Infektion weitgehend überwunden. Wie die Expertenkommission der spanischen Regierung bekanntgab, wurden bei der Pflegehelferin bei einem Test keine Ebola-Viren mehr festgestellt. Ein zweiter Test soll das bestätigen.

„Ich bin sehr froh, dass meine Frau die Krankheit überwunden hat“, sagte der Ehemann nach Medienberichten von heute. „Ich werde meinen letzten Blutstropfen dafür hergeben, ihre Ehre und Würde zu verteidigen.“ Einzelne Politiker hatten nach dem Bekanntwerden der Infektion indirekt der 44-Jährigen eine Mitschuld gegeben.

Chronik

Grippe schuld an Seehundsterben in Nordsee

Ein großer Teil der seit Anfang Oktober schwer krank oder tot aufgefundenen Seehunde an der Nordsee-Küste hatte sich mit einem Influenzavirus infiziert. Das ist das Ergebnis tierärztlicher Untersuchungen, die heute vorgestellt wurden. Der Wattenmeerbestand der Seehunde sei nach Einschätzung der Fachleute durch das aktuelle Sterben nicht gefährdet.

Das teilte die Nationalparkverwaltung im schleswig-holsteinischen Tönnig mit. Ein Staupevirus, das 1988/89 und 2002 zu massenhaften Seehundsterben führte, sei nicht nachgewiesen worden. Seit Anfang Oktober wurden auf Helgoland, Sylt, Amrum und Föhr insgesamt rund 350 schwer kranke oder tote Seehunde gefunden.

Drei weitere Leichen nach Schneesturm in Nepal geborgen

Knapp eine Woche nach einem verheerenden Schneesturm in Nepal haben Suchmannschaften drei weitere Leichen geborgen. Zwei der Opfer seien heute im Bezirk Manang gefunden worden, die Leiche einer Israelin auf dem Thorong-Pass, sagte ein Vertreter des Trekkingverbands TAAN. Nach seinen Angaben beteiligten sich erneut sechs Hubschrauber an der Suche nach Vermissten.

Mehrere Wandergruppen waren am vergangenen Dienstag von dem plötzlichen Schneesturm überrascht worden. Mehr als 500 Menschen - darunter drei Österreicher - konnten gerettet werden, Hunderte weitere schafften es ohne Hilfe zurück ins Tal. Für 40 Menschen jedoch kam nach einer Zählung des Trekkingverbandes jede Hilfe zu spät.

Obwohl es bis heute keine Liste mit den Namen aller Trekker vom vergangenen Dienstag gibt, geht TAAN davon aus, dass der überwiegende Teil der Betroffenen inzwischen gerettet worden ist. Vermisst werde jetzt noch „eine kleine Zahl nepalesischer Tourenbegleiter“, sagte der TAAN-Vertreter Keshav Pandey. Nach ihnen soll nur noch mit kleineren Bergungsteams gesucht werden.

Religion

Pressestimmen zu Synode: „Völlig neues Romgefühl“

Die gestern zu Ende gegangene Familiensynode im Vatikan ist Inhalt zahlreicher internationaler Pressekommentare, die vermehrt die neue Diskussionskultur in der katholischen Kirche hervorheben. „Es ist eine Änderung in Gang, und es ist kaum möglich, die Tragweite zu unterschätzen“, schreibt etwa die italienische „La Repubblica“. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet von einem „völlig neuen Romgefühls namens ‚Freimut‘“.

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Science

Psychologe kritisiert Selfie-Kultur

Konkurrenzdenken, Individualismus und narzisstische Selfie-Kultur: Der belgische Psychologe Paul Verhaeghe stellt dem Menschen der Gegenwart kein besonders gutes Zeugnis aus. Als Ursache ortet er das Diktat der Wirtschaft, das auch die Psyche ökonomisiert. „Wir sind wie kleine Inseln, auf denen wir mit unseren Selfies einsam leben und Angst vor anderen Menschen haben“, sagt er in einem ORF.at-Interview anlässlich einer Konferenz am Wochenende im Sigmund Freud Museum in Wien.

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Kultur

Viennale-Doku: Mit dabei auf dem Maidan

„Maidan“ wirkt auf den ersten Blick wie eine bloße Aneinanderreihung von Archivmaterial: Sergej Losniza setzt in seiner Dokumentation auf lange Einstellungen und aufwendig konstruierte Klangkulissen aus dem Zentrum der ukrainischen Proteste in Kiew. Im Dickicht der demonstrierenden Menge auf dem Maidan-Platz bleiben zwar viele Fragen unbeantwortet, aber als Kinobesucher erlebt man die Ereignisse aus ungewöhnlicher Nähe - wie durch ein Fenster.

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Jay Leno mit US-Comedy-Preis ausgezeichnet

US-Moderator Jay Leno (64) ist mit einem renommierten Comedy-Preis ausgezeichnet worden. Der Moderator bedankte sich US-Medien zufolge bei der Verleihung des Mark-Twain-Preises besonders bei seiner Frau Mavis, mit der er seit 34 Jahren verheiratet ist. „Die meisten Leute können sich die guten Witze anhören - sie musste sich die ganzen bescheuerten anhören, die nicht gezündet haben“, sagte Leno.

Bei der Gala anwesend waren neben anderen Jerry Seinfeld, Chelsea Handler und Jimmy Fallon, der von Leno den TV-Talk „Tonight Show“ übernommen hat. Der Twain-Preis wird in Erinnerung an den amerikanischen Humoristen und Satiriker Mark Twain vom US-Kulturzentrum Kennedy Center für amerikanischen Humor vergeben. Zu den früheren Preisträgern gehören Whoopi Goldberg, Steve Martin, Billy Crystal und Bill Cosby.

Matera in Süditalien Europas Kulturhauptstadt 2019

Die süditalienische Stadt Matera wird neben Plowdiw in Bulgarien Europas Kulturhauptstadt 2019. Die 60.000-Einwohner-Stadt setzte sich bei der italienischen Endauswahl gegen Cagliari, Perugia und Assisi, Siena, Lecce und Ravenna durch.

Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Initiative der Europäischen Union. Jedes Jahr werden zwei Kulturhauptstädte ernannt - eine aus den alten EU-Staaten (2019: Italien) und eine aus den neuen (2019: Bulgarien). In den Kulturhauptstädten finden in dem jeweiligen Jahr zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Aktionen statt.

Grottenwohnungen als Weltkulturerbe

„Die Kraft der Innovation unserer Projekte hat gesiegt. Für uns und für ganz Süditalien ist diese Designierung besonders wichtig“, so der Bürgermeister von Matera, Salvatore Adduce. Gewählt wurde die Stadt von einer internationalen Jury.

Matera ist eine Überraschung für viele ausländische Besucher. Bekannt ist die Altstadt, die zum Teil aus Höhlensiedlungen, den seit 1993 zum UNESCO-Welterbe gehörenden Sassi, besteht. Materas terrassenförmig ansteigende Grottenwohnungen, die seit der Spätantike aus dem weichen Kalktuff herausmodelliert wurden, verleihen der vermutlich ältesten Stadt in Süditalien surrealistische Züge.

Leute

William und Kate erwarten zweites Kind im April

Das zweite Kind von Prinz William und seiner Frau Kate wird voraussichtlich im April zur Welt kommen. Das teilte der Kensington-Palast heute mit. William und Kate haben bereits einen kleinen Sohn: Prinz George kam am 22. Juli 2013 zur Welt.

Nach offiziellen Angaben wird Kate morgen erstmals seit über zwei Monaten wieder in der Öffentlichkeit auftreten. Die 32-Jährige und ihr Mann werden demnach Königin Elizabeth II. bei einem Empfang für Singapurs Präsidenten Tony Tan Keng Yam und seine Frau vertreten. Zudem werde die Herzogin von Cambridge an einer Preisverleihung für das beste Tierfoto des Jahres im Londoner Naturkundemuseum teilnehmen.

Die Nummer zwei der britischen Thronfolge und seine Frau hatten Anfang September bekanntgegeben, dass sie zum zweiten Mal Nachwuchs erwarten. Wie schon beim ersten Mal leidet die Herzogin von Cambridge an einer extremen Form der Schwangerschaftsübelkeit und musste deshalb bisher alle öffentlichen Termine absagen.