Inland

Faymann beharrt auf Vermögenssteuern

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat gestern in der ORF-„Pressestunde“ einmal mehr die Einführung von Vermögenssteuern als wichtige Forderung seiner Partei bei den Verhandlungen zur Steuerreform betont. Die von der Partei angepeilte und als Priorität ins Feld geführte Lohnsteuersenkung müsse schließlich finanziert werden.

Die Frage, die nun zu beantworten sei, sei eben: „Wo kommt ’s Geld her?“ Die Diskussion mit dem Koalitionspartner ÖVP sei „nicht einfach, aber machbar“, so der Kanzler - nicht zuletzt, weil die SPÖ „gute Argumente“ habe.

Mehr dazu in „Für Spielchen habe ich nichts über“

Ausland

New Yorker Polizistenmörder wurde mehrfach festgenommen

Der Polizistenmörder von New York ist den Behörden bekannt gewesen. Der 28-Jährige sei bereits 19-mal festgenommen worden, sagte der oberste Ermittler der Polizei in New York, Robert Boyce, gestern. Medienberichten zufolge wurden ihm etwa im US-Bundesstaat Georgia illegaler Waffenbesitz und Diebstahl vorgeworfen.

Der Afroamerikaner hatte am Samstag im Stadtbezirk Brooklyn zwei hellhäutige Polizisten - einer war asiatischer, der andere lateinamerikanischer Herkunft - mit Kopfschüssen getötet. Nach der Tat erschoss er sich in einer U-Bahn-Station.

Drohungen in Sozialen Netzwerken

Es war zunächst unklar, ob die Tat in Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt in den USA steht. Boyce zufolge hinterließ der 28-Jährige in Sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei und wütende Äußerungen über die Tode von zwei Schwarzen bei Polizeieinsätzen. Auch ein Video mit einer brennenden US-Fahne soll er dort veröffentlicht haben.

Boyce fügte an, vor seiner Tat habe der 28-Jährige zwei Passanten gesagt, sie sollten ihm bei der Foto-App Instagram folgen und darauf achten, „was er tun werde“. Anschließend feuerte er auf die beiden in ihrem Wagen sitzenden Beamten.

Gedenken an Opfer

In New York gedachten gestern Abend Hunderte Menschen der Opfer des Polizistenmörders. Im Bezirk Brooklyn versammelten sich die Menschen zu einer stillen Andacht. In einem Telefonat mit dem New Yorker Polizeichef kondolierte US-Präsident Barack Obama der Polizei, wie die Zeitung „USA Today“ schrieb. Er rief die Bürger auf, Gewalt abzulehnen und mit Gebeten, Gesprächen und Beileidsbekundungen für die Freunde und Angehörigen der Opfer auf die Tat zu reagieren.

Über 600 Palästinenser vom Gazastreifen ausgereist

Rund 630 Palästinenser sind gestern vom Gazastreifen aus über den vorübergehend geöffneten Grenzübergang Rafah nach Ägypten ausgereist. Nach palästinensischen Angaben waren darunter zahlreiche Kranke, die eine medizinische Behandlung benötigen. In der Gegenrichtung seien 378 Bewohner des Gazastreifens nach Hause zurückgekehrt, teilte die palästinensische Kommission für Grenzkontrollposten mit.

Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete, dass Ägypten zudem 52 Palästinenser in den Gazastreifen abgeschoben habe, die sich in Ägypten illegal niedergelassen hätten.

Heimkehr ermöglichen

Ein ägyptischer Beamter hatte am Samstag angekündigt, dass der Grenzübergang gestern und heute geöffnet werde. Allerdings sollte der Grenzübertritt demnach lediglich in Richtung Gaza möglich sein, damit in Ägypten gestrandeten Palästinensern die Heimkehr ermöglicht werden könne.

Rafah ist der einzige Grenzübergang in den Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird. Ende Oktober wurde der Übergang nach einem tödlichen Bombenangriff auf der Sinai-Halbinsel geschlossen. Im November wurde Rafah bereits einmal kurzzeitig geöffnet. Ende Oktober waren nach UNO-Angaben mehr als 3.500 Palästinenser in Ägypten gestrandet.

Israel will Tourismuszentrum im Westjordanland

Der Finanzausschuss des israelischen Parlaments stimmte indes für den Bau eines Tourismuszentrums in einer jüdischen Siedlung im Westjordanland. Für das Projekt wurden 3,3 Millionen Dollar (2,7 Millionen Euro) bewilligt, wie die Knesset gestern mitteilte. Das Zentrum soll in der Siedlung Barkan im Norden des Palästinensergebiets entstehen.

Die Opposition hatte sich gegen das Projekt ausgesprochen. Sie warf der Regierung vor, das Tourismuszentrum zu nutzen, um knapp drei Monate vor den für Mitte März geplanten vorgezogenen Neuwahlen um Stimmen unter den Siedlern zu werben. Der israelische Siedlungsbau im Westjordanland ist eines der Haupthindernisse für die Verhandlungen mit den Palästinensern.

Präsidentenwahl in Tunesien: Essebsi-Lager verkündet Sieg

Aus der ersten freien Präsidentenwahl in Tunesien ist der Favorit Beji Caid Essebsi nach Angaben seiner Partei als Sieger hervorgegangen. „Essesbi hat gewonnen. Der Stimmenvorsprung ist klar“, sagte sein Kampagnenleiter Mohsen Marzouk gestern Abend unmittelbar nach Schließung der Wahllokale in Tunis.

Der 88-jährige langjährige Regierungspolitiker hatte im November schon in der ersten Runde die meisten Stimmen errungen, musste aber gegen Übergangsstaatschef Moncef Marzouki in die Stichwahl. Marzouki hatte auch auf Stimmen der Islamisten gehofft. Sein Lager ging heute Abend noch von einem knappen Ergebnis aus. Ein Sprecher wollte zunächst keine Tendenz nennen.

Übergriff auf Wahllokal

Die Präsidentenwahl schließt den nach der Jasminrevolution vor vier Jahren eingeleiteten Weg Tunesiens in die Demokratie ab. Die Wahlkommission will erste Teilergebnisse erst heute Abend verkünden. Mehr als fünf Millionen Wahlberechtigte hatten sich für die Abstimmung registriert.

Überschattet wurde der Wahltag von einem bewaffneten Übergriff auf ein Wahllokal in der Provinz Kairouan südlich von Tunis. Dabei wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht auf gestern ein Angreifer getötet und ein Soldat verletzt. Etwa 100.000 Soldaten und Polizisten waren am Wahltag im Einsatz.

30.000 Festnahmen nach Razzien in China

Im Zuge einer zweimonatigen Kampagne gegen Prostitution und Glücksspiel hat die Polizei in Südchina mehr als 30.000 Verdächtige festgenommen. Das sei die vorläufige Bilanz der Ermittler in der südchinesischen Provinz Guangdong, teilte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua in der Nacht auf heute mit.

Alleine am 15. Dezember seien 3014 Menschen verhaftet und mehr als 5.000 Verdächtige festgenommen worden. Die Polizei kündigte an, ihre Kampagne fortzusetzen. Die Provinz Guangdong an Chinas Südküste vor Hongkong war nach mehreren Skandalen um illegales Glücksspiel und Prostitution in die Kritik geraten. Sexarbeit ist in China illegal.

WikiLeaks: Schengen-Grenzen für CIA kein Hindernis

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat zwei CIA-Dokumente veröffentlicht, die Agenten des US-Geheimdienstes Ratschläge für das unauffällige Passieren von Grenzkontrollen insbesondere des Schengen-Raums geben. Die gestern veröffentlichten Dokumente aus den Jahren 2011 und 2012 sind als Geheimsachen eingestuft und als „NOFORN“ gekennzeichnet.

Die Abkürzung bedeutet „No Foreigners“ und ist eine Kennzeichnung für Dokumente, die nur nicht für Ausländern bestimmt sind. Die Dokumente beinhalten eine Reihe von Strategien für Agenten, mit denen sie bei Kontrollen an internationalen Flughäfen oder Grenzen eine zweites Prüfverfahren vermeiden sollen. Einige von ihnen sind offensichtlich: So wird davon abgeraten, einen Tag vor Abflug ein bar bezahltes One-way-Flugticket zu kaufen. Andere lauten: nicht ungepflegt aussehen bei Reisen mit einem Diplomaten-Pass.

„Geheimoperationen“ auch unter Obama

In einem der CIA-Dokumente mit dem Titel „Schengen Overview“ werden Bedenken angesichts der biometrischen Sicherheitsverfahren für Reisende mit US-Pässen in der EU geäußert, da die neuen Systeme eine „Identitätsbedrohung“ darstellten, was laut Wikileaks mit anderen Worte heiße, dass die CIA befürchte, dass es für ihre Agenten schwieriger werde, mit gefälschten Papieren zu reisen. Laut Wikileaks-Gründer Julian Assange zeigen die Dokumente, dass die CIA auch unter Präsident Barack Obama weiter „Geheimoperationen in EU-Mitgliedstaaten“ ausführen wolle.

Der Norddeutsche Rundfunk und die „Süddeutsche Zeitung“ (Montagsausgabe) berichteten unter Berufung auf die Dokumente, dass die CIA die Grenzkontrollen im Schengen-Raum nur als eine „minimale“ Bedrohung für ihre Geheimdienstler einschätze, da der „Fokus auf illegaler Immigration und Kriminalität“ liege, nicht auf Spionageabwehr. Trotz guter technischer Ausrüstung und biometrischer Überwachungssysteme an den europäischen Außengrenzen und innerhalb des Schengen-Raums könne die wahre Identität von CIA-Mitarbeitern bei ihrer Einreise also gewahrt bleiben. Zudem seien US-Reisende keine „typischen Ziele“.

Israelische Drohne bei Golanhöhen abgeschossen?

Eine israelische Drohne ist nach syrischen Angaben in der Nähe der besetzten Golanhöhen abgeschossen worden. Das Fluggerät sei über dem syrischen Dorf Hadar in der Provinz Kuneitra unterwegs gewesen, berichteten amtliche Medien. Der Nachrichtenagentur Sana zufolge handelte es sich um eine Miniaturdrohne vom Typ „Skylark 1“.

In Kuneitra hat es heftige Gefechte zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen gegeben. Die israelischen Streitkräfte haben seit Beginn des syrischen Bürgerkrieges mehrfach das Nachbarland aus der Luft angegriffen, vor allem um Waffen zu zerstören, die für die islamistische Hisbollah-Miliz im Libanon bestimmt gewesen sein sollen. Die Gruppe ist dem syrischen Staatschef Bashar al-Assad verbündet.

Griechenland: Oppositionsparteien lehnen Neuwahl ab

Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras hat gestern eine Regierungsumbildung und eine Neuwahl bis Ende 2015 in Aussicht gestellt. Die stärkste Oppositionskraft, das Bündnis der radikalen Linken (SYRIZA) erteilte dem Ansinnen ebenso wie die kleine rechtsgerichtete Partei Unabhängige Griechen umgehend eine Absage.

Die Demokratische Linke kündigte an, den Vorschlag des Regierungschefs zu prüfen. Der pro-europäische unabhängige Abgeordnete Vassilis Economou begrüßte Samaras’ Angebot und rief andere Unabhängige zur Unterstützung der Regierung auf. SYRIZA kann nach Umfragen damit rechnen, bei Neuwahlen die stärkste Partei zu werden und die derzeitige Koalition an der Regierung abzulösen, allerdings schurmpft ihr Vorsprung.

Konsens bei Präsidenten-Wahl

Samaras möchte einen überparteilichen Konsens bei der derzeitigen Wahl eines neuen Staatspräsidenten erzielen. Damit will er drohende Neuwahlen im Frühjahr abwenden und einen erfolgreichen Abschluss der Gespräche mit Griechenlands Kreditgebern erzielen.

Sollte es dazu kommen, könnte die Regierung im Anschluss „um Personen, die an die europäische Perspektive des Landes glauben“ erweitert werden, so Samaras. „Es ist unsere nationale Pflicht und nur vernünftig, die Verhandlungen mit unseren Kreditgebern abzuschließen“, erklärte der Regierungschef in einer überraschend gehaltenen Fernsehansprache.

Bis Ende des Jahres muss im Athener Parlament ein neuer Präsident gewählt werden. Scheitert die Regierung bei der Durchsetzung ihres Kandidaten Stavros Dimas auch im dritten Wahlgang am 29. Dezember daran, 180 der 300 Abgeordneten zu gewinnen, gibt es automatisch Neuwahlen. Schon im Jänner oder Februar müsste dann ein neues Parlament gewählt werden. Im ersten Wahlgang stimmten nur 160 Abgeordnete für Dimas als Präsidenten.

Sport

Ski alpin: Hirscher hängt wieder alle ab

Marcel Hirscher bleibt in den technischen Disziplinen weiter ein Klasse für sich. Der 25-jährige Salzburger feierte gestern beim Riesentorlauf von Alta Badia seinen dritten Sieg in Folge und seinen 27. Weltcup-Triumph insgesamt. Hirscher, bereits nach dem ersten Lauf in Front, wehrte in der Entscheidung den Angriff von Ted Ligety souverän ab und holte sich 1,45 Sekunden vor dem Amerikaner und dem Franzosen Thomas Fanara seinen vierten Sieg in dieser Saison. Der Rest der ÖSV-Läufer hatte weniger Grund zur Freude.

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Ski alpin: Görgl im Super-G vor Fenninger

Elisabeth Görgl hat gestern beim Damen-Super-G in Val d’Isere ihren siebenten Karriereerfolg gefeiert und sich damit zur ältesten Weltcup-Siegerin der alpinen Skigeschichte gekürt. Die 33-jährige Steirerin löste Michaela Dorfmeister ab.

Görgl fing mit ihrer Fahrt noch die bis dahin führende Anna Fenninger um 0,05 Sekunden ab und sorgte so für einen ÖSV-Doppelsieg. Für Lindsey Vonn, die ihren 62. Weltcup-Sieg und damit den Allzeitrekord von Annemarie Moser-Pröll jagt, endete das Rennen hingegen mit einer Schrecksekunde.

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Eishockey: VSV bezwingt Salzburg im Shoot-out

Der VSV hat gestern in der 29. Runde der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) Tabellenführer Salzburg im Penaltyschießen bezwungen. Die Capitals befinden sich unterdessen weiter in der Krise, die Wiener verloren auswärts gegen die vorletzten Dornbirner und fielen auf Platz fünf zurück.

Für die Vienna war es die zehnte Niederlage in den letzten zwölf Spielen. Während Linz knapp nach Verlängerung bei Südtirol verlor, feierte Innsbruck in Graz einen klaren Auswärtserfolg. Znojmo schaffte einen Heimsieg gegen Fehervar.

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Skispringen: Hayböck erneut Dritter in Engelberg

Michael Hayböck hat seiner Serie von dritten Plätzen einen weiteren hinzugefügt. Der 23-jährige Oberösterreicher belegte gestern im zweiten Springen in Engelberg bereits zum vierten Mal in dieser Saison Rang drei.

Den Sieg holte sich der Tscheche Roman Koudelka, der seine Zwischenführung erfolgreich verteidigte und Lokalmatador Simon Amman den Heimsieg vermasselte. Von den restlichen ÖSV-Adlern kam bei der Tournee-Generalprobe nur Stefan Kraft in die Top Ten.

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Wirtschaft

China verspricht Russland Hilfe bei Wirtschaftskrise

China ist nach den Worten von Außenminister Wang Yi bereit, Russland im Kampf gegen die jüngsten Wirtschaftsturbulenzen zu helfen. „Wenn Bedarf der russischen Seite besteht, werden wir im Rahmen die nötige Hilfe leisten“, sagte Wang am Wochenende nach einem Bericht der amtlichen Zeitung „China Daily“. Die beiden Staaten hätten sich schon früher gegenseitig unterstützt.

Er glaube allerdings, dass Russland die Probleme allein bewältigen könne. Einzelheiten zu möglichen Hilfen der Volksrepublik nannte er nicht.

Der Rubel ist in diesem Jahr im Vergleich zum Dollar um etwa 45 Prozent eingebrochen. Ein Grund dafür ist der Verfall des Ölpreises, weil Energieexporte für Russland eine wichtige Einnahmequelle sind. Zudem haben vor allem westliche Staaten wegen der russischen Rolle im Ukraine-Konflikt Sanktionen erlassen.

China und Russland unterhalten enge diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen. Aus der Ukraine-Krise hält sich die Volksrepublik aber weitgehend heraus und hat Verhandlungen über eine Beilegung des Konfliktes gefordert.

Lebensversicherung: Die Krux der garantierten Zinsen

Sparen ist ein Thema, das Kopfzerbrechen verursacht. Die Zinsen sind im Keller, eine Besserung scheint so schnell nicht in Sicht. Spürbar ist das bei allen Sparinstrumenten. Lange galt die Lebensversicherung für weniger Risikobewusste als noch relativ interessantes Vorsorgemodell. Doch der Garantiezins sinkt seit Jahren und geht mit Jahreswechsel noch einmal zurück.

Hat das Produkt ausgedient? Geht es nach Konsumentenschützern, lautet die Antwort Ja. Zumindest dann, wenn sich die Modalitäten nicht deutlich änderten. Mehr Flexibilität und Transparenz seien nötig, um die Lebensversicherung am Leben zu halten. Kritikpunkte, auf die Versicherer zum Teil bereits reagieren - und so ganz nebenbei auch ihr zentrales Kostendilemma lösen.

Mehr* dazu in Garantiezins ab 1. Jänner bei 1,5 Prozent

Saudi-Arabien will bei Ölförderungskürzung nicht mitziehen

Saudi-Arabien will trotz des rasanten Ölpreisverfalls unabhängig vom Verhalten anderer Förderländer an seinem Produktionsniveau festhalten. Selbst wenn Länder außerhalb des OPEC-Kartells ihre Förderung drosseln sollten, werde sein Land das nicht tun, erklärte Ölminister Ali al-Naimi gestern in Abu Dhabi.

„Wenn sie ihre Produktion kürzen wollen, können sie das gerne tun. Wir kürzen nicht - Saudi-Arabien wird mit Sicherheit nicht kürzen“, so Naimi. Mit den derzeitigen Preisen sei er zwar völlig unzufrieden, der Ölpreis werde sich jedoch auch wieder erholen - auch wenn bisher unklar sei, wann.

Preisrutsch nimmt kein Ende

Die OPEC hatte bei ihrem jüngsten Treffen im November auf Drängen Saudi-Arabiens beschlossen, den Preisrutsch nicht mit einer geringeren Förderung zu bekämpfen. Dahinter steckt das Kalkül, mit vorübergehend niedrigen Preisen teure Fördermethoden unrentabel zu machen und so Marktanteile zurückzugewinnen. Das hatte den Preisrutsch beim Öl beschleunigt. Zuletzt musste für ein Fass (159 Liter) des Rohstoffs mit rund 60 Dollar (48,86 Euro) nur noch halb so viel bezahlt werden wie im Sommer.

Chronik

Mann steuerte Auto in Passanten: Elf Verletzte

In der französischen Stadt Dijon hat ein Mann gestern Abend sein Auto in Fußgängergruppen gesteuert und dabei elf Menschen zum Teil schwer verletzt. Wie aus Ermittlerkreisen weiter verlautete, ist der Autofahrer wahrscheinlich geistig verwirrt. Er werde offenbar in einem psychiatrischen Krankenhaus behandelt, hieß es.

Nach Polizeiangaben fuhr der 30-jährige Mann an fünf verschiedenen Stellen im Zentrum von Dijon in Gruppen von Passanten. Elf Menschen erlitten demnach leichte Verletzungen, zwei weitere wurden schwer verletzt, waren aber „über dem Berg“. Zeugen berichteten, der Mann habe „Allahu Akbar“ (Arabisch für: Gott ist groß) gerufen und erklärt, dass er „für die Kinder Palästinas“ handle.

Erst am Samstag hatte ein 20-jähriger Mann in einem Polizeikommissariat des Ortes Joue-les-Tours nahe der Stadt Tours drei Polizisten mit dem Messer verletzt, bevor die Polizei ihn erschoss. Auch er rief nach Polizeiangaben „Allahu Akbar“. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte am Sonntagabend im Fernsehsender TF1, der zum Islam konvertierte Täter von Joue-les-Tours erscheine ihm „sowohl rätselhaft als auch seelisch gestört“.

Medien

Interview bei PEGIDA-Demo: RTL trennt sich von Reporter

Der deutsche TV-Sender RTL trennt sich von einem Reporter, der bei einer Demonstration des Anti-Islam-Bündnisses PEGIDA in Dresden ein Interview als angeblicher Anhänger der Gruppierung gegeben hat.

„Wir werden den betreffenden Kollegen nicht mehr einsetzen und die Zusammenarbeit mit ihm beenden“, teilte der Chef des RTL-Landesstudios Ost, Thomas Präkelt, gestern mit. Präkelt nannte das Verhalten des Journalisten fatal, das gegenseitige Vertrauen sei zerstört. „Mit seinem Auftreten hat er unserem Berufsstand schwer geschadet.“

„Eindeutig falsche Entscheidung“

Laut RTL sollte der Mann am vergangenen Montag verdeckt auf der PEGIDA-Demo in Dresden recherchieren. Dabei war er von einem TV-Team des NDR-Magazins „Panorama“ befragt worden und hatte islamfeindliche Ansichten geäußert. RTL hatte am Samstag erklärt, die Aussagen gäben weder seine wirkliche Meinung noch die von RTL wieder.

In der schriftlichen Erklärung teilte RTL mit, der Journalist habe gegenüber den NDR-Kollegen drei Möglichkeiten gehabt: „Nichts sagen, sich als Kollege outen - oder in der gespielten Rolle eines PEGIDA-Anhängers verbleiben. Er entschied sich für Möglichkeit drei - und traf damit die eindeutig falsche Entscheidung.“ Die ARD schrieb auf ihrer Website unter der Verlinkung zu dem Interview, das am 18. Dezember gesendet worden war, man habe erst nach der Ausstrahlung von der Täuschungsaktion des RTL-Reporters erfahren.

Kultur

Verdi-Premiere: Wenn Rigoletto die Stimme versagt

Mit seinen wunderlichen Figuren, schauerlichen Handlungssträngen und schmelzenden Melodien gehört „Rigoletto“ zu den meist gespielten Werken der Opernliteratur. Auch die Wiener Staatsoper hat ein Jahr nach Giuseppe Verdis 200-Jahr-Jubiläum am Samstag eine Neuproduktion des Klassikers rund um den buckligen Hofnarren auf die Bühne gebracht. Präsentiert wurde eine konventionelle Deutung - mit unvorhersehbaren Momenten jedoch. Dass ausgerechnet der Titelheld die Stimme verlor, war nur einer davon.

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Britische Schauspielerin Billie Whitelaw gestorben

Die britische Schauspielerin und Muse von Literatur-Nobelpreisträger Samuel Beckett, Billie Whitelaw, ist tot. Whitelaw starb gestern im Alter von 82 Jahren in einem Seniorenheim in London, wie ihr Sohn Matthew Muller der BBC sagte. Für Beckett war Whitelaw nach dessen eigenen Worten die „perfekte Schauspielerin“.

Aus ihrer Zusammenarbeit ging eine Reihe experimenteller Aufführungen hervor; eine der berühmtesten war der Monolog „Not I“, bei dem nur Whitelaws sprechender Mund für das Publikum sichtbar war - dieser „unerbittliche Mund“, wie Whitelaw später in einem Interview sagte. Die beiden Künstler verband eine enge Beziehung zueinander bis zum Tod Becketts im Jahr 1989.

Whitelaw gewann für ihr Bühnenwerk und ihr Filmschaffen zahlreiche Preise. Ihre Karriere umspannt mehr als ein halbes Jahrhundert. Sie war unter anderem zu sehen in der Rolle der Mutter in dem Film „The Krays“ und zuletzt in der Komödie „Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis“ (2007). Eine ihrer berühmtesten Filmrollen war die der dämonischen Kinderfrau in dem Horrorfilm „Das Omen“ (1976).

Erfolgreicher US-Kinostart für dritten „Hobbit“-Film

Nach seinem Riesenerfolg in Europa hat der dritte und letzte Teil der „Hobbit“-Reihe von Regisseur Peter Jackson auch Nordamerika im Flug genommen. „Der Hobbit 3: Die Schlacht der fünf Heere“ spielte nach ersten Studioangaben seit seinem Kinostart am Mittwoch in den USA und Kanada 90,6 Millionen Dollar (74 Mio. Euro) in die Kassen.

Damit platzierte sich der letzte „Hobbit“-Teil mit Abstand an die Spitze der Kinocharts, wie das Branchenblatt „Hollywood Reporter“ gestern Abend berichtete. Das Nachsehen hatten die beiden anderen Neulinge.

„Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal“ musste sich in Nordamerika mit einem Startergebnis von 17,3 Millionen Dollar zufriedengeben, dem bisher schlechtesten Ergebnis der Reihe. „Annie“, das für die Leinwand adaptierte Broadway-Musical von Will Smith und Jay-Z, schaffte es auf 16,3 Millionen Dollar und damit Platz drei der Charts.

Leute

AC/DC-Schlagzeuger will auf Bühne zurückkehren

Der wegen Morddrohungen und Drogenbesitzes angeklagte AC/DC-Schlagzeuger Phil Rudd will auf die Bühne zurückkehren. „Ich will meinen Job und meinen Ruf zurück und ich werde beides erreichen“, sagte der 60-Jährige heute dem Sender TVNZ. Den Vorwurf, er habe einen Auftragsmörder angeheuert, wies Rudd als „aberwitzig“ zurück.

Anfang November hatte die neuseeländische Justiz Anklage gegen Rudd wegen eines Mordkomplotts erlassen, diese wegen der dünnen Beweislage aber rasch wieder zurückgezogen. Er muss sich aber weiter wegen Morddrohung und Drogenbesitzes verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rudd vor, in einem Telefonanruf einen Geschäftspartner und dessen Tochter mit dem Tod gedroht zu haben. In einem weiteren Telefonat mit einem anderen Geschäftspartner habe er die Morddrohungen zuvor angekündigt. Während einer Hausdurchsuchung bei Rudd stießen die Ermittler außerdem auf Marihuana und Methamphetamine. Dem Australier, der seit 1983 in Neuseeland lebt, drohen bis zu sieben Jahre Haft. Er ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Der nächste Gerichtstermin ist für den 10. Februar angesetzt.