Ausland

Frankreich wird Stopp von TTIP-Gesprächen fordern

Frankreich wird den Stopp der Verhandlungen der EU und der USA über das Freihandelsabkommen TTIP fordern. „Es gibt keine politische Unterstützung in Frankreich mehr für diese Verhandlungen“, sagte der für das Abkommen zuständige französische Außenhandelsstaatssekretär Matthias Fekl heute im Radiosender RMC.

In Frankreich wachsen seit Monaten die Zweifel daran, dass der Vertrag zustande kommt. Präsident Francois Hollande hatte im Mai mit der Ablehnung des Abkommens gedroht.

US-Regierung irritiert über TTIP-Aussagen aus Deutschland

Zuvor hatte sich schon der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) negativ über TTIP geäußert. Die US-Regierung zeigte sich einem Medienbericht zufolge irritiert darüber. Der Sprecher des US-Handelsbeauftragten Michael Froman sagte gegenüber dem deutschen „Spiegel“ (Onlineausgabe), die Verhandlungen machten „in Wahrheit ständig Fortschritte“.

Es liege in der Natur von Handelsgesprächen, dass nichts vereinbart sei, bis alles vereinbart ist. „Insofern ist es nicht im Geringsten überraschend, dass einzelne TTIP-Kapitel noch nicht förmlich beschlossen worden sind“, zitierte das Magazin den Sprecher von Froman.

Gabriel hatte gesagt, die Verhandlungen zwischen der EU und den USA über das Transatlantische Freihandelsabkommen seien „de facto gescheitert, weil wir uns den amerikanischen Forderungen natürlich als Europäer nicht unterwerfen dürfen“.

Erdogan: Kampf gegen Kurdenmiliz in Syrien geht weiter

Ungeachtet wachsender Sorgen der USA hält die Türkei am Kampf gegen kurdische Milizen in Syrien fest. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan teilte zum „Feiertag des Sieges“ heute in der Türkei mit: „Unsere Operationen werden weitergehen, bis Terrororganisationen wie DAESCH, die PKK und ihr syrischer Ableger YPG keine Gefahr mehr für unsere Bürger sind.“

DAESCH ist die verballhornende arabische Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die YPG ist die Kurdenmiliz in Syrien, die eng mit der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) in der Türkei verbunden ist.

YPG wichtiger US-Verbündeter

Erdogan sagte, die Türkei werde bei den Operationen „sowohl zu Hause als auch in Nachbarländern“ keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Terrororganisationen machen.

Angesichts der Zusammenstöße zwischen türkischen Streitkräften und den Kurdenmilizen in Syrien haben die USA die Konfliktparteien aufgefordert, sich auf den Kampf gegen den IS zu konzentrieren.

Die YPG gehört im Kampf gegen den IS in Syrien zu den wichtigsten Verbündeten der von der US-geführten internationalen Koalition, die Luftangriffe gegen die Terrormiliz fliegt. Die PKK steht sowohl in den USA als auch in der EU auf der Liste der Terrororganisationen. In der Türkei wurde gestern des Sieges in der Schlacht von Dumlupinar im Jahr 1922 während des Unabhängigkeitskrieges gedacht.

Syrische Rebellen erobern wichtige Stadt

In der nordsyrischen Provinz Hama leiteten Aufständische eigenen Angaben zufolge indes eine Großoffensive gegen Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad ein. Dabei sei es gelungen, die strategisch wichtige Stadt Halfaja zu erobern, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heute mit.

Halfaja liegt an einer wichtigen Route, die die Küstenregion mit der Schnellstraße zwischen Aleppo und der Hauptstadt Damaskus verbindet. In syrischen Armeekreisen wurde die Einnahme des Ortes nicht bestätigt. Es hieß lediglich, bei Luftangriffen seien Dutzende Rebellen getötet worden. Die Beobachtungsstelle berichtete ebenfalls von mindestens 20 getöteten Aufständischen.

Ex-Ku-Klux-Klan-Anführer ruft zu Wahl von Trump auf

Der frühere Anführer des rassistischen Ku-Klux-Klans, David Duke, hat zur Wahl des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump aufgerufen. In einem automatisierten Telefonanruf, über den das US-Internetportal Buzzfeed gestern berichtete, wirbt der ehemalige Chef der rassistischen Organisation dafür, bei der Wahl im November seine eigene Kandidatur für den US-Senat zu unterstützen - und für Trump zu stimmen.

In dem Werbeanruf warnt Duke vor Masseneinwanderung, hohen Steuern und hoher Arbeitslosigkeit. „Wir verlieren unser Land“, sagt der 66-Jährige. „Es ist Zeit, aufzustehen und Donald Trump zum Präsidenten zu wählen und mich, David Duke, in den US-Senat zu wählen.“ Duke bestätigte Buzzfeed, dass auf dem Band seine Stimme zu hören sei.

Trump-Team weist Unterstützung zurück

Trumps Wahlkampfteam wies Dukes Unterstützung umgehend zurück. Seine Sprecherin Katrina Pierson sprach im Fernsehsender CNN von einem „absolut verstörenden“ Vorgang. Trumps Team sei nicht über Dukes Kampagne informiert gewesen und habe sich schon in der Vergangenheit von ihm distanziert.

Der im Jahr 1865 in den USA gegründete Ku-Klux-Klan sieht die Weißen als privilegierte Rasse an und kämpft vor allem gegen die Schwarzen. Die Gruppierung lehnt aber auch Einwanderer, Juden und Homosexuelle ab. Derzeit zählt der Ku-Klux-Klan etwa 5.000 bis 8.000 Mitglieder.

Duke hatte Trump bereits im Vorwahlkampf seine Unterstützung zugesichert. Der Immobilienmilliardär war damals unter anderem vom Wahlkampfteam seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton kritisiert worden, weil er eine klare Distanzierung zunächst vermieden hatte.

Russische Hacker nahmen Arizonas Wahlsystem ins Visier

Das Wahlsystem des US-Bundesstaates Arizona soll ins Visier von Hackern aus Russland geraten sein. Das berichtete die „Washington Post“ gestern Abend (Ortszeit) unter Berufung auf die Staatsregierung in Arizona. Die Computersysteme seien jedoch unversehrt geblieben, lediglich ein Passwort sei gestohlen worden.

Jedoch habe die Registrierung von Wählern für eine Woche unterbrochen werden müssen. Betroffen sei auch der Bundesstaat Illinois. Arizona sei im Juni vom FBI in Kenntnis gesetzt worden.

Es ist der neueste von mehreren Hackingvorwürfen aus den USA gegen Russland. Zuvor sollen bereits die Parteicomputer der US-Demokraten ausspioniert worden sein, auch die „New York Times“ soll Ziel von Hackern gewesen sein. Moskau hat jede Beteiligung der russischen Regierung an den Vorfällen zurückgewiesen.

Entscheidung über Rousseffs Amtsenthebung erwartet

Nach einem monatelangen Machtkampf steht Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff vor der Amtsenthebung. Vor den heutigen Schlussberatungen und der folgenden Abstimmung im Senat zeichnete sich trotz einer flammenden Verteidigungsrede Rousseffs die notwendige Zweidrittelmehrheit dafür ab.

Notwendig sind 54 Stimmen der 81 Senatoren. Rund 50 Senatoren haben bereits ihre Zustimmung klar signalisiert, knapp 20 wollen mit Nein Stimmen. Die meisten der sich noch bedeckt haltenden Senatoren gelten als Unterstützer der Absetzung der 68-Jährigen.

Weitere Marathonsitzung zu erwarten

Rousseff sprach gestern in einer mehr als zwölfstündigen Marathonsitzung des Senats von einem rein politisch motivierten Verfahren mit dem Zweck, die Arbeiterpartei nach 13 Jahren aus der Regierung zu drängen: „Ich habe nicht ein Verbrechen gegen meine Verantwortung begangen.“ Sie sprach von einer „Allianz von Putschisten“, die sich gebildet habe.

Allerdings wurden alle verfassungsgemäßen Schritte eingehalten. Da jeder der 81 Senatoren zehn Minuten lang seine Beweggründe erläutern darf, wird mit einer Marathonsitzung gerechnet. Womöglich ist die Abstimmung erst morgen Früh.

Tränengas gegen Rousseff-Anhänger bei Demonstration

Die brasilianische Polizei setzte in Sao Paulo Tränengas gegen protestierende Anhänger Rousseffs ein. Nach Angaben der Organisatoren trieben die Beamten eine Menge von rund 3.000 Demonstranten auseinander. Einige Rousseff-Anhänger hatten aus Protest gegen das Amtsenthebungsverfahren gegen die Staatschefin Mülltonnen angezündet und versperrten mit weiteren Barrikaden den Weg.

Auch in der Hauptstadt Brasilia gingen in der Nähe des Senatsgebäudes rund 2.000 Menschen aus Solidarität mit Rousseff auf die Straße. „Dilma, komm zurück“, riefen einige Protestierende. Auch in Rio de Janeiro demonstrierten einige hundert Rousseff-Anhänger. Zwischenfälle wurden aus den beiden Städten nicht gemeldet.

Kirgistan: Ein Toter bei Explosion vor chinesischer Botschaft

Bei einer Explosion vor der chinesischen Botschaft im zentralasiatischen Kirgistan ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Behörden schlossen einen Terroranschlag nicht aus, wie die Agentur TASS heute unter Berufung auf informierte Kreise meldete.

Laut den Angaben rammte zunächst ein Auto gegen 10.00 Uhr Ortszeit (6.00 Uhr MESZ) das Tor der chinesischen Vertretung in der Hauptstadt Bischkek. Anschließend habe es eine schwere Explosion gegeben, die über mehrere Stadtviertel hinaus zu hören gewesen sei, hieß es weiter. Bei dem Toten handelte es sich vermutlich um den Autofahrer. Mehrere Menschen auf dem Botschaftsgelände wurden verletzt.

Kirgistan grenzt im Osten an China. Das verarmte Hochgebirgsland ist überwiegend muslimisch geprägt. Kirgistan ist die erste Ex-Sowjetrepublik in Zentralasien, die nach einem Umsturz 2010 zur parlamentarischen Demokratie übergegangen ist.

Inland

71 tote Flüchtlinge auf A4: Noch kein Prozesstermin

Die fünf mutmaßlichen Schlepper, die nach der Flüchtlingstragödie von Parndorf im Burgenland vor einem Jahr festgenommen worden sind, sitzen weiter in U-Haft. Wann ihnen der Prozess in Kecskemet in Ungarn gemacht wird, ist noch unklar.

Am 27. August 2015 hatten burgenländische Polizeibeamte in einem Kühlwagen, der in einer Pannenbucht der Ostautobahn (A4) bei Parndorf abgestellt war, die Leichen von 59 Männern, acht Frauen und vier Kindern gefunden.

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Sport

Eishockey-Teamchef vermisst „Killerinstinkt“

Österreichs Eishockey-Nationalteam spielt ab Donnerstag in Riga gegen Lettland, Deutschland und Japan um ein Ticket für die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea. Die Mannschaft von Teamchef Alpo Suhonen kämpft jedoch mit einem alten Leiden: der Abschlussschwäche.

Um diese zu beheben, nimmt sich der Finne ein prominentes Vorbild. Suhonen träumt von „Tiqui-taca“ auf dem Eis, wie es die Fußballer des FC Barcelona praktizieren. In den jüngsten drei Testspielen war davon noch nichts zu sehen.

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Formel 1: Hamilton in Spa lachender Dritter

Dass sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg mit dem Sieg beim Grand Prix von Belgien den Rückstand in der WM-Wertung auf neun Punkte verkürzt hat, wird Lewis Hamilton wohl verschmerzen können. Denn mit einer tollen Aufholjagd vom vorletzten auf den dritten Platz hielt der Weltmeister den Schaden in Spa in Grenzen. „Das ist wie Weihnachten, das hätte ich nie erwartet“, sagte Hamilton, der für den Rest der Saison nun auch bei den Motoren einen Vorteil hat.

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Ski alpin: Svindal um weitere Karriere besorgt

Aksel Lund Svindal, der zweifache Gesamtsieger im alpinen Skiweltcup, hat nach seinem schweren Sturz im Jänner bei der Abfahrt in Kitzbühel immer noch Probleme mit dem Knie. Neben einem Riss von Kreuzband und Meniskus hatte der Norweger auch einen Knorpelschaden erlitten und ist noch immer nicht ganz von einem Comeback im Weltcup überzeugt. Vor allem die Knorpelprobleme machen den 33-Jährigen nachdenklich.

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Wirtschaft

EU entscheidet über Steuernachzahlung von Apple

Die EU-Kommission wird nach Angaben von Insidern die umstrittenen Steuerabkommen zwischen Apple und Irland für nicht zulässig erklären. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, soll eine entsprechende Entscheidung heute fallen.

Einer der Insider sagte, Irland werde dann angewiesen werden, mehr als eine Milliarde Euro an nicht gezahlten Steuern vom US-Konzern einzuholen.

Die Kommission lehnte am Montag eine Stellungnahme ab. Sie hatte Irland 2014 vorgeworfen, internationale Steuerregeln umgangen zu haben, um Arbeitsplätze ins Land zu holen. Apple habe auf diese Weise Milliardengewinne nicht versteuern müssen. Regierung und Unternehmensführung haben die Vorwürfe zurückgewiesen.

Spritskandal bei Mitsubishi weitet sich aus

Der Skandal um manipulierte Spritverbrauchstests bei Mitsubishi nimmt einem Zeitungsbericht zufolge immer größere Dimensionen an. Der japanische Autohersteller habe bei acht weiteren Fahrzeugmodellen geschummelt, berichtete die Zeitung „Nikkei“ (Dienstag-Ausgabe).

Zu diesem Ergebnis habe eine Untersuchung des Verkehrsministeriums geführt, hieß es unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Mitsubishi und das Verkehrsministerium wollten sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern. Japans sechstgrößter Autokonzern hatte im April eingeräumt, bei Untersuchungen zum Treibstoffverbrauch von vier Modellen über Jahre getrickst zu haben. Wie dem von einem Abgasskandal erschütterten deutschen Volkswagen-Konzern drohen Mitsubishi Schadenersatzzahlungen und Strafen.

Mondelez gibt Hershey-Übernahmeversuch auf

Der Milka-Hersteller Mondelez hat das Werben um den US-Schokoladenkonzern Hershey aufgegeben. Die Gespräche über eine Übernahme des Konkurrenten seien eingestellt worden, teilte Mondelez gestern nach US-Börsenschluss mit. Vor zwei Monaten hatte Hershey ein Angebot von Mondelez über 23 Milliarden Dollar (aktuell 21 Mrd. Euro) abgelehnt.

Ein Zusammenschluss der beiden Firmen hätte den weltgrößten Süßwarenhersteller geschaffen. Mondelez-Chefin Irene Rosenfeld äußerte sich enttäuscht, dass die Übernahme nicht zustande gebracht werden konnte.

Bei Anlegern sorgte die Nachricht für heftige Reaktionen, die Hershey-Aktie fiel nachbörslich um mehr als elf Prozent. Die Papiere von Mondelez legten um zweieinhalb Prozent zu.

Chronik

Schweizer Luftwaffe vermisst Kampfflugzeug

Die Schweizer Luftwaffe vermisst seit gestern Nachmittag eine Kampfmaschine des US-Typs F/A-18C. Es laufe eine Suche im Gebiet von Susten im Wallis, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Über das Schicksal des Piloten der einsitzigen Maschine sei zurzeit nichts bekannt.

Erst im vergangenen Oktober war eine zweisitzige Maschine im gemeinsamen Trainingsraum mit Frankreich südöstlich von Besancon abgestürzt. Der Pilot wurde dabei verletzt. Im Juni dieses Jahres stürzte zudem ein F5-Kampfflugzeug der Patrouille Suisse in der Nähe des Militärflugplatzes Leeuwarden in den Niederlanden ab, nachdem sich zwei Jets bei einem Trainingsflug touchiert hatten. Der Pilot konnte sich mittels Schleudersitz retten.

Brand in belgischem Kriminallabor gelegt

Nach einem Brandanschlag in der Nacht auf gestern auf das belgische Kriminologische Institut im Norden Brüssels wurden fünf Personen festgenommen. Die Ermittler schließen einen terroristischen Hintergrund aus - vielmehr wird vermutet, dass Kriminelle Beweismittel zu laufenden Fällen vernichten wollten. Erste Berichte von einer Bombenexplosion haben sich indes nicht bestätigt.

Mehr dazu in Offenbar keine Bombenexplosion

Kim Dotcom setzt Livestream vor Gericht durch

Der deutsche Internetunternehmer Kim Dotcom hat eine Liveübertragung seiner gerichtlichen Auslieferungsanhörung via Internet durchgesetzt.

Der für die Verhandlung im neuseeländischen Auckland zuständige Richter Murray Gilbert gab dem Antrag von Dotcom gestern statt und wies damit einen Versuch seitens der USA, den Livestream zu verhindern, zurück. Dotcom selbst twitterte: „Richter hat Livestream genehmigt! Erfolg!“

Übertragung mit Zeitverzögerung

Dotcoms Anwalt Ron Mansfield hatte zu Beginn der Anhörung gesagt, der Fall habe eine nie da gewesene Dimension des öffentlichen und internationalen Interesses. Deshalb sei es unfair, wenn die Verhandlung ohne Livestream ablaufe. Dotcom wehrt sich in dem Berufungsprozess gegen seine Auslieferung an die USA, die Ende vergangenen Jahres genehmigt worden war.

Die Liveübertragung wird nun mit Einschränkungen erlaubt. So ist eine 20-minütige Zeitverzögerung vorgesehen, damit das Gericht verhindern kann, dass gesperrtes Material veröffentlicht wird. Außerdem müssen die Aufnahmen gelöscht werden, sobald die Anhörung beendet ist.

Bis zu 20 Jahre Haft drohen

Dotcom drohen in den USA bis zu 20 Jahre Haft. Die dortigen Behörden werfen ihm und weiteren Mitgründern der Onlineplattform Megaupload Urheberrechtsverletzungen im großen Stil vor, weil über das Portal illegal Musikaufnahmen und Filme geteilt wurden. Im Jänner 2012 wurde Megaupload von der US-Bundespolizei FBI geschlossen. Dotcom kündigte im Juli aber eine Neuauflage der Plattform an.

Vierjähriger von acht Meter hoher Brücke in Fluss geworfen

Ein Mann hat in den USA einen vierjährigen Buben von einer acht Meter hohen Eisenbahnbrücke in einen Fluss geworfen. Die Szene aus dem US-Bundesstaat Washington ist in einem Video zu sehen, das auf Facebook veröffentlicht wurde. Die „Washington Post“ berichtete gestern unter Berufung auf Augenzeugen, die Mutter des Buben sei danebengestanden und habe gejubelt.

Die Brücke ist ein beliebter Treffpunkt von Wasserspringern. Ein Hobbyspringer hatte den Vorfall gefilmt. Der Vierjährige sei mit dem Nacken aufs Wasser geprallt, unter Wasser gesunken und dank einer Schwimmweste wieder an die Oberfläche gespült worden.

„Es geht euch nichts an“

Schwimmer, die den Vorfall mitbekamen, alarmierten sofort die Polizei. Die Mutter hatte angegeben, das Ganze sei nur ein Spaß gewesen. Im Video hört man sie deutlich jubeln. Auf Zurechtweisungen von Passanten habe sie abweisend reagiert: „Es ist mein Kind, und es geht euch nichts an.“

Steve Shumate, ein Sprecher des Grays Harbor County Sheriff Office, teilte der „Washington Post“ mit, die Staatsanwaltschaft müsse noch entscheiden, ob die Mutter wegen Kindesmisshandlung angeklagt werde. Der Mann, der das Kind von der Brücke geworfen hatte, wurde als Freund der Mutter identifiziert. Gegen ihn wird ebenfalls ermittelt.

IT

Google-Manager verlässt Uber-Verwaltungsrat

Die wachsende Rivalität zwischen Google und Uber hat einen offenen Konflikt ausgelöst. Der Chefjurist des Internetkonzerns, David Drummond, verließ gestern den Verwaltungsrat des Fahrdienstvermittlers.

Zuvor hatte der Branchendienst „The Information“ berichtet, dass Drummond von Sitzungen des einflussreichen Kontrollgremiums ferngehalten worden sei.

Google hatte über seinen Risikokapitalgeber GV im Jahr 2013 rund 260 Millionen Dollar in Uber investiert und einen Sitz im Verwaltungsrat bekommen. Das Gremium hat mehr Macht als die deutschen Aufsichtsräte und bestimmt unter anderem auch die Strategie mit.

Konkurrenz und Kooperation

Die beiden Unternehmen waren zuletzt zunehmend zu Konkurrenten geworden. Uber beschloss, eigene Technologie für selbstfahrende Autos zu entwickeln und startet gerade Tests von Roboterwagen mit Fahrgästen an Bord in Pittsburgh. Google arbeitet bereits seit 2009 an autonomen Fahrzeugen.

Der Internetkonzern entwickelte seinerseits eine Mitfahr-App für seine Mitarbeiter, worin Uber eine potenzielle Konkurrenz in Verbindung mit Googles Prototypen selbstfahrender Autos sah. Die Unternehmen kooperierten zugleich dabei, Ubers Angebot direkt in den Kartendienst Google Maps zu integrieren.

Medien

Türkische Zeitung „Zaman“ stellt Frankreich-Ausgabe ein

Nach Drohungen gegen die eigenen Journalisten und Leser stellt die französische Ausgabe der türkischen Oppositionszeitung „Zaman“ ihren Dienst in Frankreich ein.

Die „Gewalt des aktuellen politischen Klimas“ in der Türkei sowie die „beunruhigende Entwicklung der Ereignisse“ machten es der Redaktion unmöglich, ihre journalistische Arbeit korrekt auszuüben, erklärte die Wochenzeitung auf ihrer Website. Weder in Papierform noch online werde künftig veröffentlicht.

Die neun Angestellten von „Zaman France“ und auch die Leser seien „wachsenden Sicherheitsrisiken“ ausgesetzt, hieß es weiter. Der Zeitung zufolge erhielt die Redaktion in der Vergangenheit 200 Todesdrohungen.

Chefredakteur Emre Demir warf der in der Türkei regierenden islamisch-konservativen AKP eine „Denunziationskampagne“ vor. In Istanbul waren „Zaman“ sowie ihre englischsprachige Version „Today’s Zaman“ im Juli geschlossen worden. „Zaman“ war bis zur staatlichen Übernahme das Flaggschiff der Bewegung von Prediger Fethullah Gülen, den die türkische Führung für den Umsturzversuch Mitte Juli verantwortlich macht.

Science

Studie: Palmölersatz kann Umweltprobleme verschärfen

Der weltweit steigende Verbrauch von Palmöl belastet die Umwelt. Ein Ersatz durch andere Pflanzenöle ist aber schwierig. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vorgelegte Studie der Beratungsfirma Agripol im Auftrag der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF).

„Der simple Austausch von Palmöl durch andere Pflanzenöle löst die Probleme nicht, sondern kann sie sogar verschlimmern“, sagte WWF-Studienleiterin Ilka Petersen in Berlin. Für Kokos-, Soja- und Rapsöl benötigte man noch weitaus größere Anbauflächen als für Ölpalmen. Dafür müsste im tropischen Gürtel weiterer Regenwald gerodet werden.

Umweltverträglicher Anbau, weniger Schokolade

Dadurch würden wiederum große Mengen an Kohlendioxid (CO2) zusätzlich freigesetzt und so der Treibhauseffekt verstärkt, heißt es in der Untersuchung. Die Abholzung sei schon jetzt beim Palmöl das Hauptproblem. Die Monokulturen verringern auch die biologische Vielfalt.

„Es führt daher kein Weg daran vorbei, den Anbau von Ölpflanzen ausnahmslos umwelt- und sozialverträglicher zu gestalten“, stellte Petersen fest. Zugleich müssten die Konsumenten ihr Verhalten ändern: Weniger Fertiggerichte, Eiscreme, Schokolade, Süß- und Knabberwaren führe auch zu einem geringen Palmölverbrauch. Palmöl dürfe auch nicht mehr in Biokraftstoffen verwendet werden, forderte sie.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Vor 50 Jahren: Das letzte Aufbäumen der Beatlemania

Nur kurz hat es die Beatles live zu bestaunen gegeben. Die Rolling Stones können mit mittlerweile 54 Jahren Bühnenerfahrung angeben - dagegen nehmen sich die rasanten sechs Bühnenjahre der Beatles tatsächlich wie ein Klecks aus. Vor 50 Jahren traten die Beatles das letzte Mal gemeinsam kommerziell als Band live und vor Publikum auf. ORF.at hat sich mit dem Beatles-Biografen Philip Norman über die Band als Showbiz-Truppe, skrupelloses Merchandising und den Hass John Lennons auf die Beatlemania unterhalten.

Mehr dazu in „Lennon hasste das ganz offen“

Leute

Sexskandal: Clinton-Beraterin Abedin verlässt Partner

Huma Abedin, engste Vertraute Hillary Clintons, verlässt ihren Mann Anthony Weiner nach Vorwürfen eines neuen Sexskandals. „Nach langen und schmerzhaften Überlegungen habe ich beschlossen, mich zu trennen“, teilte Abedin gestern mit.

Der frühere Kongressabgeordnete Weiner hatte 2011 mit dem Twittern erotischer Selfies seine hoffnungsvolle politische Karriere zerstört. Am Wochenende wurden neue Vorwürfe laut, Weiner solle erneut über Monate anzügliche Bilder von sich an eine andere Frau geschickt haben.

Austausch sei immer angemessen gewesen

Seit gestern Früh (Ortszeit) ist Weiners Twitter-Account stillgelegt. Der „New York Post“ sagte Weiner zu den neuen Vorwürfen, die Frau und er seien eine Zeit lang befreundet gewesen. Sie habe ihn gebeten, keinen Kommentar abzugeben, lege aber Wert darauf, dass ihr Austausch immer angemessen gewesen sei.

Abedin ist eine der wichtigsten Beraterinnen und Vertrauten der demokratischen Präsidentschaftskandidatin. Wegen ihrer engen Verbundenheit mit Clinton ist sie immer wieder auch Zielscheibe des politischen Gegners, auch im Zusammenhang mit Clintons E-Mail-Affäre fällt oft der Name Abedins.

Panorama