Ausland

Duterte als philippinischer Präsident vereidigt

Begleitet von großer Sorge wegen seines autoritären Regierungsprogramms ist der neu gewählte philippinische Präsident Rodrigo Duterte in sein Amt eingeführt worden.

Nach Ablegen des Amtseids in der Hauptstadt Manila heute bat der 71-Jährige die Bürger um Unterstützung. „Kein politischer Führer - egal, wie stark er ist - kann wichtige Ziele erreichen, wenn er nicht die Unterstützung und die Kooperation des Volkes hat, das er führen soll“, sagte Duterte.

Duterte will Todesstrafe wieder einführen

Duterte war zu der Präsidentschaftswahl am 9. Mai als politischer Außenseiter angetreten, hatte die Wahl aber mit dem Versprechen, einen gnadenlosen Feldzug gegen die Kriminalität zu führen, klar gewonnen. Gewählt wurde der langjährige Bürgermeister der Küstenstadt Davao auf der südlichen Insel Mindanao für eine Amtszeit von sechs Jahren. Er übernimmt das Präsidentenamt von Benigno Aquino.

Sein Amtsantritt sorgt bei Opposition und Menschenrechtlern für große Sorge. Duterte will die Todesstrafe wieder einführen und der Polizei erlauben, gezielt auf Kriminelle zu schießen. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, Zehntausende Kriminelle zu töten. Auf den unter Kriminalität, Armut und korrupten Sicherheitsbehörden leidenden Philippinen kam er damit gut an. Aquino warnte allerdings wiederholt vor einem Rückfall in die Diktatur.

Kim Jong Un übernimmt neues Spitzenamt in Nordkorea

Mit der Übernahme eines neu geschaffenen Spitzenpostens hat Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un seinen Machtanspruch ausgebaut. Die Oberste Volksversammlung in Pjöngjang wählte den 33-Jährigen einstimmig zum Vorsitzenden eines neu eingerichteten „Komitees für Staatsangelegenheiten“, in dem künftig die Führung über Armee, Staat und Partei gebündelt wird, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA heute berichtete.

Die Parteizeitung „Rodong Sinmun“ erschien mit einem ganzseitigen Porträt Kims auf der Titelseite. Die Schlagzeile pries ihn als „Obersten Führer von Partei und Volk“.

Ersatz für „Nationales Verteidigungskomitee“

Das neue „Komitee für Staatsangelegenheiten“ tritt an die Stelle des „Nationalen Verteidigungskomitees“, das bisher als oberste Regierungsbehörde in dem isolierten Staat galt. Letzteres war von Kims verstorbenem Vater und Vorgänger Kim Jong Il als politisches Entscheidungsorgan genutzt worden.

Das neue „Komitee für Staatsangelegenheiten“ beansprucht nun - anders als das Vorgängergremium - ausdrücklich die Vormachtstellung über die Bereiche Armee, Staat und Partei. Für jeden dieser drei Bereiche sei ein eigener Vizevorsitzender bestimmt worden, berichtete KCNA.

Präsidentenamt als Ziel?

Nach Einschätzung von Analysten kommt Kim mit dem neuen Posten der Übernahme des Präsidentenamts nahe. Dieses hatte zuletzt sein Großvater, Staatsgründer Kim Il Sung, inne. Kim Il Sung wurde nach seinem Tod 1994 offiziell zum „ewigen Präsidenten“ ernannt, das Amt blieb seitdem formell unbesetzt.

„Das neue Amt entspricht dem Titel ‚Präsident der Republik‘, den Kim Il Sung 1972 angenommen hatte“, sagte der Nordkorea-Spezialist Cheong Seong Chang vom Sejong-Institut in Südkoreas Hauptstadt Seoul. Der südkoreanische Nordkorea-Experte Yang Moo Jin sagte: „Mit der Übernahme des übergeordneten Komitees mit Kontrolle über Armee, Staat und Partei ist Kim Jong Un in Anspruch und Praxis zum obersten Führer geworden.“

Regierungskreise: 250 IS-Kämpfer im Irak getötet

Bei Luftangriffen der von den USA angeführten internationalen Koalition sind im Irak US-Regierungskreisen zufolge mindestens 250 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) getötet worden.

Zudem seien mindestens 40 Fahrzeuge zerstört worden, sagte ein Regierungsvertreter gestern in Washington. Die Angriffe fanden laut den Angaben südlich der Stadt Falludscha statt, die kürzlich von der irakischen Armee zurückerobert wurde.

Sollten sich die Schätzungen bestätigen, wären es die schwersten Luftschläge gegen die Islamistenmiliz, die zuletzt auch in Syrien zurückgedrängt wurde. Nach dem Sieg in Falludscha nimmt die US-Luftwaffe nun die beiden verbliebenen IS-Hochburgen Mossul im Irak und al-Rakka in Syrien ins Visier.

Hollande fürchtet Trumps Wahl zum US-Präsidenten

Der französische Präsident Francois Hollande fürchtet eine Wahl des US-Republikaners Donald Trump zum US-Präsidenten. „Diejenigen, die nun sagen, dass Trump niemals zum nächsten Präsidenten gewählt wird, sind doch die gleichen, die einen ‚Brexit‘ für unmöglich gehalten haben“, sagte Hollande in einem heute veröffentlichten Interview mit der Pariser Zeitung „Les Echos“.

Eine Präsidentschaft des Republikaners „würde die Beziehungen zwischen Europa und den USA komplizierter machen“, warnte Hollande. Auf die Frage, ob er Trump als Präsidenten für gefährlich hielte, antwortete Hollande mit einem Ja.

Trump arbeite im US-Wahlkampf mit den gleichen Argumenten wie die französischen Rechtsextremen, warnte Hollande: Er warne vor Einwanderung, werte den Islam ab, stelle die repräsentative Demokratie infrage und schüre Ressentiments gegen Eliten. Trump hat die politischen Anführer Europas mehrfach als „schwach“ geschmäht und ihnen Laschheit im Kampf gegen den Terrorismus vorgeworfen.

Brüssels CETA-Alleingang: Mitbestimmung als heißes Eisen

Als gäbe es nach dem „Brexit“-Votum der Briten nicht schon genügend Verwerfungen in Brüssel, fährt die EU-Kommission in Sachen Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA) auf Kollisionskurs zu den meisten Regierungen. Die Ankündigung, die nationalen Parlamente von der Entscheidung über den bereits fertig ausgehandelten Pakt auszuschließen, ließ die Wogen hochgehen. Das Vorgehen „kostet viel Glaubwürdigkeit“ und sei „töricht“, hieß es gestern etwa aus Wien und Berlin. Wieder einmal geht es um die umstrittene Frage der Mitbestimmung.

Mehr dazu in „Nicht plötzlich zur Diktatur geworden“

„Brexit“-Votum

Obama sieht Belastung für Weltwirtschaft

US-Präsident Barack Obama sieht im Votum der Briten für ein Ausscheiden aus der EU eine Belastung für die Weltwirtschaft. „In einer Zeit, in der die globalen Wachstumsraten ohnehin schwach sind, ist das nicht hilfreich“, sagte Obama gestern in Ottawa. Er sei aber zuversichtlich, dass die Europäer nach der „Brexit“-Entscheidung einen „reibungslosen Übergang“ organisieren könnten.

Das Wirtschaftsteam seiner Regierung werde mit den Europäern zusammenarbeiten, „um das Wachstum unserer Volkswirtschaften zu sichern und die Stabilität des globalen Finanzsystems zu gewährleisten“, kündigte Obama an. „Ich bin zuversichtlich, dass wir das hinbekommen.“

„Berechtigte längerfristige Sorgen“

Der US-Präsident räumte zugleich ein, dass es „berechtigte längerfristige Sorgen“ infolge des „Brexit“-Votums gebe. So könnte das Wachstum der Weltwirtschaft beeinträchtigt werden, wenn die Investitionen in Großbritannien oder im Rest Europas zum Stillstand kämen, warnte er.

Obama war für ein Dreiertreffen mit Kanadas Premierminister und dem Präsidenten von Mexiko in die kanadische Hauptstadt gereist. Der Brexit sollte in den Gesprächen eine wichtige Rolle spielen.

Ministerin May bewirbt sich um Cameron-Nachfolge

Die britische Innenministerin Theresa May bewirbt sich nach dem „Brexit“-Votum erwartungsgemäß um die Nachfolge des scheidenden Premierministers David Cameron.

In einem Beitrag für die Zeitung „The Times“ (Donnerstag-Ausgabe) kündigte die Politikerin, die sich wie Cameron für einen britischen EU-Verbleib ausgesprochen hatte, ihre Kandidatur für den Vorsitz der regierenden Konservativen an.

Zuvor hatten Arbeitsminister Stephen Crabb und der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox ihren Hut in den Ring geworfen. Es wird erwartet, dass auch der ehemalige Londoner Bürgermeister Boris Johnson antritt, der sich für den „Brexit“ starkgemacht hat und dem große Chancen eingeräumt werden.

Die Frist für die Bewerbung um den Vorsitz der Torys läuft im Tagesverlauf ab. Cameron hatte nach dem Votum der Briten für einen EU-Austritt angekündigt, dass er sein Amt im September an einen Nachfolger übergeben will, der dann das Austrittsgesuch in Brüssel einbringen soll.

Herausfordererin für Corbyn

Auch die oppositionelle britische Labour-Partei steuert auf vorgezogene Wahlen um den Parteivorsitz zu. Wie britische Medien berichten, will die Labour-Abgeordnete Angela Eagle ihre Kandidatur für den Posten ankündigen. Mit ausreichender Unterstützung aus der Fraktion könnte sie damit Parteichef Jeremy Corbyn zwingen, sich Neuwahlen zu stellen.

Corbyn steht seit dem „Brexit“-Votum unter enormem Druck. Innerhalb weniger Tage lief ihm mehr als die Hälfte seiner Schattenminister davon. Fast alle seiner Parlamentsabgeordneten haben ihm bereits das Vertrauen entzogen.

Sturgeon in Brüssel: Kein einfacher Weg für Schottland

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon fühlt sich nach eigenen Angaben von Gesprächen mit Spitzenvertretern der EU am Rande des Brüsseler Gipfels „ermutigt“. Dass es die Bereitschaft gegeben habe, ihr zuzuhören, habe ihr Mut gemacht, sagte Sturgeon gestern in Brüssel.

Allerdings bedeute das natürlich nicht, dass es nach dem „Brexit“-Votum der Briten für Schottland einen „automatischen leichten Weg“ zum Verbleib in der Europäischen Union gebe.

Treffen mit Juncker und Schulz

Sturgeon äußerte sich auf einer abschließenden Pressekonferenz, nachdem sie unter anderem Gespräche mit dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und dem Präsidenten des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), geführt hatte. Die Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP) fügte hinzu, sie werde sich weiterhin für Schottlands Interessen einsetzen.

Gegenwind für die schottischen Ambitionen kommt aus Spanien. Regierungschef Mariano Rajoy erteilte den Wünschen aus Edinburgh eine klare Absage. Hintergrund dafür sind freilich die Autonomiebestrebungen von spanischen Regionen, allen voran Katalonien. Eine Abspaltung Schottlands aus Großbritannien würde diesen neuen Aufwind verleihen.

EU will TTIP-Verhandlungen vorantreiben

Die Europäische Union will die Verhandlungen über das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP ungeachtet der Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt weiter vorabtreiben. „Wenn wir über TTIP sprechen, reden wir von 28 Ländern der Europäischen Union“, sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström gestern in Washington. „Die Briten sind nach wie vor Teil dieser Verhandlungen.“

„TTIP kann und wird den ‚Brexit‘ überleben“, sagte Malmström. Natürlich gebe es derzeit Unsicherheiten, das gesamte Gebiet nach der Entscheidung der Briten sei Neuland. „Wir haben noch kein klares Bild, wie sich das alles auswirken wird“, sagte sie. „Aber solange wir ein Mandat aller 28 Staaten haben, haben wir ein Mandat.“

„Zu Optimismus verpflichtet“

„Wir sind zu Optimismus verpflichtet“, sagte Malmström. „Wenn wir es nicht bis zum Ablauf unseres Mandats hinbekommen, müssen wir vorher so viel sichern wie möglich“, sagte sie. „Mit TTIP können wir unsere Freundschaft auf beiden Seiten des Atlantiks vertiefen.“

Malmström sagte, sie wolle sehr gerne auch das Thema finanzieller Dienstleistungen im TTIP-Rahmen weiterverhandeln, ungeachtet der unklaren Rolle des weltweit wichtigen Finanzplatzes London.

Inland

Sport

Formel 1: Red Bull brennt auf Heimspiel

Nach der blamablen Vorsaison inklusive Ausstiegsdrohung hat sich Red Bull Racing in dieser Saison spätestens mit dem Comebacksieg in Barcelona zurückgemeldet.

Auch wenn danach weitere Topplätze zum Teil leichtfertig verspielt wurden, brennen die „Bullen“ auf den GP von Österreich (Sonntag, 14.00 Uhr, live in ORF eins) und wollen die Flaute in der Heimat beenden. „Heuer kommen wir besonders gerne, weil wir endlich mehr Power haben“, sagte Berater Helmut Marko nach bisher zwei ernüchternden Rennen in Spielberg.

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Fußball: Koller bedauert Fuchs-Rücktritt

Mit einhelligem Bedauern hat die ÖFB-Spitze auf den gestern verkündeten Rücktritt von Teamkapitän Christian Fuchs reagiert. „Der Abgang ist schade, aber seine Entscheidung ist zu respektieren“, erklärte Teamchef Marcel Koller in einer Verbandsaussendung. Laut ÖFB-Präsident Leo Windtner versicherte Fuchs, seine Teamkarriere ausschließlich aus familiären Gründen beendet zu haben.

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Wirtschaft

Puerto Rico unter Finanzaufsicht

Das hoch verschuldete US-Außengebiet Puerto Rico wird unter Finanzaufsicht gestellt und kann seine Verbindlichkeiten restrukturieren. Der Senat in Washington billigte gestern das „Promesa“-Gesetz. Ein Aufsichtsgremium soll nun eine Haushaltsreform vorantreiben, den Verkauf von Liegenschaften forcieren und Schuldenabkommen mit den Gläubigern aushandeln.

Puerto Rico befindet sich seit Monaten in einer schweren Haushaltskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar (rund 62 Mrd. Euro), hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche.

Anfang Mai kam die Regierung in San Juan einer Forderung in dreistelliger Millionenhöhe nicht nach. Gouverneur Alejandro Garcia Padilla kündigte bereits an, morgen eine Zahlung von zwei Milliarden US-Dollar platzen zu lassen.

Japans Industrie schrumpfte unerwartet kräftig

Die japanische Industrieproduktion ist im Mai überraschend kräftig gesunken. Sie fiel um 2,3 Prozentpunkte, wie das Wirtschaftsministerium in Tokio heute mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von 0,1 Punkten gerechnet. Weniger hergestellt wurden vor allem Chemikalien, Baumaterialien und Halbleiter sowie auch Kosmetikprodukte.

Die Zahlen schürten Sorgen um den schwächelnden Exportsektor, der unter einem erstarkten Yen leidet, und den Konsum. Im Juni rechnet die Industrie allerdings wieder mit einem Produktionsanstieg von 1,7 Prozent und im Juli von 1,3 Prozent.

Die japanische Wirtschaft ist angeschlagen: Sie entging zu Jahresbeginn nur knapp der Rezession. Viele Experten erwarten für das zweite Quartal nur ein Miniwachstum. Ministerpräsident Shinzo Abe verschob deswegen kürzlich die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer weiter auf das Ende des Jahrzehnts.

Chronik

Egyptair-Absturz: Blackbox bestätigt Rauch an Bord

Eine erste Auswertung des Datenschreibers der über dem Mittelmeer abgestürzten Egyptair-Maschine hat bestätigt, dass es vor dem Absturz an Bord Rauch gab. Das teilte die ägyptische Untersuchungskommission gestern mit.

Die aufgezeichneten Daten der Blackbox stimmten überein mit früheren Funknachrichten, die Rauch im vorderen Bereich des Jets und bei der Bordelektronik gemeldet hätten. Wrackteile aus dem vorderen Bereich des Flugzeugs zeigten Zeichen von hohen Temperaturen und Ruß.

Absturzursache ungeklärt

Der Airbus A320 war am 19. Mai mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Von der Auswertung des Daten- und Stimmenrekorders erhoffen sich die Ermittler Erkenntnisse zur bisher ungeklärten Absturzursache.

Der bei dem Absturz stark beschädigte Datenschreiber war zuvor in Frankreich repariert und anschließend zurück nach Kairo gebracht worden. Die Reparatur des Stimmenrekorders läuft noch. Die beiden Flugschreiber waren vor rund zwei Wochen nach wochenlanger Suche im Mittelmeer entdeckt worden.

Vietnam: Australierin zum Tode verurteilt

Wegen Drogenschmuggels ist eine 73 Jahre alte Australierin in Vietnam Medienberichten zufolge zum Tode verurteilt worden. Die Frau mit vietnamesischen Wurzeln habe mehr als 1,5 Kilogramm Heroin in ihrem Gepäck gehabt, als sie im Dezember 2013 von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Australien fliegen wollte, berichtete die Zeitung „Tuoi Tre“ heute.

Sie habe nicht gewusst, dass es sich um Rauschgift handelte, sagte sie nach diesen Angaben vor Gericht. Eine Frau habe sie gebeten, ein paar vermeintliche Seifenstücke nach Australien mitzunehmen.

Lifestyle

Fußballer-Tattoos werden zur Kopfsache

Ob als Zierde, aus Spaß oder mit einer besonders tiefsinnigen Bedeutung: Großflächige und dichte Tattoos an Armen und Beinen der Fußballspieler sind keine Seltenheit mehr. Auffällig bei der heurigen EM ist allerdings, dass die dauerhafte Körperkunst sich halsaufwärts verlagert hat und einige Profis die Nadel auch an Gesicht und Hals heranließen. Nicht bei jedem Spieler ist die Bedeutung der eher schwierig zu kaschierenden Tätowierungen sofort durchschaubar.

Mehr dazu in Neue Spielarten der Körperbemalung

Science

Panorama

Kein Käufer für größten Rohdiamanten der Welt

Der größte Rohdiamant der Welt hat bei einer Auktion in London keinen Käufer gefunden. Das höchste Gebot lag bei 61 Millionen Dollar, während das Auktionshaus Sotheby’s einen Mindestpreis von 70 Millionen Dollar (63 Mio. Euro) festgelegt hatte.

Diamant „Lesedi La Rona“

APA/AFP/Ben Stansall

Der Diamant mit 1.111 Karat hat fast die Größe eines Tennisballs. „Lesedi La Rona“ - so der Name des Diamanten - war vor neun Monaten in Botsuana entdeckt worden. Er ist der größte Diamant, der in den vergangenen hundert Jahren gefunden wurde, und der größte, der jemals versteigert wurde.

Der zuvor größte Rohdiamant der Welt war 1905 im südafrikanischen Cullinan entdeckt worden. Der Edelstein mit 3.106 Karat wurde jedoch später zerkleinert, die größten Einzeldiamanten sind Teil der britischen Kronjuwelen. Am selben Tag wie „Lesedi La Rona“ wurde in Botsuana ein weiterer Diamant mit 830 Karat gefunden - der drittgrößte Diamant der Welt.

Leute

Alanis Morissette zeigt sich nackt mit Babybauch

Die kanadische Sängerin Alanis Morissette (42) hat sich nackt unter Wasser mit einem runden Babybauch fotografieren lassen. „Du musst in der Gegenwart von Ladys besonders sanft sein, weil sie die nützlichsten Menschen auf der Welt sind, weil sie Menschen machen“, zitierte Morissette ihren fünf Jahre alten Sohn Ever Imre zu dem Bild auf Instagram.

Morissette ist seit 2010 mit dem sechs Jahre jüngeren Rapper Souleye mit bürgerlichem Namen Mario Treadway verheiratet und derzeit mit ihrem zweiten Kind schwanger. Die Schwangerschaft hatte sie bereits im Februar in einem Video publik gemacht.

Dennis Quaids dritte Ehe vor dem Aus

Die Ehe von US-Schauspieler Dennis Quaid (62) und seiner Frau Kimberly Buffington-Quaid soll Medienberichten zufolge vor dem Aus stehen. Das Promiportal TMZ.com zitierte gestern aus einer gemeinsamen Erklärung des Paares, dass sie nach „reiflicher Überlegung“ ihre zwölfjährige Ehe beenden wollten.

„Die Entscheidung wurde in freundschaftlichem Einvernehmen und mit gegenseitigem Respekt getroffen“, hieß es weiter. Sie wollten sich weiterhin als Freunde und Partner um ihre Kinder kümmern.

Zwillinge sind acht Jahre alt

Dem Bericht zufolge reichte Buffington-Quaid den Scheidungsantrag am Dienstag in Los Angeles ein. Die gemeinsamen Zwillinge Thomas und Zoe sind acht Jahre alt.

Das Paar hatte 2004 geheiratet. Bereits 2012 reichte die Ehefrau die Scheidung ein, zog den Antrag aber wenig später zurück. Quaids Ehe mit Hollywood-Star Meg Ryan war 2001 nach zehn Jahren gescheitert. Seine erste Ehe mit der Schauspielerin P. J. Soles war 1983 in die Brüche gegangen. Quaids Management war für eine Bestätigung zunächst nicht zu erreichen.

IT

Facebook bevorzugt nun Freunde und Familie

Eine Änderung der Regeln, nach denen Facebook Neuigkeiten für seine Nutzer sortiert, könnte dafür sorgen, dass Inhalte von Medienunternehmen weniger sichtbar werden.

Künftig sollen Einträge von Freunden und Familie im Newsfeed der Mitglieder prominenter angezeigt werden, kündigte das weltgrößte Soziale Netzwerk gestern am späten Abend an. Viele Nutzer machten sich Sorgen, dass sie wichtige Neuigkeiten von für sie wichtigen Freunden verpassen, schrieb Facebook-Manager Lars Backstrom in einem Blogeintrag.

Er räumte ein, dass die Änderung die Reichweite einiger Facebook-Seiten verringern dürfte. Der genaue Effekt hänge auch davon ab, wie oft deren Inhalte von Facebook-Nutzern miteinander geteilt würden. Geschehe das oft, werde der Effekt geringer sein, betonte Backstrom.

Damit drängt Facebook die Seitenbetreiber dazu, mehr Inhalte zu posten, die Nutzer an ihre Freunde weiterleiten wollen. Das Netzwerk mit seinen mehr als 1,6 Milliarden Mitgliedern weltweit wird auch von Medienunternehmen zunehmend als Plattform für ihre Inhalte genutzt.

Kultur

Letzter Tag für Essl Museum

Ein letztes Mal öffnet das Essl Museum in Klosterneuburg heute seine Tore, ehe der Ausstellungsbetrieb mit Juli aus finanziellen Gründen schließt. Um 16.00 Uhr startet „The Final Countdown“, eine Abschlussperformance der Kunstvermittler und Mitarbeiter des Museums. Im Bildband „17 Jahre Essl Museum“ blickt man noch einmal auf die Geschichte des Museums zurück.

Die Sammlung Essl umfasst annähernd 7.000 Werke und zählt zu den größten und bedeutendsten privaten Sammlungen für zeitgenössische Kunst in Europa. Das vom österreichischen Architekten Heinz Tesar geplante, 1999 eröffnete Privatmuseum war aufgrund der finanziellen Probleme der - im Vorjahr zerschlagenen - bauMax-Kette von Museumsgründer Karlheinz Essl in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Oscar-Akademie bemüht sich um mehr Vielfalt

Die Oscar-Akademie setzt nach fortgesetzter Kritik ihre Bemühungen um mehr Vielfalt fort. Deutlich mehr Frauen und Minderheiten sind unter den 683 Filmschaffenden, die von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences in diesem Jahr als neue Mitglieder eingeladen werden. Wie der Verband gestern (Ortszeit) mitteilte, stehen 28 Oscar-Preisträger und Vertreter aus 59 Ländern auf der Einladungsliste.

Die schwedische Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander (27, „The Danish Girl“), ihre kalifornische Kollegin Brie Larson (26, „Raum“), der schwarze „Star Wars“-Darsteller John Boyega (24) aus Großbritannien und sein Landsmann Idris Elba (43, „Beast of No Nation“) sind unter den Auserwählten. Aus Deutschland können unter anderen die Regisseurinnen Maren Ade („Toni Erdmann“) und Margarethe von Trotta („Rosenstrasse“) dem Verband beitreten.

Alte weiße Männer

Einladungen gingen unter anderen auch an Produzenten, Musiker, Kostümdesigner und Drehbuchautoren. Die neuen Mitglieder dürfen künftig bei der Vergabe der Oscars abstimmen. Im Jänner hatte die Akademie angekündigt, mehr Frauen und Minderheiten in die mehr als 6.000 Mitglieder starke Organisation aufzunehmen. Der Verband setzte sich bisher aus überwiegend älteren, männlichen Mitgliedern weißer Hautfarbe zusammen.

Bei den Oscar-Nominierungen 2016 waren zum zweiten Mal in Folge Afroamerikaner in den vier Schauspielkategorien für den wichtigsten Filmpreis der Welt übergangen worden.