Inland

Kaske fordert mehr Kontrollen gegen Sozialdumping

In der Debatte über eine Einschränkung der Personenfreizügigkeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hat der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Rudolf Kaske, „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ gefordert. Die Entsenderichtlinie sei das eine - oft würden aber ausländische Firmen, „wenn sie nach Österreich hereinarbeiten“, die eigentlich vorgesehenen Löhne mit Nebenvereinbarungen unterlaufen, kritisierte Kaske.

Nicht zuletzt um so ein Sozialdumping zu verhindern forderte der AK-Präsident in der ORF-„Pressestunde“ heute eine deutliche Aufstockung der Finanzpolizei von knapp 500 auf 1.000: „Weil es sich rechnet“, so Kaske, die „Lohndumper“ würden nur durch „Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle“ gescheiter werden.

Mitterlehner ortet „Phantomdebatte“

ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner ortet eine „Phantomdebatte, die keinem österreichischen Arbeitslosen einen Job bringt“. Die Mobilität der Arbeitnehmer sei in den EU-Verträgen festgeschrieben. Um diese zu ändern, müssten alle 28 EU-Mitglieder zustimmen. Das sei derzeit absolut unrealistisch.

Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wäre es besser, auf Reformen zu setzen und die Wirtschaft zu unterstützen - und sie nicht ständig mit neuen Belastungsideen zu verunsichern, erklärte der Vizekanzler in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Unterschiedliche Reaktionen auf Muhm-Vorstoß

Angestoßen hatte die Debatte AK-Direktor Werner Muhm mit der Forderung, auf EU-Ebene eine Notfallklausel zum Schutz des Arbeitsmarktes zu diskutieren. Bei den meisten Parteikollegen holte er sich damit eine Abfuhr, auch von der Spitze: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sagte, dass die Anzahl der ausländischen Arbeitnehmer nicht beschränkt werden könne.

Dennoch stellte sich Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) - unter Applaus seines blauen Koalitionspartners - an die Seite Muhms und forderte ebenfalls eine „Notfallsverordnung“ zur Beschränkung der Freizügigkeit ein.

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Faymann präzisierte unterdessen seine Vorstellungen zur Verschärfung der Entsenderichtlinie in einem Zeitungsinterview. Um die Zahl der von ausländischen Firmen nach Österreich entsendeten Arbeitnehmer zu reduzieren, will er eine Maximaldauer für deren Tätigkeit festsetzen, sagte er zur Tageszeitung „Österreich“ (Sonntag-Ausgabe).

Gleicher Lohn wie für inländische Arbeiter

Außerdem will Faymann zwingend die österreichische Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherung heranziehen, damit es künftig für Arbeitgeber nicht günstiger ist, ausländische Arbeitnehmer anzustellen. Bereits bekannt ist, dass Faymann für „gleichen Lohn für gleiche Arbeit“ eintritt, also dafür, dass etwa ungarische Arbeitnehmer zu gleichen - und nicht günstigeren - Konditionen beschäftigt werden wie Österreicher.

Der stellvertretende Leiter des des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO), Marcus Scheiblecker, sagte gestern im ORF-Radio, es sei tatsächlich so, dass man natürlich durch den starken Zuzug aus dem Ausland einen Druck auf das Lohnniveau sehe, und auch die Konkurrenz um Stellen sei größer geworden. Allerdings müsse man dem die Vorteile gegenüberstellen, die die heimische Wirtschaft durch die Öffnung des Arbeitsmarktes lukriert.

Khol gegen Beschränkung der Freizügigkeit

Gegen eine Beschränkung der Personenfreizügigkeit in der EU zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sprach sich im Ö1-„Journal zu Gast“ ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol aus. Es habe sieben Jahre Übergangsfrist gegeben, die Erfahrungen mit mittel- und osteuropäischen Arbeitern seien gut. „Ich sehe nicht, dass man hier zudrehen sollte“, sagte Khol.

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RH-Chef: Parteien machen ungestraft falsche Angaben

Der Rechnungshof (RH) hat bisher 27 mutmaßliche Verstöße gegen das Parteiengesetz angezeigt. Verurteilungen gab es aber nur in fünf Fällen. „Es gibt überhaupt keine präventive Wirkung. Es gibt keine Konsequenzen, wenn jemand falsche Angaben macht“, sagte RH-Präsident Josef Moser. Er kritisiert sowohl das Gesetz als auch die Spruchpraxis des Parteiensenats im Kanzleramt.

Der Unabhängige Parteientransparenzsenat" (UPTS) stellte unter anderem Verfahren wegen Wahlkampffinanzierung durch Parlaments- und Landtagsklubs ein, wegen der Annahme unzulässiger Parteispenden und wegen nicht gemeldeter Parteiunternehmen im Wahljahr 2013.

Fazit des RH: „Der Verfahrens- und Sanktionsmechanismus des Parteiengesetzes und die sich daraus ergebende Spruchpraxis des UPTS führen dazu, dass der Rechnungshof einen sehr hohen Verwaltungsaufwand zum Parteiengesetz abzuwickeln hat, den Parteien jedoch - abgesehen von der offensichtlichen Überschreitung von Wahlwerbungsausgaben - praktisch keine Konsequenzen drohen.“

„Absolut frustrierend“

Moser stößt sich insbesondere an der Möglichkeit der Parteien, falsche Angaben jederzeit strafbefreiend zu korrigieren. Selbst bei „offensichtlichen Unrichtigkeiten“ müsse der RH zuerst bei den Parteien nachfragen, dann Wirtschaftsprüfer mit der neuerlichen Prüfung der Bücher betrauen. Am Ende dieses Verfahrens könnten die Parteien ihre Angaben dann richtigstellen. „Das ist absolut frustrierend, weil Prüfressourcen für etwas eingesetzt werden, wo nur Bürokratie entsteht und die Transparenz nicht erhöht wird“, so Moser. Direkt in die Parteifinanzen einsehen darf der RH nicht.

„Man kann ungestraft offenkundig unrichtige Angaben machen und hat bis zum letzten Moment Zeit, das richtigzustellen“, kritisierte Moser. So habe eine Partei (die SPÖ, Anm.) trotz Nachfrage des RH vier Parteiunternehmen nicht gemeldet. Der Senat verhängte aber keine Strafe, weil der RH ein zweites Mal hätte nachfragen müssen.

Ausland

Feuerpause in Syrien: Putin und Obama wollen kooperieren

Im Ringen um eine Waffenruhe in Syrien haben US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin nach russischen Angaben eine verstärkte Zusammenarbeit vereinbart. Obama und Putin hätten sich in einem Telefonat auf eine Intensivierung der diplomatischen Zusammenarbeit und der Kooperation in anderen Bereichen verständigt, teilte das Präsidialamt in Moskau heute mit.

Beide Staatschefs hätten die Syrien-Abmachung von München positiv bewertet, vor allem die Bemühungen um eine Feuerpause und humanitäre Hilfen. Zudem sei in dem Telefonat die Notwendigkeit enger Kontakte zwischen dem russischen und dem US-Verteidigungsministerium betont worden, um die Islamistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere Terrorgruppen erfolgreich zu bekämpfen. Putin habe zudem für einen gemeinsamen Anti-Terror-Kampf geworben.

Vorwürfe Richtung Moskau

Die USA und Russland hatten bei den Gesprächen am Donnerstag und Freitag in München vereinbart, sich für eine Feuerpause binnen einer Woche und UNO-Hilfslieferungen für die Menschen in den belagerten Städten im syrischen Bürgerkrieg einzusetzen. Angriffe auf die IS-Miliz und die mit Al-Kaida verbündete Al-Nusra-Front sollen erlaubt bleiben.

Der Westen wirft der Regierung in Moskau allerdings vor, unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die IS-Extremisten vor allem die moderate Opposition in Syrien auszuschalten, um die Position von Machthaber Baschar al-Assad zu stärken. Die Aussichten auf eine Waffenruhe blieben wegen der verhärteten diplomatischen Fronten und der anhaltenden Kämpfe an mehreren Fronten trübe.

Auch Ukraine Gesprächsthema

Putin und Obama sprachen dem Kreml zufolge auch über den Krieg in der Ostukraine. Dabei habe der russische Präsident von der Führung in Kiew gefordert, die vor einem Jahr in Minsk vereinbarten Punkte umzusetzen. Dazu gehört ein Sonderstatus für die Separatistengebiete.

Saudi-Arabien verlegt Kampfflugzeuge in die Türkei

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben Kampfflugzeuge in die Türkei verlegt, um die Angriffe auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien zu verstärken. „Das saudi-arabische Königreich hat heute eine Präsenz auf der Luftwaffenbasis Incirlik in der Türkei“, sagte der Brigadegeneral Ahmed Assiri in der Nacht auf heute dem Fernsehsender al-Arabija. Riad ist Teil der Anti-IS-Koalition, beteiligte sich bisher aber nicht maßgeblich an den Angriffen.

Keine bilaterale Vereinbarung

Assiri sagte, die Verlegung der Flugzeuge auf den Militärflughafen im Süden der Türkei sei erfolgt, nachdem die internationale Anti-IS-Koalition diese Woche in Brüssel beschlossen habe, die „Luftangriffe zu verstärken“. Die Kampfflugzeuge in Incirlik operierten im Rahmen der US-geführten Militärkoalition, sagte der saudi-arabische Militärvertreter. Ihrer Verlegung liege keine bilaterale Vereinbarung zwischen Riad und Ankara zugrunde.

„Konsens“ über Bodentruppen

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte bereits gestern gesagt, Riad habe Jagdflugzeuge nach Incirlik verlegt. Zudem erklärte er die Bereitschaft der Türkei und Saudi-Arabiens, für den Kampf gegen die IS-Miliz Bodentruppen nach Syrien zu schicken. Assiri sagte nun, es gebe in der Koalition „einen Konsens“ über den Einsatz von Bodentruppen, „in den kommenden Tagen“ würden Militärexperten die Einzelheiten des Einsatzes festlegen.

Mehr dazu in Riad sieht Assads Zeit abgelaufen

Türkischer Angriff gegen Kurden in Syrien

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bestätigte gestern einen Angriff auf den Norden Syriens. Die türkische Armee habe dort Ziele der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) angegriffen, sagte Davutoglu und forderte, die Gruppe solle sich aus dem Gebiet bei Asas zurückziehen, das sie kürzlich erobert habe.

„Im Rahmen der Einsatzregeln haben wir auf Kräfte in Asas und Umgebung geantwortet, die eine Bedrohung darstellten.“ Und das offenbar mit Blick auf die PYD, deren bewaffneter Arm die YPG sind. Davutoglu sprach von einer „Terrorgruppe, die ein Arm des syrischen Regimes ist“ und bei den „russischen Luftangriffen gegen Zivilisten kollaboriert und daran mitschuldig ist“.

Palästinensische Teenager bei Angriffen auf Soldaten getötet

Bei Angriffen auf israelische Soldaten sind am Wochenende im besetzten Westjordanland drei palästinensische Jugendliche erschossen worden. Wie die Armee und palästinensische Sanitätsdienste berichteten, starben heute zwei 15-Jährige nach Steinwürfen und Gewehrschüssen auf Armeeposten am Rande von Protesten nahe der nördlichen Stadt Dschenin. Bereits gestern sei ein 17-jähriges Mädchen im südlichen Hebron nach einem versuchten Messerangriff auf einen Soldaten getötet worden.

Seit Oktober wurden in Israel und den Palästinensergebieten bei politisch motivierten Gewaltakten und bei Protestaktionen gegen die anhaltende Besatzung 169 Palästinenser und 26 Israelis getötet. Bei der Mehrzahl der palästinensischen Opfer handelt es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die meist mit Stichwaffen und in einigen Fällen auch mit Autos und Schusswaffen Israelis attackierten.

Mindestens 30 Tote bei Boko-Haram-Angriffen in Nigeria

Bei Angriffen von mutmaßlichen Boko-Haram-Extremisten auf zwei Dörfer im Nordosten Nigerias sind am Freitag und gestern laut Sicherheitskreisen mindestens 30 Menschen getötet worden. Die islamistischen Milizionäre seien mit Schusswaffen und Messern bewaffnet auf Motorrädern und in Kleinbussen in die Dörfer Yakshari und Kachifa gefahren, sagte der Mitarbeiter einer örtlichen Wachtruppe, die das Militär unterstützt, der Nachrichtenagentur AFP.

Die Angreifer hätten den Bewohnern die Kehlen durchgeschnitten und Lebensmittel und Vieh geraubt. „Wir gehen davon aus, dass es dieselben Bewaffneten waren, die beide Dörfer attackierten“, sagte der Wachmann, Mustapha Karimbe.

Millionen auf der Flucht

Boko Haram kämpft seit 2009 für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Mehr als 17.000 Menschen wurden bisher getötet und 2,6 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Der Konflikt weitete sich auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus. Im März 2015 leistete Boko Haram der im Irak und in Syrien kämpfenden Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) den Treueschwur.

Zwei Drittel aller Menschen leiden unter Wassermangel

Zwei Drittel aller Menschen leiden laut einer neuen Studie unter Wassermangel. Vier Milliarden, darunter knapp zwei Milliarden in Indien und China, hätten zumindest einen Monat im Jahr nicht genug davon, heißt es in der Studie, die in der US-Zeitschrift „Science Advance“ veröffentlicht wurde. Rund 500 Millionen Menschen mangelt es demnach das ganze Jahr über an ausreichend Wasser.

Düstere Einschätzung

Die Einschätzung der Experten Mesfin Mekonnen und Arjen Hoekstra von der Universität Twente in den Niederlanden ist deutlich düsterer als bisherige Einschätzungen, die die Gesamtzahl der Betroffenen mit 1,7 bis 3,1 Milliarden Menschen bezifferten. Besonders betroffen sind laut den Autoren neben Indien und China auch Bangladesch, Pakistan, Nigeria, Mexiko und der Süden und Südwesten der USA.

Laut den Autoren der Studie steigt der globale Verbrauch aufgrund der Bevölkerungszunahme, des besseren Lebensstandards, der veränderten Konsumgewohnheiten und des verstärkten Einsatzes von Bewässerung in der Landwirtschaft. Demnach berechneten bisherige Studien den Wasserverbrauch nur für jeweils ein Jahr, weshalb die Veränderungen über die Jahre nicht berücksichtigt wurden.

Sport

Ski alpin: Keine Abfahrt in Crans Montana

Nach der gestrigen Verschiebung ist die Weltcup-Abfahrt in Crans Montana heute endgültig abgesagt worden. Rund eineinhalb Meter Neuschnee in den vergangenen Tagen stellten die Veranstalter vor ein schier unlösbares Problem.

Die Piste konnte nicht rechtzeitig in einen renntauglichen Zustand gebracht werden. Ob das Rennen in dieser Saison nachgeholt wird, ist noch offen. Der Slalom morgen (10.00 und 13.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) soll in Crans Montana planmäßig in Szene gehen.

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Bundesliga: Ried schlägt Leader Salzburg

Interessanter hätte die 22. Bundesliga-Runde gestern nicht beginnen können. Die SV Ried schlug Titelverteidiger und Leader Red Bull Salzburg zu Hause mit 1:0 und fügte der Mannschaft von Neo-Coach Oscar Garcia damit die erste Niederlage seit Oktober zu, als noch Vorgänger Peter Zeidler am Ruder gewesen war. Zum Matchwinner wurde Thomas Fröschl, der damit die spannende Ausgangslage für das Wiener Derby noch einmal zuspitzte.

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Fußball: Spätes Siegestor für Juventus im Hit

Zwei Minuten vor Ende hat Juventus gestern im Spitzenspiel der Serie A über das Siegestor gegen den bisherigen Leader Napoli gejubelt. Der im Herbst schwach gestartete, mittlerweile aber seit Monaten in Topform agierende Titelverteidiger übernahm mit dem 15. Ligasieg in Serie erstmals in dieser Saison die Tabellenführung. Der Weg zum fünften „Scudetto“ in Serie scheint nun vorgezeichnet.

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Wirtschaft

Dijsselbloem gegen Lockerung der Regeln für Banken

Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Forderungen nach einer laxeren Kontrolle des Finanzsektors als Reaktion auf die jüngste Talfahrt von Bankaktien zurückgewiesen. Vielmehr stärkten gerade die strengeren Vorschriften das Vertrauen in die Branche nach der Finanzkrise, sagte er gestern im niederländischen Rundfunk. „Wir haben jetzt viel striktere Regeln dafür, wer die Rechnung zahlt, wenn Banken scheitern.“

Das bleibe nicht an den Steuerzahlern hängen, weshalb Investoren die Geldhäuser genauer unter die Lupe nähmen, so Dijsselbloem. „Das führt zu einer Korrektur an den Aktienmärkten“, erklärte der niederländische Finanzminister.

Der Bankenindex des EuroStoxx50 gab seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel nach. Angesichts dieser Entwicklung hatte unter anderem Italiens Notenbankchef Ignazio Visco gefordert, die Mindestanforderungen für Kapitalpolster der Banken langsamer hochzuschrauben als geplant.

Dijsselbloem sagte, das sei „das Schlimmste, was man machen könnte“. Die Kapitalanforderungen müssten vielmehr weiter steigen, um das Vertrauen in die Banken zu stärken. Er warnte zudem davor, eine Krise herbeizureden. Die Institute seien viel stärker als früher, und die Prognose für die europäische Wirtschaft bleibe trotz zuletzt schlechter Nachrichten aus China und den USA verhalten positiv.

Russischer Oligarch steigt bei Uber ein

Der russische Milliardär Michail Fridman ist mit 200 Millionen Dollar (ca. 177 Mio. Euro) beim Fahrdienstvermittler Uber eingestiegen. Welchen Anteil Fridmans Investmentfirma LetterOne dabei bekam, ging aus der Mitteilung von Freitag nicht hervor. Uber war zuletzt laut Medienberichten in Finanzierungsrunden mit 50 bis 60 Milliarden Dollar (ca. 44 bis 53 Mrd. Euro) bewertet worden.

LetterOne gehören unter anderem Anteile an den Mobilfunkbetreibern VimpelCom und Turkcell. Ein großer Teil ihres Vermögens stammt aus dem Verkauf der Ölgesellschaft TNK-BP an den russischen Staat. Einem russischen Medienbericht zufolge investierte im vergangenen Jahr bereits ein anderer russischer Milliardär, Alischer Usmanow, in Uber.

Chronik

25-Jähriger stach mit Messer auf Security ein

Ein 25-Jähriger hat in der Nacht auf heute mit einem Klappmesser auf einen Security-Mitarbeiter eingestochen, weil ihm dieser den Zutritt zu einem Lokal in Wr. Neustadt (Niederösterreich) verweigert hatte.

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Aggressive Partygäste schlugen zu

Bei zwei Schlägereien wurden in der Nacht auf heute in Mayrhofen in Tirol vier Personen verletzt. Zuerst geriet ein Türsteher mit zwei niederländischen Gästen aneinander, nach Mitternacht kam es in einem Nachtlokal zu einem weiteren Streit.

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Mutter des Columbia-Schützen entschuldigte sich

Die Mutter einer der beiden Teenager, die 1999 ein Blutbad an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado verübt hatten, hat sich bei den Opfern entschuldigt. „Es tut mir so leid, was mein Sohn getan hat“, sagte die 66-jährige Sue Klebold in ihrem ersten Fernsehinterview seit der Bluttat. Sie habe im Vorfeld nichts geahnt.

Ihr 17-jähriger Sohn Dylan und sein 18-jähriger Freund Eric Harris hatten am 20. April 1999 schwer bewaffnet die Schule in Columbine bei Denver gestürmt. Sie erschossen 13 Menschen und verletzten 24 weitere, bevor sie sich selbst töteten.

„Habe es nicht gewusst“

In dem Freitagabend ausgestrahlten Interview sagte Klebold, sie wisse, dass eine Entschuldigung „keine angemessene Antwort auf all dieses Leid“ sei. „Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an die Menschen denke, denen Dylan wehgetan hat.“ Es sei „sehr schwer, mit der Tatsache zu leben, dass jemand, den man liebte und aufzog, auf so brutale Weise Menschen tötete“.

Wenn ihr Sohn von einem anderen Kind erschossen worden wäre, hätte sie die Eltern des Kindes verantwortlich gemacht, sagte Klebold. Man glaube zu wissen, „wenn mit unseren Kindern etwas nicht stimmt“. Doch das sei in ihrem Fall anders gewesen: „Ich habe es nicht gewusst. Und ich konnte diese Verletzung anderer Menschen nicht verhindern.“

„Keinerlei Anzeichen“

Die 66-Jährige beschrieb ihren Sohn als schüchternen, liebenswüdigen Buben, der mit seinen Freunden feierte und in einem behüteten Elternhaus aufwuchs. Es habe keinerlei Anzeichen für bevorstehende Gewalttaten gegeben. „Wenn ich gemerkt hätte, dass Dylan seelisch gelitten hat, dann wäre er nicht dort gewesen. Dann hätte er Hilfe bekommen.“

Lediglich einige Veränderungen an seinem Verhalten habe sie bemerkt, sie habe diese aber auf die Pubertät geschoben: Manchmal habe Dylan „distanziert oder ruhig“ gewirkt und habe ausweichend geantwortet, wenn sie ihn fragte, wie es ihm ging.

Eineinhalb Jahre vor der Schießerei hatte sich Dylan zusammen mit Freunden Zugang zum Computersystem der Schule verschafft, was ihm einen dreitägigen Schulverweis eingebracht hatte. Außerdem wurde er beim Diebstahl elektronischer Geräte von der Polizei gefasst. „Damals dachte ich, das wäre das Schlimmste, was ich erleben könnte“, sagte Klebold.

Fünf Briten in Schweden von Brücke gestürzt - tot

Fünf Briten sind südlich von Stockholm mit ihrem Auto von einer Brücke in einen Kanal gestürzt und gestorben. Medienberichten zufolge soll es sich bei den Verunglückten um die vier Mitglieder der britischen Indie-Pop-Band Viola Beach und ihren Manager handeln

Nach Angaben der schwedischen Polizei fiel der Wagen mit den zwischen 1983 und 1996 geborenen Männern aus mehr als 25 Metern Höhe ins Wasser. (iptv.ORF.at)

Sie seien nach einem Auftritt in Schweden auf dem Weg zum Flughafen Stockholm-Arlanda gewesen. Auf der Facebook-Seite der Band trauerten Fans. Zeugen berichteten, dass die Männer mit ihrem Wagen in der Nacht auf gestern eine Schranke durchbrochen hatten, als die davor liegende Brücke gerade für Schiffe geöffnet war.

Warnsystem der Brücke laut Zeugen intakt

Taucher bargen die Leichen. Das Warnsystem der Brücke funktionierte laut Zeugen. Das britische Außenministerium bestätigte heute, dass es sich um Briten handelte. Man sei mit den schwedischen Behörden in Kontakt und unterstütze die Familien der Opfer, sagte eine Sprecherin.

Kultur

Hieronymus Bosch: Der große Coup im Jubiläumsjahr

Genau wie sein Werk gibt auch das Leben von Hieronymus Bosch bis heute viele Rätsel auf. Eines ist jedoch durch einen Chronikeintrag gesichert: Er wurde vor 500 Jahren in seinem Geburtsort s’Hertogenbosch in den Niederlanden begraben.

Die faszinierenden Bilder, die er hinterließ, sind im Besitz der bedeutendsten Museen weltweit, kein einziges davon befindet sich in seiner Heimatstadt. Normalerweise. Im Jubiläumsjahr gelang es dem Noordbrabants Museum in s’Hertogenbosch trotzdem, für eine einmalige Ausstellung fast alle Gemälde und Zeichnungen nach Hause zu holen - mit einer ganz besonderen Idee.

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Eagles of Death Metal setzen Europa-Tournee fort

Genau drei Monate nach der Terrorattacke bei ihrem Konzert in Paris hat die US-Band Eagles of Death Metal ihre Europa-Tournee in Stockholm fortgesetzt. Die Musikgruppe spielte gestern in dem Club Debaser Medis in der schwedischen Hauptstadt. Heute sollte ein Auftritt in Oslo folgen.

Am Dienstag tritt die Band erstmals seit den Anschlägen wieder mit einem eigenen Konzert in Paris auf. Am 22. Februar wird die Band in der Arena Wien zu sehen sein.

Der Musikclub Bataclan war am 13. November 2015 während eines Auftritts der Gruppe von einem von drei Terrorkommandos überfallen worden. Dort starben die meisten der 130 Todesopfer der Attacken in Saint-Denis und Paris.

Religion

Papst ging mit Mexikos Kirche hart ins Gericht

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Mexiko die dortige Kirche scharf kritisiert. Das Land brauche keine „Fürsten“, sondern Botschafter des Herrn, sagte er gestern während einer Rede vor den Bischöfen des Landes in Mexiko-Stadt.

Die als sehr konservativ geltende mexikanische Kirche mahnte der 79-jährige Papst zu mehr sozialem Engagement. „Wenn Ihr kämpfen müsst, dann kämpft“, sagte Franziskus an die Adresse der mehr als 170 mexikanischen Bischöfe. Konkret forderte der Papst die katholischen Priester zu einem entschlosseneren Kampf gegen die Drogenkartelle auf.

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Lifestyle